[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Einer Sage aus dem Mittelalter zufolge soll die seltene Pflanze so entstanden sein: «Ein armer Hirte auf dem Weg nach Betlehem zur Krippe hatte kein Geschenk, das er dem Jesus-Kind bringen konnte. Wegen der kalten Jahreszeit konnte er auch keine Blumen pflücken und weinte darum sehr. Als seine Tränen den Boden benetzten, bildeten sich dort Pflanzen mit grossen Blüten, schön wie schneeweisse Rosen. Glücklich brachte er diese ‹Rosen› als Geschenk mit.» Obwohl die Christrosen eigentlich «normalerweise» nicht zur Weihnachtszeit blühen, sind sie doch seit alters her ein Symbol für Weihnachten.[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]Christrosen (Helleborus niger), auch als Schneerose bekannt, sind in der Adventszeit von grossem Symbolcharakter, man findet sie nicht nur im Garten-Center und der Gärtnerei als Topfpflanze, sondern ebenso in Blumenläden und beim Floristen. Als Schnittblumen sind sie gerade kurz vor Weihnachten besonders gefragt. Obwohl sie eigentlich von Natur aus erst kurz nach der Schneeschmelze im Vorfrühling blühen sollten, sind sie Dank gärtnerischem Geschick schon im Dezember reichblühend für den Verkauf bereit. Durch die vegetativ vermehrten «Helleborus Gold Collection» (HGC) wurden in den letzten Jahren neue Massstäbe in der Helleborus-Kultur gesetzt. Dabei handelt es sich um Hybriden aus den Christrosenarten H. niger und H. argutifolius. Sortenechte, einheitlich blühende Christrosen bieten neue Möglichkeiten in der Produktion und anschliessender Verwendung auf Balkon, Terrasse und in Gärten. Von den vielen Klonen bestehen aber nur wenige die strengen Prüfungen der Fachleute und später der Pflanzenliebhaber. Ausser den Christrosen, die bereits im Winter blühen, gibt es weitere Helleborus-Arten wie Palmblatt-Nieswurz (H. foetidus), Orientalische-Nieswurz (H. orientalis) oder die Korsische Nieswurz (H. argutifolius), die erst im Frühling ab Februar Blüten zeigen.[/COLOR]
Die HGC ‘Pink Frost’® ist eine Helleboruskreuzung mit wundervollen zartrosa Blüten, welche sich beim Abblühen rot verfärben.
Relikte der Eiszeit
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Sobald die letzte Eiszeit vor etwa 21 000 Jahren ihren Höhepunkt erreicht hatte, wanderten die Christrosen wie viele andere Pflanzen langsam entlang der zurückweichenden Eiszonen Richtung Norden. Als es wärmer wurde, wollten sie die eroberten Gebiete nicht ohne Weiteres wieder freigeben und passten sich mehr und mehr den neuen Bedingungen an. Durch eine Absenkung des Saftdrucks in den oberirdischen, immergrünen Pflanzenteilen können sie dem Frost Wiederstand leisten. Am Morgen liegen die Blätter oft wie welk am Boden und richten sich untertags wieder auf. Darum ist der richtig gewählte Standort der Helleborus wichtig. Sie sind dann sehr widerstandsfähig und von tierischen oder pilzlichen Schaderregern sicher. Christrosen braucht man normalerweise nicht zu schneiden. In aller Regel entfernt man nur verwelkte (braune) Blätter und die Blüten erst dann, wenn sie unansehnlich geworden sind. Oft reifen unerwünschte Samen, die sich durch Selbstaussaat verbreiten. Von den HGC-Sorten gehören nach Meinung der Experten die ‘Jakob’-Typen, allen voran ‘Jakob-Classic’®, zu den besten. Neu sind die «HGC Early Spring»-Hybriden. Es handelt sich um Art-Hybriden, oft mit H. orientalis-Blut. Sie blühen erst im frühen Frühling und mit ‘Pink Frost’ und ‘Pink Beauty’ kamen letztes Jahr die ersten in den Handel. Im Garten haben sie ein grosses Zukunftspotenzial![/COLOR]
Die Blüten dieser Lenzrose (Helleborus orientalis - Hybr. ‘Blue Metallica Lady’) werden mit einem purpurbläulichen Schimmer durchzogen. Ein eindrucksvoller Winter- und Frühlingsblüher
Helleborus als Schnittblume
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Achtung! Christrosen sind giftig. Ein Arbeiten mit Handschuhen und ein gutes Reinigen der Hände sind wichtig. Für Schnittblumen verwendet man am besten eine reichblühende Sorte mit langen Blütenstielen. Es haben sich vor allem die Christrosen der ʽJacob’-Serie bewährt. Sie zeichnen sich durch eine besonders frühe Blüte schon ab November aus, sodass sie im Gegensatz zu Wildarten zuverlässig zur Adventszeit in voller Blüte stehen. Um Christrosen für die Vase zu schneiden, pflanzt man sie in einen Topf und stellt sie bei tieferem Frost oder starkem Schneefall vorübergehend in ein Kalthaus. Der Standort muss sehr hell sein, da die Blätter immergrün sind.[/COLOR]
Die Hybride ‘Silvermoon’ stammt aus der HGC-Collection und blüht bereits vor Weihnachten.
Tipps für den Winterplatz
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Als wochenlang blühender Schmuck sind die Christrosen beliebt. Bei mildem Wetter können sie dann in den Garten ausgepflanzt werden. Sie wollen keine volle Sonne, aber einen hellen, windgeschützten Standort. Ab minus 5 °C sollte man Topfpflanzen sicherheitshalber in einen ungeheizten, kalten aber hellen Raum stellen. Neu erworbene Christrosen erst bei frostfreiem Wetter und bedecktem Himmel rausstellen, um sie so an die tieferen Temperaturen und das wesentlich hellere Licht zu gewöhnen. Ohne Abhärten können die Blätter verbrennen und die Blüten schneller verblühen. Bei starkem Frost neigen sich die Blütenstiele nach unten, und die Christrosen sehen erbärmlich und wie erfroren aus. Nach dem Frost lässt man sie langsam ohne Sonne auftauen und sie richten sich wieder auf.[/COLOR]
Nicht fürs Zimmer geeignet
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Für die Überwinterung als Zimmerpflanze eignen sich Christrosen nicht, da es sich um Freilandstauden handelt. Im Zimmer können sie kurzzeitig kühl, wie Alpenveilchen und Azaleen, gehalten werden. Im Winter möglichst wenig giessen, man wartet bis die oberste Erdschicht wieder trocken ist. Man sollte sie aber auch nicht völlig austrocknen lassen und nicht düngen.[/COLOR]
Gute Nachbarschaft
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Zu den Christrosen passen ebenso wintergrüne Stauden und Gehölze, zur gleichen Zeit blühende Frühjahrszwiebeln (z. B. Hyazinthen, Winterlinge, Krokus) und insbesondere niedrige Waldstauden, die keine Konkurrenz darstellen wie Leberblümchen (Hepatica) oder Veilchen (Viola).[/COLOR]
Die immergrünen Blätter der Palmblatt- Christrose (Helleborus foetidus) sind das ganze Jahr über dekorativ, hier im Zusammenspiel mit Blättern des Kaukasus-Vergissmeinicht (Brunnera)
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