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Christrosen - Helleborus

0Antworten187Aufrufevon Redaktion · 22. November 2016letzter Beitrag vor 10 Jahren
  1. Redaktion1’197 Beiträge22. November 2016
    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Ab Anfang November stehen auf den Verkaufstischen von Gartencentern und Blumenläden Christrosen (Helleborus niger) und warten auf Käufer.[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]Wenn die anderen Stauden ihren Winterschlaf halten, wird sich der Gartenfreund an den wundervollen weissen Blüten von Helleborus niger, der Christrose erfreuen, die auch Christblume, Schwarze Nieswurz oder Schneerose heisst. Sie ist unbestritten die Königin der Helleborus-Arten.[/COLOR]


    Herkunft und Verbreitung


    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Es ist wahrscheinlich, dass die Helleborus-Arten während der Kreidezeit in Südostasien entstanden. Durch Anpassungen vom Warmzeitklima in eine Kaltzeit entwickelten sie die Fähigkeit, die Wachstums- und Blütezeit aufzuschieben. Als die Gletscher der Eiszeit zurückschmolzen, wurde neues Land für die Besiedlung frei. Pflanzen und Tiere drangen gegen Nordwesten dem kühleren Europa entgegen. Helleborus behielt die Eigenschaft, mit Wachstum und Blühen erst ab einer bestimmten Mindesttemperatur zu beginnen. Damit wird das Risiko zu früh auszutreiben herabgesetzt. Zudem können sie den Gefrierpunkt heruntersetzten, indem sie den Saft aufzuckern. [/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]Die Gattung Helleborus kommt nur in Europa und Asien vor. Der Balkan ist eine richtige Fundgrube für die ursprünglichen Arten. Im Tessin sind die Böden ganzer Wälder mit H. niger bedeckt. Im Jura, im westlichen Mittelland, in den nördlichen Voralpen, im westlichen Wallis und im Südtessin wächst H. foetidus. Mancherorts haben sich die H. Hybriden - die "Lenzrosen" - durch Selbstaussaat verbreitet.[/COLOR]




    Geschichte / Mythologie


    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Volkstümliche Namen wie Christrose, Schneerose, Orakelblume oder Nieswurz deuten auf eine mythologische Tradition hin. Es verwundert nicht, dass Geschichten und Legenden über den Helleborus niger zahlreich sind. Er war in alten Zeiten Bestandteil von Hexensalben. Eine Helleborus-Salbe versprach ewige Jugend, und Christrosen-Pulver sollte unsichtbar machen. Die Nieswurz wurde von Alchemisten auch gegen Geisteskrankheiten angewendet. Um böse Geister und Krankheiten aus dem Körper loszuwerden, schnupfte man Nieswurzpulver und hoffte, das Niesen bringe den gewünschten Effekt. Dies ist aber wegen der hohen Giftigkeit nicht zu empfehlen. Mit Hilfe von Helleborus wurde Jahre 600 v. Chr. sogar ein Krieg beendet. Hübsch ist die Erzählung nach der einer der Hirten die auf dem Weg nach Bethlehem waren, kein Geschenk bei sich trug. Weil er nichts besass und zur kalten Winterzeit auch keine Blumen fand, weinte er bitterlich. Es fielen Tränen auf die Erde und aus ihnen entsprossen Blüten so schön wie Rosen. Glückselig überbrachte der Hirte die "Christ-Rose" als Geschenk dem Jesus-Kind.[/COLOR]




     



     





    Einzelne Arten


    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Die Gattung Helleborus gehört zur Familie der Hahnenfussgewächse (Ranunculaceae). In die gleiche Familie gehören z.B. auch Scharbockskraut, Butterblume, Hahnenfuss, Paeonien und Eisenhut. Der Name "Hahnenfuss" kommt wohl daher, dass die Blätter, wenn sie herunterhängen, einem Vogelfuss ähnlich sehen. [/COLOR]


    Helleborus foetidus


    H. foetidus, die stinkende Nieswurz, ist eine einheimische Staude. Offenbar ist sie in der Auswahl des Bodens nicht immer wählerisch. Sie kommt vor allem in lichten Laubwäldern auf Kalkboden vor und wächst bevorzugt am Waldrand. Sie blüht von März bis April, bevorzugt schwach saure Böden und mässige Feuchtigkeit. In Weissenstein bei Solothurn findet man H. foetidus sogar auf Jura Kalk. In naturnahen Gärten wird der Helleborus foetidus gerne als Ganzjahres-Pflanze gesetzt. Bei vielen Gartenarchitekten ist die Nieswurz beliebtt, da sie sich sehr effektvoll auch für kleine Gärten einsetzen lässt.
    Inzwischen gibt es verschiedene Züchtungen, wie zum Beispiel: 'Gold Bullion' mit goldgelben Blättern und 'Western Flisk' mit rot gefärbten Blattstielen und dunkel graugrünen Blättern in verschiedenen Variationen bezüglich Farbe und Grösse. Es soll sogar eine panaschierte Variante geben. 




    Helleborus niger


    H. niger ist in der Schweiz nur im südlichsten Tessin beheimatet. Von Dezember bis März blüht er auf Höhen bis gegen 1'500 m ü.M. H. niger ist eine Waldpflanze, die Halbschatten, mässige Trockenheit und eher basischen Boden anzeigt. Er ist von Kalk und Magnesium abhängig. Im Garten setzt man ihn am besten an ein halbschattiges und vor austrocknenden Winden geschütztes Plätzchen und der Boden sollte frisch und kalkhaltig sein. 


    Helleborus viridis


    H. viridis, die von Februar bis April blüht, ist am häufigsten im Südtessin, aber auch auf einer Linie von Schaffhausen über Chur nach Como zu finden. Auch im Jura und um den Vierwaldstättersee tritt sie zerstreut auf. 


    Helleborus orientalis


    H. orientalis, die östliche Nieswurz kommt in der Schweiz kultiviert und nur selten verwildert vor. Ihre Blütezeit dauert von (Februar) März bis in den April hinein. Sie stammt aus Kleinasien, der Nordtürkei, dem Zentral- und Westkaukasus und Nordgriechenland. 


    Helleborus Hybriden


    Die Gartensorte Lenzrosen (H. Hybriden), stellt an Standort und Boden keine grossen Ansprüche. Ob im tiefen, im lichten Schatten, unter Bäumen oder fast in der vollen Sonne gepflanzt, spielt dieser Staude keine grosse Rolle.




     





     



    Pflege


    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Einmal gut angewachsen, brauchen die Helleborus nicht viel Pflege aber sie vertragen keine Staunässe. Als Dünger im Frühling dient reifer Kompost und etwas Algenkalk.Tierische Schädlinge bereiten keine grossen Sorgen. Selten treten Blattläuse auf. Sie können mit den üblichen Mitteln behandelt werden.[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]Viel mehr Schaden als die tierischen Schädlinge richten Pilze an. Sie verursachen den Zerfall grosser Gewebeteile bis zur Zerstörung der ganzen Pflanze. Wenn Teile einer Pflanze befallen sind, müssen diese unverzüglich verbrannt werden. Vorbeugend, sobald die ersten Blüten sich öffnen, schneide ich bei meinen Lenzrosen alle Blätter des Vorjahres ab. Diese sollen nicht auf dem Kompost landen, sondern mit dem Hausabfall entsorgt werden. Die Pflanzen können bei Pilzbefall auch mit einem Fungizid behandelt werden.[/COLOR]


    Kombinationen


    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Helleborus können sehr geht mit verschiedenen Frühlingsblühern wie Krokussen, Winterlingen, Schneeglöcklein, Narzissen, Tulpen und vielen mehr, kombiniert werden.Bei den Stauden sind (fast) keine Grenzen gesetzt. So eignen sich im Frühling z.B. Bergenien, , Lungenkraut und Frühlingsanemonen hervorragend. Im Sommer sehen Frauenmantel, Akelei, Fingerhut, Hostas und viele Stauden mehr in einer gemischten Rabatte immer hübsch aus.Auch Gehölze können sehr gut verwendet werden. Stehen Bäume in einem Garten dann können diese als "Gerüst" dienen. Ob als Unterpflanzung von grösseren Obst- und anderen Bäumen oder auch unter laubabwerfenden Sträuchern sehen Helleborus-Arten sehr schön aus. Ihre Blüten kommen dort, bevor die Sträucher treiben, gut zur Geltung.[/COLOR]


    Vermehrung der Helleborus Hybriden (Lenzrosen)


    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Blühende, schöne Pflanzen sind recht teuer. Das ist berechtigt, weil die Vermehrung nicht einfach ist. Ab Februar gibt es einzelne Hybriden in vielen Gärtnereien und Garteneinkaufszentren zu kaufen. Es lohnt sich, die Augen offen zu halten!Ein grosser Helleborus-Horst kann im September geteilt werden. Dazu muss die ganze Staude ausgegraben und in einzelne Stücke geteilt werden. Es kann sein, dass die so geteilten Pflanzen erst im übernächsten Jahr wieder blühen. Es ist wichtig, dass Helleborus flach, gesetzt werden. Zu tief gesetzte Pflanzen blühen nicht gut oder gar nicht.[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]Die Vermehrung aus Samen ist eine aufregende Sache! Es ist empfehlenswert, den Samen innerhalb von 2 bis 3 Wochen nach der Ernte auszusäen. Gemäss Literaturangaben haben die frischen Samen bei Aussaat im Juni bis September eine Keimfähigkeit von 80%. Bis Oktober sinkt die Keimfähigkeit deutlich unter 50%.[/COLOR]

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