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Spargel- Zartes Edelgemüse

0Antworten151Aufrufevon Redaktion · 20. Januar 2017letzter Beitrag vor 10 Jahren
  1. Redaktion1’197 Beiträge20. Januar 2017
    Spargelanbau auf dem Rafzerfeld


    Das Rafzerfeld im Norden des Kantons Zürich ist besonders begünstigt, Spargel anzubauen, da dieses Gebiet aus mehreren Metern abgelagerter Kiesschicht besteht. Diese Kiesschicht entstand als Schwemmkegel eines Voralpengletschers und erwärmt sich im Frühjahr schnell, was das Wachstum fördert. Heute werden dort vom Erlebnisbauernhof Jucker Farmart auf über 12 Hektaren Spargel angebaut, die direkt vor Ort im Hofladen gekauft werden können.
    Sehnsüchtig wird der Spargel jedes Jahr erwartet. Je nach Witterung kann ab Mitte April bis Juni der Spargel gestochen werden. Erwärmt sich der Boden auf 10 bis 12 °C, beginnt die Hauptsprossknospe das Wachstum. Diese Zeit zählt zu den Höhepunkten im Frühjahr, wenn die kräftigen, geschuppten Triebe die Erde langsam durchbrechen. Dann geht es auf dem Rafzerfeld wieder zur Sache. Die schwarze Folie der abgedeckten Erdwälle wird geöffnet, um mit dem langen Stecher die beliebten Triebe des Gemüsespargels (Asparagus officinalis) möglichst tief und knapp über der Wurzel zu entfernen. Sobald der Hauptspross, also der erste Trieb im Jahr, geerntet wurde, wird die Hemmung der Nebenknospen aufgehoben und die nachfolgenden Knospen beschleunigen ihr Wachstum. Die in der Erntezeit später erscheinenden Stangen fallen meist etwas dünner aus. Es dürften nicht alle Stangen gestochen werden, sonst kann sich die Pflanze nicht regenerieren und keine Speicher-Kohlenhydrate aufbauen, die später für die schnelle Bildung eines Sprosses mit Laub wichtig sind. Denn dieser grüne Laubspross versorgt die Pflanze erneut mit Kohlenhydraten aus der Fotosynthese, welche auch für die Speicherwurzeln und somit für die Voranlage und Ernte für das nächste Jahr notwendig sind.


    Kein Erddamm bei Grünspargel


    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Der Bleichspargel wird am häufigsten angebaut. Immer beliebter werden jedoch Grün- und Purpurspargel, da sie meist früher als der Bleichspargel geerntet werden können und einen exzellenten Geschmack haben. Der Grünspargel ist für den Hausgarten gut geeignet, da man keinen typischen und aufwendigen Erddamm anlegen muss. Hier können die Pflanzen fast bodengleich, ca. 3 cm unter dem Erdniveau, gepflanzt werden. Kaufen Sie Spargelpflanzen am besten direkt bei einem Züchter, der vorgezogene und sortenechte Pflanzen vorrätig hat. Pflanzzeit ist im Herbst oder auch im Frühling.[/COLOR]


    Der Abstand der einzelnen Pflanzen innerhalb der Reihe beträgt ca. 25 bis 40 cm, ein Reihenabstand von 1.20 m ist ausreichend. Sobald die Stangen des Grünspargels 20 bis 25 cm aus der Erde schauen, werden sie knapp unter dem Boden mit einem scharfen Messer abgeschnitten. Diese Methode verhindert, dass die Spargelfliege Eier ablegt. Im zweiten Standjahr können zwei Spargelstangen pro Pflanze geerntet werden, im dritten Standjahr dann drei bis vier Stangen, ab dem vierten Standjahr sogar sechs bis acht Stangen. Für eine ausreichende Ernte sind acht bis zwölf Pflanzen notwendig.




    Färbung und Faserigkeit


    Sicherlich haben Sie sich gefragt, warum es weissen, grünen und purpurfarbenen Spargel gibt? Die Farbveränderungen beim Spargel entstehen durch die Anthocyanbildung bei Temperatur- und Lichteinwirkungen vor und nach der Ernte. So reagieren die Sorten ganz unterschiedlich; selbst beim Grünspargel gibt es Sorten, die keine oder kaum Anthocyane enthalten. Unangenehm und wenig beliebt sind die verholzenden Fasern im Spargel. Diese werden durch kühle Bedingungen und damit verlangsamtes Wachstum begünstigt. Bei Bleichspargel ist es daher wichtig, dass der Erddamm hoch genug ist, denn die Verholzungen entstehen im untersten Bereich der Stange. Grünspargel muss, im Gegensatz zu Bleichspargel, nicht geschält werden. Grün- und Purpurspargel sind durch ihren hohen Anthocyan- und Zuckergehalt herzhafter im Geschmack, ausserdem wird ihnen eine gesundheitsförderliche Wirkung zugeschrieben. Sie sollten nur blanchiert, nicht wie Bleichspargel gekocht werden. Holzige Stücke am Abschnitt sollten entfernt werden. Bringen Sie reichlich Salzwasser zum Kochen und geben Sie einen Schuss Essig hinzu, denn dieser verhindert, dass der Spargel die schöne grüne oder violette Farbe verliert. Je nach Dicke dauert es acht bis zwölf Minuten, bis die Stangen geniessbar sind. Lauwarm mit einer Vinaigrette harmoniert Grünspargel perfekt mit delikatem Schinken, neuen Kartoffeln oder Kalbsschnitzel und Filet. Geniessen Sie diese herrliche Spargelzeit.


    Ernte


    Als erstens sollte man die Spargel freilegen, danach ganz Tief abstechen und vorsichtig herauszihen.

        



    Tipp

    Der vorausschauende Gärtner sät ein Jahr vor dem Anlegen des Spargelbeetes eine Gründüngung aus Lupinen oder Klee aus. Die stickstoffsammelnden Leguminosen sind eine gute Voraussetzung, damit die Spargelpflanzen im Pflanzjahr kräftig loslegen können. Der Boden sollte gut durchlüftet, humusreich und locker sein. Vorgezogene bzw. vorkultivierte Spargelpflanzen können bereits ein Jahr später geerntet werden.


    Interview mit Walter Pfister Produktionsleiter des Spargelhofs bei Jucker Farmart in Rafz






    FREUDE AM GARTEN: Herr Pfister, seit wann wird auf dem Rafzerfeld Spargel angebaut und warum?

    Walter Pfister: Es wird seit 2003 Spargel angebaut, da sich das Rafzerfeld aufgrund des kiesigen Bodens besonders gut eignet.

    FREUDE AM GARTEN: Welche Spargelarten und -sorten werden in welchen Mengen angebaut? 
    Walter Pfister: Der Bleichspargel nimmt mit 10 Hektaren die grösste Fläche ein, vom Grünspargel werden nur 2.5 Hektare angebaut.

    FREUDE AM GARTEN: Wie gross ist die Ernte jedes Jahr? Ab wann genau kann geerntet werden und wie lange?
    Walter Pfister: Im Moment sind es ca. 70.000 kg. Ab ca. 10. April kann eine verfrühte Ernte unter dem Folientunnel erfolgen. Die normale Ernte erfolgt jedoch ab ca. 25.04. und es wird immer bis zum Johannistag (24.06.) geerntet.

    FREUDE AM GARTEN: Haben Sie einen Tipp für unsere Leser für den Spargelanbau im eigenen Garten?
    Walter Pfister: Der Boden sollte leicht und gut durchlüftet sein. Idealerweise wird Mist zur Pflanzung hinzugefügt. Zu beachten ist, dass bei unverfrühten Spargelpflanzen ein Ertrag erst zwei Jahre nach Pflanzung möglich ist. Der Bleichspargel ist aufwendiger als Grünspargel, da man einen Damm aufschütten und in der Erde ernten muss (keine Steine und leichter Boden sind die Voraussetzung). Im eigenen Garten wächst Grünspargel sehr gut und ist unkompliziert. 

    FREUDE AM GARTEN: Welche Spargel essen Sie am liebsten und wie essen Sie diese traditionell? Vielleicht haben Sie noch ein Weintipp dazu?
    Walter Pfister: Ich esse Spargel in allen Varianten, am liebsten täglich, aber nur in der heimischen Saison von Mitte April bis Ende Juni. Als Weinempfehlung: Ein leicht süßlicher weißer Landwein aus der Region. 

      

    Quelle und Herausgeber:

    MESPRO AG/Verlag FREUDE AM GARTEN, Schörisfeldweg 7, CH-9463 Oberriet
    Telefon +41 71 760 00 82, Fax +41 71 760 00 81






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