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Traditionelle Weihnachtspflanzen

0Antworten181Aufrufevon Redaktion · 17. November 2016letzter Beitrag vor 10 Jahren
  1. Redaktion1’197 Beiträge17. November 2016
    Geheimnisse, Herkunft und Gebrauch




    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Weihnachten, das Fest der Liebe, ist die wichtigste Feier des Christentums. Was oftmals vergessen geht, ist aber, dass das Fest neben katholisch- liturgischen und volkstümlichen Ritualen auch von älteren, heidnischen, spätantiken und altorientalischen Bräuchen und Traditionen aus aller Welt und allen Zeiten geprägt ist. In heutiger Zeit der Geburt des Erlösers Jesus Christus geweiht, war Weihnachten in früheren Kulturen auch das Fest der Wiedergeburt der Sonne und das des Jahreswechsels - vor der Einführung des römischen Kalenders begann das neue Jahr zur Wintersonnenwende, welche astronomisch gesehen jeweils auf den 21. oder 22. Dezember fällt. Auch diverse Geister und keltische Götter wurden ursprünglich geehrt und gefeiert. Aus diesem vielschichtigen Hintergrund entstand auch eine reichhaltige Pflanzensymbolik, welche eng mit Weihnachten verknüpft ist.[/COLOR]


    Die Mistel, Symbol des Friedens

    Schon unsere Vorfahren sagten der immergrünen Pflanze, die hoch oben in den Bäumen wächst, geheimnisvolle Kräfte zu. Bei den Druiden galt die Mistel als heiligste aller Pflanzen – sie wurde deshalb ausschliesslich mit einem goldenen Messer geschnitten. Im Christentum existiert der Mythos, aus dem Holz der Mistel - damals der Legende nach noch ein regelrechter Baum – sei das Kreuz gezimmert worden, an welchem Jesus starb. Aus lauter Scham sei dieser dann zur heutigen Form eingetrocknet und habe sich in ein Gewächs verwandelt, das all denen Gutes bringt, die unter ihm hindurchgehen. So gelten Misteln heute noch in nordischen Ländern als Glücksbringer oder Schutzsymbol, welche zur Wintersonnenwende ihre Kraft entfalten. Auch wir hängen die grüngelben Zweige mit ihren attraktiven Fruchtständen in der Weihnachtszeit über oder an die Eingangstür. In England und den USA werden Misteln hingegen an der Decke aufgehängt. Wer sich darunter trifft, soll sich nach einem alten Brauch küssen. Bei der Mistel handelt es sich um einen immergrünen, kugelig wachsenden, verholzenden Halbparasiten mit einen Durchmesser von bis zu einem Meter. Als Halbschmarotzer entzieht er seinem Wirt zwar Wasser und Nährsalze, bringt ihn in der Regel jedoch nicht zum Absterben. Die in allen Teilen giftige Pflanze wächst langsam und bringt pro Jahr eine paarige Verzweigung mit ein- bis mehrjährigen Laubblättern hervor. Bis sie blüht, dauert es Jahre.



    Die Stechpalme, Sinnbild des ewigen Lebens

    Die Stechpalme verkörpert das Sinnbild des ewigen Lebens und der weisen Voraussicht. Im keltischen Pflanzenritual wurde am Abend der Wintersonnenwende, dem 'Holly day', Stechpalmenzweige als Schutz vor Hexerei, Blitzschlag und Tod im Haus aufgehängt. Als Teil der 'Lebensrute' - ihre roten Beeren verkörperten die weibliche Lebensenergie - vereinten die Druiden Stechpalmen- mit Mistelnzweigen, deren Beeren den männlichen Samen symbolisierte. So wurden beide immergrünen Pflanzen, vereint als 'mystisches Elternpaar', ein wichtiger symbolischer Garant für den kommenden Frühling und das neu erblühende Leben. In Skandinavien hängte man, um Glück ins Haus zu holen, Stechpalmenzweige als beliebtes Wintergrün zum Julfest auf. Mittlerweile zieren sie in ganz Westeuropa als Kränze oder Zweige Türen oder sind auf Grusskarten und Geschenkpapier abgebildet. Die Stechpalme gedeiht am besten im Halbschatten in humosen, durchlässigen Böden, die neutral bis leicht sauer sind. Da das Gehölz relativ langsam wächst, eignet es sich perfekt für die Topfkultur. Die Farbpalette der Blätter deckt nicht nur eine ganze Reihe von Grüntönen ab, auch buntlaubige Sorten sind vertreten. Da die meisten Arten zweihäusig sind, tragen nur die weiblichen Pflanzen Früchte in Form von attraktiven Scheinbeeren in Gelb, Rot oder Schwarzblau.





    Christrose, Orakelblume für den Neubeginn

    Um die Christrose (Helleborus Niger), auch schwarzer Nieswurz genannt, ranken sich zahlreiche Mythen und Legende. Laut einer Sage soll einer der Hirten, die unterwegs nach Bethlehem waren, so arm gewesen sein, dass er nicht einmal ein Geschenk für das Jesuskind hatte. Da es Winter war, wuchs auch keine Blume am Wegesrand. Darüber war der Hirte so traurig, dass er niederkniete und zu weinen begann. Seine Tränen benetzten die kalte, gefrorene Erde, und aus ihr sprossen weisse Christrosenblüten. Erfreut brach der Hirte diese ab und brachte sie dem Jesuskinde zum Geschenke mit. Da Christrosen der Kälte trotzen, wurden sie früher zur Schadensabwehr vor den Stall gepflanzt oder an die Türe gehängt. Dies sollte das Vieh vor Seuchen schützen. Wegen der Blüte zur Wintersonnenwende galt sie als 'Orakelblume', die den Beginn eines neuen Wachstumszyklus für das kommende Erntejahr anzeigte. In England verkörpert die Christrose die Weihnachtsrose schlechthin. Als Sträusse oder in Töpfen dekorieren sie mittlerweile auch bei uns zur Weihnachtszeit das Heim. Heimisch ist die Christrose im Tessin, wo sie in milden Lagen bereits zur Weihnachtszeit ihre zarten, weissen Blüten entfaltet. Ihre fein gemahlenen Wurzeln wurden früher als Niespulver genutzt. Im Garten bevorzugt sie einen feuchten, humosen, durchlässigen Boden in halbschattiger Lage.





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