Nützlinge und Schädlinge im Gleichgewicht
Die Natur unterscheidet nicht nach nützlich oder schädlich, gut oder böse im Garten. Jedes Insekt, sei es auch mikroskopisch klein, hat seinen festen Platz und seine bestimmte Aufgabe zur Erhaltung des Gleichgewichtes in unseren Gärten.…

Schnecken
Frass - und Schleimspuren verraten die Anwesenheit gefrässiger Schnecken. Schnecken verzehren innert 24h, bis zur Hälfte ihres Körpergewichtes an Pflanzenteilen. Der Ärger über zerfressene Blumen und Pflanzen oder über den unappetitlich aussehenden Salat ist gross. Vorbeugend können sie Schnecken abwehrende Pflanzen als Zwischenkultur aussähen. Es gibt im Handel Mischungen die helfen sollen. Harken Sie im zeitigen Frühjahr die Erde gut auf, die Schnecken kriechen hervor und erfrieren in der Kälte der Nacht. Schneckenkragen oder Zäune können schlimmere Schäden vermeiden. Die nimmersatten Weichtiere stehen aber auch ganz oben auf dem Speiseplan des Igels. Bieten Sie den Igeln eine gerechte Umgebung und einen Unterschlupf unter Laub- oder Holzhaufen unter Hecken oder mit einem Igelhäusschen. Auch Blindschleichen, Kröten und Vögel haben die Schnecken auf ihrer Menukarte. Falls Sie unbedingt Schneckenkörner streuen müssen, verwenden sie "Ferramol", es enthält eine Eisenphosphat Verbindung, ein Wirkstoff der auch in der Natur vorkommt. Ein Ausschleimen findet nicht statt. Die Schnecken fressen die Körner und ziehen sich in ihre Verstecke zurück um dort zu verenden. Die Körner behalten auch bei Regen ihre Wirksamkeit und sind absolut unschädlich für Haus- und Gartentiere!
Dickmaulrüssler
Der Dickmaulrüsser hinterlässt buchtenförmige Spuren an Blatträndern . Die nachtaktiven, flugunfähigen Käfer, verbergen sich Tagsüber im dichten Laub oder im Bodenstreu. Auf seinem Speiseplan stehen Rhododendren, Rosen, Weinreben, Erdbeeren, Kirschlorbeer, Zwergmispeln und noch Dutzende andere Pflanzen. Als sehr wählerisch kann man ihn nun wirklich nicht bezeichnen. Frassschäden an den Blättern sind unschön anzusehen, wirklich schädlich für die Pflanze sind sie indes nicht. Das Problem stellen seine Larven dar. Diese verursachen grosse Schäden im Wurzelbereich. Zuerst fressen sie die feinen Wurzeln. Entwickeln sich die Larven, sind auch die stärkeren Wurzeln bis hin zu den Hauptwurzeln betroffen. Die Pflanze geht ein! Gegen die Larven ist das Ausbringen von Nematoden (Fadenwürmer) hilfreich. Die Nematoden sind die natürlichen Gegenspieler der Dickmaulrüssler-Larven. Die von Nematoden parasitierten Larven färben sich rot und werden abgetötet. In denn Dickmaulrüssler-Larven vermehren sich die Nematoden weiter und können erneut auf die Suche nach Larven gehen. Die Anwendung ist denkbar einfach. Die Fadenwürmer werden einfach ins Giesswasser gegeben und unter allen befallenen Pflanzen ausgebracht. Da die Nematoden an der Sonne sterben, abends oder bei bedecktem Himmel ausgiessen. Danach den Boden ca. zwei Wochen feucht halten. Leider sind die natürlichen Feinde in eng besiedelten Aglomerationen selten geworden. Hauskatzen dezimieren den Bestand an Spitzmäusen, und die Igel finden in zu "aufgeräumten" Gärten kaum mehr einen Lebensraum. Um eine erneute Zuwanderung der Dickmaulrüssler zu vermeiden, ist es angezeigt, dass auch der Nachbar seine befallenen Pflanzen behandelt. Vermeiden Sie nach Möglichkeit den Einsatz von Chemie um die vorhandenen Nützlinge zu schützen.
Ein perfekter Insektenjäger
Die Fledermaus ist ein perfekter Insektenjäger! Frisst sie doch im Verlauf eines Sommer 0,5-1kg Insekten. In der Schweiz leben ca. 30 verschiedene Fledermausarten, mit Ausnahme der Zwergfledermaus befinden sich alle Arten auf der roten Liste der gefährdeten Arten! Es lohnt sich diesen Flugkünstler wieder in unseren Gärten anzusiedeln! Unsere moderne Bauweise bietet der Fledermaus leider kaum mehr Platz um sich anzusiedeln, ein ausgebrachter Fledermausflachkasten kann den vom Aussterben bedrohten Insektenjägern als neues Zuhause dienen.
Läuse
Läuse schädigen die Pflanzen durch ihre Saugtätigkeit erheblich. Die Symbiose zwischen Ameisen und Läusen stellt den Gartenbesitzer vor ein weiteres Problem . Die Ameisen melken die Läuse, der ausgepresste Honigtau stellt für sie eine wichtige Nahrungsgrundlage dar. Im Gegenzug dazu schützen die Ameisen die Läuse vor anderen Räubern und holen auch mal vom Regen weggespühlte Eier der Läuse zurück. Eine schonende Art die Ameisen zu vertreiben soll das Mulchen mit Tomatenblättern und Farnkraut sein. Mulchen bedeutet den Boden mit organischen Material (Reststoffe aus dem Garten) abzudecken. Die Natur macht es uns vor, der Boden ist immer mit Pflanzen, organischen Reststoffen (z.b. Blättern) oder Kräutern bedeckt. Auch eine Bepflanzung mit Lavendel oder Thymian soll helfen die Ameisen zu vertreiben. Die Larven der Schwebefliegen verspeisen bis zu ihrer Verpuppung (in ca. 10 Tagen) 150-900 Blattläuse pro Tag. Sorgen Sie mit der richtigen Pflanzenwahl für einen festen Bestand an Schwebefliegen! Auch der Marienkäfer und seine Larven sind wichtige Helfer wenn es um die Reduzierung von Blattläusen geht! Aufzuchtset für Adalia-Marienkäfer erhalten Sie zum Beispiel bei Andermatt Biogarten AG. (Die Aufzucht-Sets sind zur Aufzucht im Haus gedacht. Deshalb wird auch das nötige (Ersatz)futter mitgeliefert. ) In biologischen Obstplantagen hängen die Obstbauern Schlafgelegenheiten (Ohrwürmer sind nachtaktiv und besiedeln tagsüber die Verstecke) für die Ohrwürmer auf! So etwas ist einfach selbst herzustellen. Ziehen Sie durch das Loch in einem Topfboden einen Draht und füllen Sie dann den Tontopf mit Holzwolle. Anschliessend wird der Draht umgebogen, so dass die Holzwolle hält. Nun können Sie den Topf in einen Obstbaum hängen, die Ohrwürmer werden einziehen und für die Dezimierung der Läuse sorgen. Hängen Sie den Topf nach Feststellung des Befallrückganges in einen anderen Baum ansonsten werden die hungrigen Ohrwürmer zu Vegetariern. Verzichten Sie nach Möglichkeit auf die "Chemiekeule", sie zerstört das perfekt organisierte Gleichgewicht. Wenn es gar nicht ohne Spritzen geht, verwenden Sie biologische Produkte!
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