Was ein Badumbau kostet und welche Positionen ihn treiben
Der Preis eines Badumbaus entscheidet sich an der Leitungsführung, nicht an der Armatur. Welche Gewerke anfallen und was die Offerte ausweisen muss.

Zwei Offerten für denselben Badumbau, 6,5 Quadratmeter, Wanne raus und Dusche rein: die eine kostet 28’000 Franken, die andere 47’000. Beide Firmen haben dasselbe gesehen. Der Unterschied liegt fast nie bei der Armatur oder beim Spiegelschrank, sondern an einer Frage, die in keiner der beiden Offerten steht: Bleiben die Anschlüsse, wo sie sind.
Kurzantwort
- Den Preis macht die Leitungsführung, nicht die Ausstattung. Wer Lavabo, WC und Wanne am Ort belässt, umgeht die teuersten Folgearbeiten.
- Ein Badumbau ist ein Bauprojekt mit sechs bis acht Gewerken — Abbruch, Sanitär, Elektro, Plättli, Gipser, Maler, Schreiner, Entsorgung. Jedes davon gehört einzeln in die Offerte.
- Eine amtliche Schweizer Preisstatistik für Badumbauten gibt es nicht. Das Bundesamt für Statistik erhebt nur die Preisentwicklung: Der Baupreisindex steht im April 2026 bei 100,6 Punkten gegenüber Oktober 2025.
- Vergleiche nie Endsummen, sondern Positionen. Zwei Offerten sind erst vergleichbar, wenn sie dieselben Leistungen enthalten.
- Die Lebensdauer entscheidet über den Umfang: Kittfugen halten rund 8 Jahre, Mischbatterien 20, eine Badezimmermodernisierung gesamthaft 30.
Welche Arbeiten in einem Badumbau stecken
Ein Bad ist der kleinste Raum mit der höchsten Gewerkedichte im Haus. Genau daher kommt der Preis: Es sind viele kurze Einsätze, die aufeinander warten. Diese Tabelle ist der Raster, gegen den du jede Offerte hältst.
| Gewerk | Was dazugehört | Wonach es üblicherweise verrechnet wird | Was einzeln ausgewiesen sein muss |
|---|---|---|---|
| Abbruch und Entsorgung | Apparate ausbauen, Plättli abschlagen, Unterlagsboden abtragen, Mulde | Aufwand und Volumen | Entsorgungsgebühren, Muldenmiete, Anzahl Fuhren |
| Sanitär | Leitungen Kalt-, Warmwasser, Abwasser, Vorwandinstallation, Montage der Apparate | Aufwand, Laufmeter, Stückzahl | Apparate und Armaturen mit Typenbezeichnung, getrennt von der Arbeit |
| Elektro | Steckdosen, Beleuchtung, Spiegelschrankanschluss, Fehlerstromschutz, Sicherheitsnachweis | Aufwand und Stückzahl | Anzahl neuer Auslässe, Kontroll- und Nachweiskosten |
| Baumeister und Gipser | Wandöffnungen, Ständerwand, Ausgleich, Verputz | Quadratmeter und Aufwand | Fläche, Aufbauhöhe, Ausgleichsmasse |
| Abdichtung und Plättli | Verbundabdichtung, Wand- und Bodenplättli, Fugen, Sockel | Quadratmeter, Material separat | Plättlipreis je Quadratmeter, Verlegepreis, Zuschlag für Kleinformate und Diagonalverlegung |
| Maler | Decke, Wandflächen ohne Plättli | Quadratmeter | Anzahl Anstriche |
| Schreiner und Möbel | Waschtischmöbel, Spiegelschrank, Nischen | Stückzahl | Modell, Masse, Montage |
| Planung und Bauleitung | Aufnahme, Plan, Ausschreibung, Koordination, Abnahme | Pauschale oder Prozentsatz | Leistungsumfang, wer koordiniert |
⚠ Eine Offerte, die «Badumbau komplett» und eine Zahl enthält, ist kein Angebot, sondern eine Hausnummer. Sie lässt sich weder vergleichen noch später bestreiten, weil kein Mensch mehr sagen kann, was drin war.
Warum die Leitungsführung den Preis bestimmt
Wasserleitungen lassen sich mit vertretbarem Aufwand umlegen. Der Abwasseranschluss nicht — er braucht Gefälle und endet in einem Fallstrang, der dort steht, wo er steht. Verschiebst du das WC an eine andere Wand, folgt daraus eine Kette: Wand aufspitzen oder eine Vorwandinstallation stellen, den Boden aufbauen, den Aufbau mit dem Türanschlag und der Schwelle in Einklang bringen, neu abdichten, neu plätteln, gipsen, malen. Aus einer Position im Sanitär werden fünf Positionen in vier Gewerken.
Dasselbe gilt in kleinerem Massstab für das Lavabo und für die Dusche. Eine bodenebene Dusche verlangt Platz im Bodenaufbau für den Ablauf und ein Gefälle in der Fläche — im Neubau eine Selbstverständlichkeit, im Altbau je nach Deckenaufbau eine Grundsatzfrage. Kläre sie, bevor du planst, und nicht, nachdem der alte Boden draussen ist.
Drei Fragen entscheiden also über die Grössenordnung, und sie sind vor der ersten Offerte zu beantworten:
- Bleiben WC, Lavabo und Dusche oder Wanne am selben Ort?
- Wie viel Aufbauhöhe steht über der Rohdecke zur Verfügung?
- Sind die bestehenden Leitungen am Ende ihrer Lebensdauer — dann ersetzt du sie ohnehin, und der Zeitpunkt ist jetzt.
Was der Verzicht auf eine Wandverschiebung spart
Die ehrliche Antwort auf «wie viel» lautet: Das hängt vom Objekt ab, und wer dir ohne Besichtigung eine Zahl nennt, rät. Was sich aber sagen lässt, ist die Struktur der Ersparnis. Wer die Anschlüsse belässt, streicht in der Regel den Baumeister- und Gipseranteil fast vollständig, verkleinert die Abbruch- und Entsorgungsposition, spart eine Trocknungszeit im Bauablauf und verkürzt damit die Zeit ohne Bad.
Umgekehrt lohnt sich die Verschiebung dort, wo sie ein echtes Problem löst: ein WC direkt neben der Tür, ein Lavabo ohne nutzbare Ablage, eine Wanne, die den einzigen Platz für eine Waschmaschine blockiert. Für ein Layout, das nur auf dem Plan schöner aussieht, ist sie der teuerste Posten des Projekts.
Warum es keine Durchschnittszahl gibt
Für die Frage «was kostet ein Badumbau» existiert in der Schweiz keine amtliche Erhebung. Das Bundesamt für Statistik erhebt mit dem Schweizerischen Baupreisindex ausdrücklich die Preisentwicklung und nicht das Preisniveau einzelner Bauteile: Der Index steht im April 2026 bei 100,6 Punkten, gemessen an Oktober 2025 gleich 100, was einem Plus von 0,6 Prozent im Halbjahr und 1,0 Prozent im Jahr entspricht; im Hochbau allein sind es 100,5 Punkte. Das BFS nennt als Hauptanwendung die Anpassung von Budgets oder Kostenvoranschlägen an die Preisentwicklung.
Das heisst für dich: Eine Zahl aus einem Gespräch von vor drei Jahren ist heute rund drei Prozent daneben — und damit immer noch näher an der Wahrheit als jede Zahl aus einer anderen Wohnung. Was tatsächlich weiterhilft, sind Fälle mit denselben Randbedingungen. Im Forum diskutiert der Faden Kosten für ein knapp 5 m² grosses Badzimmer genau diese Ausgangslage mit aufgeschlüsselten Positionen aus echten Offerten.
Welche Bauteile ohnehin fällig sind
Bevor du über Gestaltung nachdenkst, kläre den Umfang. Die paritätische Lebensdauertabelle von HEV Schweiz und Mieterinnen- und Mieterverband ist ein Instrument aus dem Mietrecht, taugt aber als nüchterner Anhaltspunkt dafür, was in einem dreissigjährigen Bad ohnehin am Ende ist:
| Bauteil | Lebensdauer laut Tabelle |
|---|---|
| Badezimmermodernisierung gesamthaft | 30 Jahre |
| Kittfugen und Fugendichtungen | 8 Jahre |
| Spiegelschrank aus Holzwerkstoff | 10 Jahre |
| Mischbatterien, verchromt | 20 Jahre |
| Badewanne oder Duschentasse, Acryl | 25 Jahre |
| Duschkabine mit Glaswänden | 25 Jahre |
| Badewanne aus emailliertem Stahl | 35 Jahre |
| Lavabo, WC, Bidet aus Keramik | 35 Jahre |
| Kaltwasserleitungen aus verzinktem Stahl | 30 Jahre |
| Kaltwasserleitungen aus Kupfer | 50 Jahre |
| Unterputz-Spülkasten | 40 Jahre |
Zwei Schlüsse daraus. Erstens sind Kittfugen kein Umbaugrund, sondern Unterhalt — sie sind das erste, was altert, und das billigste, was sich erneuern lässt. Zweitens ist die Leitungsfrage vom Material abhängig: Verzinkter Stahl aus den Sechzigerjahren ist am Ende, Kupfer aus den Neunzigerjahren nicht. Ob dein Umbau der richtige Moment für neue Steigleitungen ist, steht im Artikel über das Erneuern der Wasserleitungen.
Ob du eine Baubewilligung brauchst
Für den reinen Innenumbau in der Regel nicht, aber die Regel ist kantonal. Im Kanton Zürich verlangt § 309 Abs. 1 PBG grundsätzlich eine Bewilligung für die bauliche Veränderung bestehender Gebäude, befreit in Abs. 3 aber Massnahmen geringfügiger Bedeutung durch Verordnung. Diese Verordnung, die Bauverfahrensverordnung, nennt in § 1 unter anderem «nach aussen nicht in Erscheinung tretende Ausrüstungen baurechtlich untergeordneter Bedeutung, wie Lichtanlagen, Bade-, Wasch- und Abortanlagen, Wasser- und Elektrizitätsanschlüsse» sowie das «Beseitigen von inneren Trennwänden zwischen Wohnräumen».
Im Kanton Bern bedürfen nach Art. 1b BauG «insbesondere der Unterhalt von Bauten und Anlagen» und «andere geringfügige Bauvorhaben» keiner Baubewilligung; das Baubewilligungsdekret führt die Fälle aus. Wichtig ist Abs. 2 derselben Bestimmung: Die Befreiung von der Bewilligungspflicht entbindet nicht von der Einhaltung der anwendbaren Vorschriften und der Einholung anderer Bewilligungen.
⛔ Drei Fälle kippen die Antwort: Eingriffe in tragende Bauteile, jede Veränderung, die nach aussen in Erscheinung tritt — ein neues Fenster, ein Lüftungsauslass in der Fassade —, und Bauten im Geltungsbereich einer Schutzanordnung oder eines Ortsbild- oder Denkmalschutzinventars. In Stockwerkeigentum kommt der Beschluss der Gemeinschaft dazu, sobald gemeinschaftliche Teile berührt sind.
Wo du nicht sparst
- An der Abdichtung. Sie liegt unter den Plättli und ist die einzige Position, deren Nachbesserung den ganzen Aufbau kostet.
- Am Elektroanteil. Arbeiten an der Installation gehören in fachkundige Hände, und am Ende steht ein Sicherheitsnachweis; wie dieser Ablauf funktioniert, steht im Artikel zum Sicherheitsnachweis der Elektroinstallation.
- An der Aufnahme des Bestands. Wer eine Pauschale will, muss vorher wissen, was hinter der Wand liegt. Sonst wird aus der Pauschale ein Nachtrag, und über Nachträge diskutiert man mit denselben Argumenten wie über eine zu hohe Handwerkerrechnung.
- An der Reihenfolge. Ein Bad wird nicht schneller, wenn zwei Gewerke gleichzeitig anrücken. Wer den Ablauf vor Beginn festlegt, hält den Termin — und Termine kosten in einem bewohnten Haus mehr als Material.
Was heisst das für dich
Entscheide zuerst über die Anschlüsse, dann über die Optik. Lass dir zwei bis drei Offerten mit identischem Positionsraster geben und erzwinge, dass Material und Arbeit getrennt ausgewiesen sind — sonst vergleichst du am Ende Rabatte statt Leistungen. Kläre vor der Vergabe, ob ein fester Preis oder ein ungefährer Ansatz gilt: Das entscheidet, was bei einer Überschreitung geschuldet ist. Frag die Gemeinde in zwei Sätzen an, ob dein Vorhaben bewilligungsfrei ist, und lass dir die Antwort schriftlich geben. Und plane den Bauablauf inklusive der Tage ohne Bad, bevor der erste Hammer fällt.
Weiterlesen
- Küchenumbau: was er kostet — derselbe Mechanismus im zweiten Nassraum des Hauses
- Wasserleitungen erneuern — wann der Badumbau der richtige Moment für die Steigleitung ist
- Handwerkerrechnung zu hoch — was gilt, wenn die Schlussrechnung über der Offerte liegt
- Im Forum: Umbau Bad, Kosten pauschal oder nach Aufwand — die Vergabefrage mit Erfahrungen aus beiden Modellen
Quellen
- Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Baupreisindex — Indexstand April 2026, Veränderung gegenüber Oktober 2025, Anwendungszweck des Index
- Auszug aus der paritätischen Lebensdauertabelle HEV Schweiz und Mieterinnen- und Mieterverband, Bad, Dusche, WC — Lebensdauer der einzelnen Bauteile
- HEV Schweiz, Paritätische Lebensdauertabelle — Herausgeber und aktuelle Ausgabe der Tabelle
- Kanton Zürich, Bauverfahrensverordnung § 1 — bewilligungsfreie Vorhaben in Bauzonen, unter anderem Bade-, Wasch- und Abortanlagen
- Kanton Zürich, Planungs- und Baugesetz § 309 — Bewilligungspflicht für bauliche Veränderungen, Befreiung geringfügiger Massnahmen
- Kanton Bern, Baugesetz Art. 1b — Unterhalt und geringfügige Bauvorhaben ohne Baubewilligung, Vorbehalt der übrigen Vorschriften
- Obligationenrecht, SR 220, Art. 373 bis 375 — feste Vergütung, Abrechnung nach Aufwand, Überschreitung eines ungefähren Ansatzes


