[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Alljährlich im Dezember werden auf Weihnachtmärkten und Gartencenter Misteln zum Kauf angeboten. Versehen mit einer dekorativen Schleife zieren sie dann während der Weihnachtszeit vor allem unsere Hauseingänge.Seit frühester Zeit existieren zahlreiche Mythen und Legenden um die Mistel. Auch unsere Vorfahren sagten der immergrünen Pflanze, die hoch oben in den Bäumen wächst, geheimnisvolle Kräfte zu. Man war der festen Überzeugung, dass sie vor Feuer schütze und Hexen sowie bösen Geistern den Einlass ins Haus verwehre, und sie deshalb an Hauswände hängte. Besonders bei Druiden, Hohenpriester in Gallien und Britannien galt sie als die heiligste aller Pflanzen und wurden nur mit einem goldenen Messer geschnitten. Im Christentum soll die Mistel ursprünglich ein Baum gewesen sein, aus dessen Holz das Kreuz, an dem Jesus starb, gefertigt war. Aus lauter Scham trocknete dieser ein und verwandelte sich in jene Pflanze, die all denen Gutes bringt, die unter ihr hindurchgehen. So war man der festen Überzeugung, dass die Mistel Glück bringe. Jedoch nur demjenigen, der sie als Geschenk erhielt. In nordischen Ländern ist es bis heute ein weit verbreiteter Brauch, zur Wintersonnenwende Misteln auf unterschiedlichste Weise als Schutzsymbol und Glücksbringer zu nutzen.[/COLOR]
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]In England, wie auch in der USA werden Misteln aufgehängt. Menschen, die sich unter ihr treffen, sollen sich nach einem alten Brauch küssen. Sie ist ein Symbol des Friedens und auch bei den ärgsten Feinden soll es zu einer Versöhnung kommen. Aus diesem Grunde werden auch heute noch in der Weihnachtszeit die gelbgrünen Zweige mit ihren attraktiven Fruchtständen über Türen gehängt. Bereits im Mittelalter gehörte die Mistel zu den wichtigsten Heilpflanzen, welche vor allem zur Behandlung von Fallsucht Verwendung fand. Heute werden ihre Inhaltsstoffe, die vorwiegend aus den Blättern und Zweigen gewonnen werden und denen eine blutdrucksenkende sowie krampflösende Wirkung nachgesagt wird, als alternativmedizinische Behandlungsmethode bei bösartigen Tumoren eingesetzt. Bei der Mistel handelt es sich um einen in allen Pflanzenteilen, giftigen - die Beeren enthalten nur sehr geringe toxische Stoffe - immergrünen, kugeligwachsenden, verholzenden Halbparasit, der einen Durchmesser von bis zu einem Meter erreichen kann. Sie gehört zur Familie der Sandelholzgewächse und ist mit vielen Unterarten in fast ganz Europa und weltweit in tropischen, subtropischen sowie gemässigten Zonen, teilweise bis in Höhenlagen von 1200 Metern, anzutreffen. Bei uns sind drei Arten beheimatet. Die Laubholzmistel, (Viscum album subsp. Album), finden wir beispielsweise auf Apfelbäumen, Weissdorn, Ahorn, Linden und Pappeln, nicht aber auf Süsskirschen- und Pflaumenbäumen. Von Februar bis Mai zeigen sich in den Zweiggabeln unscheinbare, zu drei bis fünf, in Knäueln angeordnete, gelbgrüne Blüten. Aus ihnen entwickeln sich während des Sommers runde Scheinbeeren, die einen bis zwei Samen enthalten. Diese Art trägt als einzige weisse Beeren und Samen. Die Tannenmistel (Viscum album subsp. abietis) hat als Wirt die Weißtanne ausgewählt. Sie trägt weisse Beeren mit grünen Samen, und die Föhrenmistel, (Viscum album subsp. austriacum), trägt gelbliche Beeren. Da das Samenkorn von zähem, klebrigem Fruchtfleisch umschlossen ist, welches Vögeln als Nahrung dient, wird diese hauptsächlich durch Verdauungsausbreitung verteilt. Oft haftet der Samen aber auch an ihren Schnäbeln. Diese werden bei der Reinigung durch Reiben an den Ästen abgestreift und bleiben so an der Rinde haften. [/COLOR]
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Als Halbschmarotzer entzieht die Mistel ihrem Wirt Wasser und Nährsalze, in dem sie Senkerwurzeln in diesen lassen. In der Regel bringen Misteln den Wirtsbaum nicht zum Absterben. Ein sehr starker Befall kann jedoch dazu führen, dass die Wasserversorgung oberhalb der Pflanze nicht mehr gewährleistet ist und so einzelne Äste eingehen. Wenn Sie selber Misteln ziehen möchten, benötigen Sie möglichst viele frische Scheinbeeren und eine tüchtige Portion Geduld. Die Beeren werden an einem trockenen Tag im Dezember zwischen den Fingern zerdrückt und anschliessend wird der Samen mit dem zähen Schleim an die Rinde einjähriger Zweige gesetzt, wobei darauf geachtet wird, dass ein Schleimfaden zur sicheren Befestigung einige Male um den Zweig gewickelt wird. Innert kurzer Zeit trocknet dieser aus und verbindet so den Samen fest mit seinem Wirt. Im darauffolgenden März wächst aus dem Samen ein am Ende verdicktes Füsschen, das sich sogleich zum Ast hin wendet. Wenn dieses nun mit der Rinde in Kontakt kommt, bildet sich daraus eine Haftscheibe, aus welcher der erste Senker in den Ast eindringt. Bis im nächsten Frühjahr verharrt nun der Keimling so. Nun bildet sich die Primärwurzel und anschliessend entfalten sich die ersten Keimblätter, welche, sobald das erste Laubblattpaar entstanden ist, abfallen. Ab diesem Zeitpunkt bildet die Mistel Jahr für Jahr, in immer paariger Verzweigung, etagenweise neue gelbgrüne, ein- bis mehrjährige Laubblattpaare, es dauert jedoch mehrere Jahre, bis sich die ersten Blüten zeigen.[/COLOR]
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