Popstar unter den Nachtfaltern
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Sein Name leitet in die Irre: Der Mittlere Weinschwärmer hat wenig mit Reben zu tun, ausser dass er gelegentlich in blumenreichen Weinbergen lebt. Mit seiner lebhaften, ja poppigen Färbung ist er dafür einer der schönsten einheimischen Nachtfalter. Im Juni wird einer der schönsten einheimischen Nachtfalter, der Mittlere Weinschwärmer, so richtig aktiv. Die Falter schlüpfen im Mai aus der Puppe, die unter Blattresten auf dem Boden den Winter überdauert hat. Gleich nach der Paarung legen die Falter ihre Eier auf Labkräuter und Weidenröschen, seltener auch auf Fuchsien ab. Daraus schlüpfen im Juni die kleinen Räupchen und bringen einen gesegneten Appetit mit. In wenigen Wochen wachsen sie zu stattlichen Raupen heran, mit einer Gesamtlänge von acht Zentimetern! Für einen hungrigen Vogel mehr als nur ein Appetithappen. Doch die Raupe wehrt sich trickreich. Im Kopfbereich trägt sie zwei auffällige Augenflecken. Bei Gefahr bläht die Raupe ihren Vorderkörper auf und demonstriert so die vermeintlichen Augen. Auf einen Singvogel wirkt sie deshalb wie eine kleine Schlange und schreckt damit ihren Gegner ab. Im Spätsommer und Herbst verpuppen sich die Raupen.[/COLOR]
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Den poppig gefärbten Falter selbst sieht man dagegen eher selten, nicht zuletzt deshalb, weil er erst nach Sonnenuntergang sein Tagesversteck verlässt und, im Schwirrflug vor Blüten stehend, Nektar saugt. Zudem ist der Mittlere Weinschwärmer selten geworden, obwohl er im Flach- und Hügelland der Schweiz weit verbreitet wäre. Verschwunden ist er, weil vorab seine Lebensräume vernichtet wurden. Raupen leben gerne an Graben- und Waldrändern, in Gärten, Steinbrüchen, Brachland und in Weinbergen. «Wo solche "Randlebensräume" mit einer entsprechend vielfältigen Pflanzenwelt dem Ordnungssinn und der intensiven Landwirtschaft geopfert werden, verschwindet auch dieser attraktive Nachtfalter», sagt Sabina Keller, Pro Natura Projektleiterin der Kampagne «Mehr Platz für Schmetterlinge». Mit ihrer Kampagne kämpft Pro Natura deshalb dafür, dass in der aufgeräumten Schweizer Landschaft wieder mehr Vielfalt und damit mehr Schmetterlinge einkehren dürfen.[/COLOR]
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