Was die CO₂-Abgabe dich je Liter Heizöl und je Kubikmeter Gas kostet
120 Franken je Tonne CO₂ sind 31.8 Rappen je Liter Heizöl und rund 25 Rappen je Kubikmeter Erdgas — mit dem Rechenweg, dem Preisanteil und der Rückverteilung.

Auf der Brennstoffrechnung steht eine Zeile mit dem Wort «CO₂-Abgabe», und der Betrag daneben wird bei einer vollen Tankfüllung dreistellig. Auf der Gasrechnung steht dieselbe Zeile, nur viel kleiner. Wie viel es genau ist, musst du niemanden fragen: Der Satz steht in einer Verordnung, und der Weg vom Satz zum Liter ist eine Multiplikation.
Kurzantwort
- Der Abgabesatz beträgt 120 Franken je Tonne CO₂. So steht es im Anhang 11
der CO₂-Verordnung, Fassung mit Stand am 1. Januar 2026.
- Heizöl extraleicht: 318.00 Franken je 1’000 Liter — also 31.8 Rappen je
Liter. Diesen Betrag nennt der Tarif direkt, du musst nichts umrechnen.
- Erdgas: 321.60 Franken je 1’000 Kilogramm. Weil deine Rechnung nicht
Kilogramm zählt, braucht es hier zwei Schritte: rund 25 Rappen je Norm-Kubikmeter, rund 2.2 Rappen je Kilowattstunde.
- Der Anteil am Preis ist sehr verschieden. Beim Ölpreis vom Juli 2026 sind
es rund ein Viertel des Literpreises, beim Gaspreis rund ein Sechstel.
- Ein Teil kommt zurück. 2027 sind es 57 Franken je Person, verrechnet mit
der Krankenkassenprämie — gleich viel für alle, unabhängig vom Verbrauch.
Wie hoch die CO₂-Abgabe 2026 ist und wo sie steht
Artikel 94 Absatz 2 der CO₂-Verordnung sagt nur einen Satz: «Die CO₂-Abgabe wird nach dem Tarif in Anhang 11 erhoben.» Und dieser Anhang trägt die Überschrift «Tarif der CO2-Abgabe auf Brennstoffen: 120 Franken pro Tonne CO2». Der Satz von 120 Franken gilt seit dem 1. Januar 2022; die Fassung der Verordnung mit Stand am 1. Januar 2026 führt keine höhere Stufe.
Darunter folgt eine Liste nach Zolltarifnummern. Sie ist der Grund, warum die Abgabe je Energieträger unterschiedlich hoch ausfällt: Je mehr Kohlenstoff ein Brennstoff enthält, desto mehr CO₂ entsteht bei der Verbrennung und desto höher ist der Ansatz. Heizöl extraleicht steht dort mit 318.00 Franken je 1’000 Liter bei 15 °C, Erdgas in gasförmigem Zustand mit 321.60 Franken je 1’000 Kilogramm.
Was das je Liter Heizöl und je Kubikmeter Gas ausmacht
Beim Öl ist die Sache einfach: 318.00 Franken je 1’000 Liter sind 31.8 Rappen je Liter. Beim Gas nicht, denn der Tarif rechnet nach Gewicht, deine Rechnung aber nach Kubikmetern oder Kilowattstunden. Für die Umrechnung braucht es zwei Zahlen des Bundes: die Dichte von Erdgas — das BAFU nennt für 2023 0.771 Kilogramm je Kubikmeter — und den oberen Heizwert von 40.3 Megajoule je Kubikmeter aus der Gesamtenergiestatistik, was 11.2 Kilowattstunden entspricht. Beim Öl liefert dieselbe Statistik 42.9 Megajoule je Kilogramm, zusammen mit der Dichte von 0.839 Kilogramm je Liter also rund 10 Kilowattstunden je Liter. Die Rechnungen sind unsere, die Ausgangswerte sind die des Bundes.
| Heizöl extraleicht | Erdgas | |
|---|---|---|
| Ansatz laut Anhang 11 | 318.00 Fr. je 1’000 l | 321.60 Fr. je 1’000 kg |
| in gebräuchlicher Einheit | 31.8 Rp. je Liter | rund 24.8 Rp. je Norm-m³ |
| je Kilowattstunde | rund 3.2 Rp. | rund 2.2 Rp. |
| Preis im Juli 2026 (BFS) | 128.94 Fr. je 100 l | 14.57 Rp. je kWh |
| Anteil der Abgabe am Preis | rund 25 Prozent | rund 15 Prozent |
Die Preiszeile stammt aus der Monatsreihe des Bundesamts für Statistik: 128.94 Franken je 100 Liter für eine Bestellmenge von 1’501 bis 3’000 Litern und 14.57 Rappen je Kilowattstunde für einen Haushalt mit 20’000 Kilowattstunden Gas im Jahr, beides Stand Juli 2026.
Der Unterschied im Anteil erklärt sich nicht durch die Abgabe, sondern durch den Energiepreis daneben. Die Abgabe je Kilowattstunde liegt bei beiden Brennstoffen nahe beieinander — beim Öl sogar etwas höher. Nur ist Erdgas je Kilowattstunde deutlich teurer eingekauft, und deshalb fällt derselbe Abgabefranken dort weniger ins Gewicht.
Was die Abgabe im Jahr für dein Haus bedeutet
Ein Einfamilienhaus, das 2’400 Liter Heizöl im Jahr braucht, zahlt 2’400 × 0.318 = 763 Franken CO₂-Abgabe. Das gleiche Haus mit einer Gasheizung und 20’000 Kilowattstunden Verbrauch zahlt 20’000 × 0.0221 = 442 Franken. Beide Beträge stehen auf der Rechnung, und beide sind unabhängig davon, wie gut oder schlecht der Kessel arbeitet — die Abgabe hängt an der gekauften Menge, nicht an der Wärme, die im Haus ankommt.
Genau darum wirkt ein schlechter Nutzungsgrad doppelt. Das Harmonisierte Fördermodell der Kantone rechnet für Ölheizungen mit einem Nutzungsgrad von 0.85 und für Gasheizungen mit 0.90. Von den 3.2 Rappen Abgabe je gekaufter Kilowattstunde Öl werden damit rund 3.7 Rappen je Kilowattstunde Wärme, die im Haus tatsächlich ankommt.
Warum du die Abgabe nicht auf den Preis aufschlagen darfst
Der Preis, den die Statistik und die meisten Händler ausweisen, ist ein Konsumentenpreis. Die CO₂-Abgabe steckt bereits darin — sie wird beim Import erhoben und über die Lieferkette weitergegeben, und auf deiner Rechnung wird sie nur noch ausgewiesen, nicht zusätzlich verlangt. Wer sie in einer eigenen Kostenrechnung noch einmal addiert, macht das Öl um rund einen Viertel der Abgabe zu teuer und die Wärmepumpe entsprechend zu günstig. Das ist der häufigste Rechenfehler in selbst gebauten Heizkostenvergleichen.
Was du zurückbekommst und wohin der Rest fliesst
Die CO₂-Abgabe ist eine Lenkungsabgabe, keine Steuer. Zwei Drittel des Ertrags gehen verbrauchsunabhängig an Bevölkerung und Wirtschaft zurück, ein Drittel fliesst in das Gebäudeprogramm, in die Förderung erneuerbarer Energien und in den Technologiefonds. Das schreibt das BAFU auf seiner Seite zur Abgabe.
Für die Bevölkerung läuft die Rückverteilung über die Krankenversicherer. Im Merkblatt für 2027 nennt das BAFU 527 Millionen Franken für die Bevölkerung, was 57 Franken je Person entspricht — aus der CO₂- und der VOC-Abgabe zusammen. Ein Vierpersonenhaushalt bekommt also 228 Franken gutgeschrieben. Beim Ölhaus aus dem Beispiel oben bleiben damit rund 535 Franken netto, beim Gashaus rund 214 Franken. Wer nicht fossil heizt, bekommt dieselben 228 Franken und zahlt nichts ein.
Worauf keine Abgabe erhoben wird
Die Abgabe trifft fossile Brennstoffe: Heizöl, Erdgas, Kohle und ähnliche. Nicht belastet sind Holz, Pellets und Fernwärme, und auf Treibstoffe wie Benzin und Diesel wird sie nicht erhoben — dort gilt stattdessen eine Kompensationspflicht für Hersteller und Importeure. Strom trägt sie ebenfalls nicht, was aber nicht heisst, dass eine Wärmepumpe ohne Emissionen läuft; sie verlagert sie nur aus dem Haus in den Strommix.
Für Privatpersonen gibt es keine Befreiung. Die drei Befreiungswege des BAFU gelten für Unternehmen mit Emissionshandel, Verminderungsverpflichtung oder Wärme-Kraft-Kopplung — nicht für Eigentümerinnen und Eigentümer eines Einfamilienhauses.
Was heisst das für dich
Nimm deine letzte Brennstoffrechnung und prüf die Zeile: Bei Öl müssen es 31.8 Rappen je Liter sein, bei Gas rund 2.2 Rappen je Kilowattstunde. Weicht der Betrag deutlich ab, lohnt sich eine Nachfrage beim Lieferanten.
Rechne die Abgabe nicht auf den Preis auf, wenn du Heizsysteme vergleichst. Rechne sie stattdessen aus dem Preis heraus, wenn du wissen willst, wie viel der reine Energiepreis ausmacht — das ist der Teil, der sich mit dem Markt bewegt, während die 120 Franken je Tonne stillstehen.
Und behalte die Zahl im Kopf, wenn eine Offerte für den Heizungsersatz auf dem Tisch liegt: 763 Franken im Jahr sind über zwanzig Jahre gerechnet mehr als 15’000 Franken, die eine nicht fossile Anlage gar nicht erst zahlt.
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Quellen
Art. 94 und Anhang 11, Fassung mit Stand am 1. Januar 2026
- Bundesamt für Umwelt: CO₂-Abgabe
- BAFU: Faktenblatt CO2-Emissionsfaktoren des Treibhausgasinventars, April 2024
- Bundesamt für Energie: Schweizerische Gesamtenergiestatistik,
Anhang «Heizwerte der Energieträger»


