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Stammrosen

Links ziert die einmal blühende Kletterrose ‘Excelsa‘ und recht die Strauchrose Ghislaine de Féligonde‘ als Bäumchen den Weg. Wird es im Garten langsam eng, können Sie mit dem Pflanzen von Stammrosen eine weitere Dimension erobern, nämlich…

Redaktion16. November 20163 Min. Lesezeit

ein unpaarig gefiederte Rosenblätter in Nahsicht, frei im Bild verteilt und unterschiedlich gedreht: an jeder Spindel sitzen fünf gezähnte Blättchen mit sichtbaren Seitenadern, das grösste am Ende. Am Blattgrund liegen die Nebenblätter, an der Spindel einzelne Stacheln.


Links ziert die einmal blühende Kletterrose ‘Excelsa‘ und recht die Strauchrose Ghislaine de Féligonde‘ als Bäumchen den Weg.

Wird es im Garten langsam eng, können Sie mit dem Pflanzen von Stammrosen eine weitere Dimension erobern, nämlich den Luftraum über den Beeten. Erhältlich sind nebst unterschiedlichen Arten auch viele verschieden Sorten mit unterschiedlichen Wuchseigenschaften.

Die Unterlage dieser ‘Bäumchen‘ ist eine spezielle Auslese der Hundsrose (Rosa canina), die sehr lange Triebe ausbildet. Hier setzt der Rosenkultivateur an der gewünschten Höhe im Sommer nach der Pflanzung der Unterlage an zwei bis drei Stellen rund um den Trieb sogenannte ‘Augen‘ der gewünschten Rose ein. Dies nennt man Veredeln. Schon bald darauf treiben diese aus. Im folgenden Frühjahr wird die Triebspitze (Unterlage) knapp über den eingesetzten Edelreisern gekappt. Die Triebe der veredelten Augen wachsen weiter und werden dann zu Gunsten eines dichten Kronenaufbaus nochmals pinziert (eingekürzt). Bereits im Herbst kommen die Hochstämme dann in den Verkauf. Erhältlich sind unterschiedliche Stammhöhen. So gibt es sogenannte Fussstämme mit einer Höhe von 40 cm aber auch Hochstämme von einer Höhe von bis zu 140 cm. Veredelt werden bis zu einer Stammhöhe von hundert Zentimetern vor allem Edel-, Beet- sowie robuste Kleinstrauch- und Bodendeckerrosen. Ebenfalls Strauch-, Englische - und Historische Rosen. Auf höhere Stämme kommen Strauchrosen, mehrmals blühende Kletterrosen und sogenannte Ramblerrosen. Dazu nimmt man gerne Sorten mit relativ weichen Trieben, darunter oft auch einmal blühende, die übrigens malerische Trauerstämme abgeben. Diese erlangen, da sie sehr robust und wuchsfreudig sind, auch wenn sich die Blüte nur auf den Rosenmonat Juni beschränkt, immer mehr an Beliebtheit. Im Herbst ist aber noch nicht Schluss, denn lässt man die abgeblühten Blütenstände stehen, entwickeln sich im Laufe des Sommer bei einfach oder halbgefüllt blühenden Sorten oft unzählige, kleine, rote Hagebutten, die ab September wahre Leuchtfeuer versprühen. Bei auf Hochstämme veredelten mehrmals blühenden Rosen entfernt man nach jeder Blüte die verblühten Dolden, was die Bildung neuer Blüten fördert.



Die stark gefüllten Blüten des mehrmals blühenden Kletterers ‘Eden Rose‘ kommen auf Hochstamm besonders gut zur Geltung.


 







Auch als Stamm ein Hingucker: Die mehrmals blühende Kletterrose ‘New Dawn‘.


Der richtige Standort


Hochstammrosen eignen sich ausgezeichnet fürs Beet. Hier kommen sie besonders gut mit einer Unterpflanzung von Stauden oder weiteren Rosen zur Geltung. Aber auch als Solitaire im Rasen oder in einen grossen Topf gepflanzt beim Hauseingang oder auf der Terrasse können sie über Jahre hinweg Freude bereiten. Wichtig zu wissen: Um in einem Gefäss gut zu gedeihen, verlangt die Pflanze alle drei bis vier Jahre nach neuem, unverbrauchtem Erdreich. In jedem Falle benötigen die anmutig wirkenden Bäumchen einen sonnigen, jedoch nicht zu windigen Standort. Ist letzteres nicht gewährleistet, so können die Stämme an ihrer labilsten Stelle, nämlich dort wo die Rose veredelt wurde, leicht brechen. Zusätzlich sollten sie mit einem Stab oder Holzpfosten, dessen oberes Ende unbedingt über die Veredlungsstelle hinausragen muss, gestützt werden. Geschnitten werden Hochstammrosen wie ihre Artgenossen. Das heisst, eine Strauchrose auf Hochstamm wird wie eine normale Strauchrose und ein Edelrose auf Hochstamm wie eine normale Edelrose geschnitten.



Weisse Blütenkaskaden ergiessen sich bei dem Rambler ‘Félicité et Perpétue‘ Richtung Boden.



Ein atemberaubender Wegbegleiter ist die einmal blühende Strauchrose ‘Raubritter‘ auf Hochstamm.



Sehr adrett wirkt die Floribundarose ‘Deborah‘ auf Hochstamm.

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