Die heimlichen Nachtschwärmer
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Wenn die Sonne unter geht und sich auch jetzt im Sommer langsam die Nacht über den Garten legt, beginnt die Zeit der heimlichen Gartenbewohner. Eine Fledermaus auf Insektenjagd zeichnet sich gegen den noch hellen Abendhimmel ab, im Gebüsch raschelt eine Maus oder vielleicht ist es schon die Igelfamilie, welche jeden Abend unsere Rabatte noch Engerlingen durchsucht? Genüsslich nehmen wir den Duft des Jasmins und der reich blühenden Geissblätter zu Kenntnis – da schwirrt es unvermittelt neben unserem Ohr und ein dunkler, grosser Schatten stürzt sich in die Blütenfülle: Ein dicker Kiefernschwärmer hat, angelockt vom betörend süssen Duft, die neue Nektarquelle entdeckt.[/COLOR]
Die fetten Puppen der Schwärmer sind tief im Erdreich verborgen und warten auf den nächsten Sommer
Schwärmer und Eulen
Die Anzahl von Nachtfaltern ist um vieles grösser als jene der Tagfalter. Nicht desto trotz sind auch unter diesen heimlichen Gesellen einige sehr farbenprächtige Tiere. Oft ist die Farbe aber auch nur auf die Hinterflügel beschränkt und dient als Schreckfarbe gegen allfällige Feinde, so beim Abendpfauenauge (Smerinthus ocellatus) und den verschiedenen Ordensbändern (Catocala). Ob sich die Kopfzeichnung des Totenkopfschwärmers (Acherontia atropos) auch zur Abwehr von Fressfeinden eignet, möchte ich doch sehr bezweifeln. Da besteht wohl eher die Ähnlichkeit für uns, die wir Totenköpfe kennen, eine Katze lässt sich sicher von so einem Mini-Menschenkopf nicht verscheuchen! Aber nicht nur grosse Nachtfalter wie die Schwärmer, Ordensbänder und Spinner sind in unseren Gärten zu finden. Hunderte kleiner Arten von Eulen, Spannern, Sackträger und Motten bevölkern die Lüfte. Ihr heimliches Treiben sehen wir eher in den Frassspuren ihrer Raupen.
Schäden, die zu verkraften sind
Raupen ernähren sich ausnahmslos von Pflanzenteilen. Vor allen bei den Eulenfaltern und Spinnern gibt es viele, die sich auch an den von Menschen kultivierten Pflanzen gütlich tun. Natürlich könnte man die „Chemische Keule“ einsetzen und mit Insektenvernichtungsmitteln losspritzen. Aber, und das möchte ich in aller Deutlichkeit sagen, neben der sogenannten „Schädlinge“ vernichten wir damit mindestens 10X mehr andere, nützliche oder neutrale Tiere! Insekten stehen an der Basis der Futterkette und dienen auch unseren Ziervögeln zur Nahrung, dies nehmen Schadstoffe auf und kumulieren sie in ihrem Körper: Bis es zu spät ist! Man erinnere sich an das schreckliche DDT, das heute noch in den Böden vorhanden ist und Lebewesen schädigt. Sinnvoller erachte ich es deshalb, nachts mit der Taschenlampe die Raupen abzulesen und am nahen Waldrand zu „entsorgen“.
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Seine grün-blaue Raupe trägt ein auffallendes Horn[/COLOR]
Wie ein kleiner Lindwurm mit Stachel läuft diese etwa 8 cm lange Raupe des Windenschwärmers (Agrius convulvuli) herum
Futter- und Nahrungspflanzen für Nachtschwärmer
Viele Nachtfalter-Raupen bevorzugen so gewöhnliche Pflanzen wie Gräser und „Unkraut“. Aber auch an einigen Zierpflanzen leben Raupen von wunderschönen Nachtfaltern wie dem Mittleren Weinschwärmer (Deilephila elpenor) an der Fuchsie. An einem Oleander entdeckte ich letztes Jahr Dutzende Raupen des Totenkopfschärmers. Sie klebten an den Knospen der aus Italien importierten Kübelpflanzen und schlüpften im heissen Sommer bei uns aus. Oder der für einen Sommer eingewanderte Oleanderschwärmer (Daphnis nerii), der ebenfalls manchmal Eier legt. So liesse sich die Zahl der Nachtfalter fast endlos weiterführen. Je nach Landesgegend und Sommerwetter werden wir die unterschiedlichsten Tiere antreffen. Viele umschwärmen, wie der erwähnte Kiefernschwärmer (Sphinx pinastri), schlingendes Geissblatt, Zier-Tabak, Nachtviolen und viel andere Nachtblüher. Darum ist es wichtig, dass wir unsere Gärten abwechslungsreich und für Tiere interessant gestalten und anpflanzen. Ihr Gärtner kennt sicher viele Pflanzen aus seinem Sortiment, die für Schmetterlinge und Nachtfalter interessant sind.
Soeben ist ein bunter Wolfsmilchschwärmer geschlüpft
Das prächtige Wiener Nachtpfauenauge (Saturnia pyri) lässt sich vielleicht im Tessin beobachten
Geissblatt-diese Blüte mögen Nachfalter besonders
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