Regenwasser für WC-Spülung und Waschmaschine
Umfrage
Eine Regenwasser-Anlage würde ich...
- ... für die WC-Spülung verwenden9 Stimmen · 5 %
- ... für die Waschmaschine verwenden115 Stimmen · 69 %
- ... für die Gartenbewässerung verwenden84 Stimmen · 50 %
- ... nie im Leben investieren133 Stimmen · 80 %
- ... wäre mir bis 5'000.- Wert16 Stimmen · 10 %
- ... wäre mir bis 10'000.- Wert57 Stimmen · 34 %
- ... wäre mir bis 15'000.- Wert37 Stimmen · 22 %
- ... wäre mir bis 20'000.- Wert15 Stimmen · 9 %
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- HEUREKA97 Beiträge27. Dezember 2006
- Raphael768 Beiträge18. September 2008ich hänge mich da mal ganz frech mit dran, wenn ich darf.
Irgendwo (?) hatte ich mal gelesen, dass ein Regenwassertank fürs Klo etc. ökologisch nicht sinnvoll sei, da es u.a. vermehrt zu Problemen kommt mit den Zu- und Ableitungen, die zu wenig Wasser führen, und es in unseren Breitengraden, wo genügend Wasser mit wenig Energieaufwand zum Haus transportiert werden kann, auch so gesehen keinen Sinn macht. Was denkt ihr dazu?
- Pfälzer9’908 Beiträge18. September 2008Hallo Raphael,
dieser Logik kann ich nicht folgen!
Ein Regenwassertank wird ja zu 100% nicht "nur für das WC", sondern auch für den Garten und Terrassen/Hofbereich vorgesehen und verwendet. Dass man dabei auch die WC-Einspeisung bedient ist da eher eine weitere, sinnvolle Möglichkeit sauberes, kostbares Trinkwasser einzusparen !!, sonst nichts.
Die dadurch zusätzlich eingesparten Wassergebühren (Bezugskosten) für die WC-Nutzung sind dabei ein schöner Nebeneffekt. Auch wenn man bedenkt, dass für´s WC rund 30% des Wasserverbrauchs zu Buche schlagen.
Gruß vom Pfälzer
- aristocat610 Beiträge18. September 2008@Pfälzer (oder auch andere)
Ist es eigentlich auch möglich, so ein Regenwassertank für WC und Waschmaschine nachträglich zu installieren? (Sorry, dass ich dazu diesen Thread missbrauche)
- wellingtonia2’316 Beiträge18. September 2008Hallo Raphael
Das Leitungswasser im Bereich Jura hat Härtegrade bis zu 56°f.H.
Mit solchem Wasser geht früher oder später ohne entsprechende Massnahmen alles kaputt (Heizeinsätze, Wasserleitungen, Boiler, sämtliche Sanitärarmaturen, Wäsche etc.).
http://www.haus-forum.ch/umbauen-und-renovieren/3309-totalrenovation-eines-hauses-von-1756-a.html#post52656
Bei meiner Investition von Fr. 3500.- (Regentank's, Feinfilter, Konstruktion) und ca. Fr. 2000.- für separate Leitungsführung sowie ca. Fr. 2000.- Spezialausführung Waschmaschine mit mehreren Anschlüssen habe ich die Kosten aufgrund der Wasser-/Abwassereinsparungein innerhalb von 10 Jahren voll amortisiert.
Die zusätzlichen Nebeneffekte:
weniger Waschmittel da mit "weichem" Wasser gewaschen wird
die angeschlossenen Geräte haben eine viel längere Lebensdauer und müssen nie entkalt werden
die Wäsche wird nicht schnell alt und brüchig
die Umwelt wird durch weniger Waschmittel geringer belastet
kostbares, teures Trinkwasser wird eingespart
Andy
- Pfälzer9’908 Beiträge18. September 2008
@Pfälzer (oder auch andere)
Hallo aristocat,
Ist es eigentlich auch möglich, so ein Regenwassertank für WC und Waschmaschine nachträglich zu installieren? (Sorry, dass ich dazu diesen Thread missbrauche)
grundsätzlich immer! Es ist nur eine Frage des Aufwands den man dafür betreiben möchte oder ob die Platzsituation dies zulässt?
Bei der WC-Einspeisung aber nur dann, wenn die damaligen Zuleitungen separat von einem zugänglichen Verteiler, zu den jeweiligen Anlagen geführt wurden! Diese Leitungen müssen dann vom normalen Trinkwassernetz abgenommen werden und anschließend nur noch vom Regenwasser gespeist werden!
Wenn dies möglich ist, oder bei einer passenden Renovierung kein Problem darstellt, dann ist dies natürlich machbar. Wenn nicht, dann bliebe nur noch der Außeneinsatz für die Gartenflächen.
Gruß vom Pfälzer
- Lefthander38 Beiträge21. September 2008
ich hänge mich da mal ganz frech mit dran, wenn ich darf.
Eine Studie der ETH Lausanne im Auftrag der Bundesamtes für Umwelt besagt tatsächlich, dass die Regenwassernutzung nur dort ökologisch und wirtschaftlich Sinn macht, wo die Trinkwasseraufbereitung aufwändig ist (z.B. von See- zu Trinkwasser, tiefes Grundwasser, etc.), oder der Transport zu den Häusern einen grossen Energieaufwand bedeutet. In Gemeinden mit frei zufliessendem Quellwasser sei die Regenwassernutzung kein Vorteil.
Irgendwo (?) hatte ich mal gelesen, dass ein Regenwassertank fürs Klo etc. ökologisch nicht sinnvoll sei, da es u.a. vermehrt zu Problemen kommt mit den Zu- und Ableitungen, die zu wenig Wasser führen, und es in unseren Breitengraden, wo genügend Wasser mit wenig Energieaufwand zum Haus transportiert werden kann, auch so gesehen keinen Sinn macht. Was denkt ihr dazu?
Dies wurde im Forum in einem anderen Threat auch schon mal beschrieben.
Wir wohnen in einem Ort mit einfach zugänglichem Quellwasser, dennoch überlegen wir uns einen (simplen) Regenwassersammler anzuschaffen, zumindest fürs Gartenspritzen...
- Raphael768 Beiträge22. September 2008danke! Hat mich mein Oberstübchen doch nicht betrogen!
Hier ein Link, 2.-letzte Seite ist wirklich interessant:
http://www.bafu.admin.ch/php/modules/shop/files/pdf/phpyqGZ2s.pdf
daraus:
Die Erstellung einer Regenwassernutzungsanlage [...] hat mehr Nachteile als Vorteile, wenn sich das Gebäude in einem Gebiet mit grossen Wasservorkommen befindet oder die Versickerung des Regenwassers möglich ist.
- marc9 Beiträge22. September 2008Also für mich ist die Studie und die Aussage vom BUWAL ?Regenwasser-nutzung im Einfamilienhaus ist nur selten sinnvoll? absolut nicht nahvollziehbar. Bei der Nutzung von natürlichen Ressourcen sei das Wasser, Sonne, Wind etc., darf einfach nicht nur der Kosten-Nutzenaspekt betrachtet werden. Es ist sicher nicht abzustreiten, das bei diesen Investitionen ein gewisser Idealismus mitspielen muss der nicht in jedes Baubudget passt. Schon allein die Tatsache dass heute in einem durchschnittlichen Haushalt ca. 30% des Wasserbedarfs nur für die WC-Spühlung verbraucht wird, war uns aber diese Mehrinvestition wert. Das Regenwasser ungenutzt via Dach in die Kanalisation abzulassen, empfinde ich persönlich als der viel grössere ökologisch- und ökonomische Blödsinn.
- Raphael768 Beiträge22. September 2008Ihr dürft nicht vergessen, dass die Zuwasserkanäle bereits heute teilweise zu wenig Wasser führen und deshalb aufwändig gereinigt werden müssen!
- marc9 Beiträge22. September 2008
Ihr dürft nicht vergessen, dass die Zuwasserkanäle bereits heute teilweise zu wenig Wasser führen und deshalb aufwändig gereinigt werden müssen!
@Raphael
Sorry, bin nur ein einfacher Informatiker. Was verstehst du unter "Zuwasserkanälen"? Also mein "Zuwasser" kommt über die normale Druckwasserleitung von der Gemeinde.
Beim Abwasser produziere ich Mengenmässig absolut gleichviel, mit oder ohne Regennutzung. Einzig, ich nutze das Regenwasser bevor ich es def. die Kanalisation runterlasse. Also wo genau geht da Wasser weg welches dann den "Zuwasserkanälen" fehlt? /emoticons/default_additional/70.gif
Grüsse Marc
- john_w641’215 Beiträge24. September 2008Mal eine Verständnisfrage - geht Regenwasser bei Neubauten noch in die Kanalisation oder muss das nicht irgendwie vesickern? Oder gbit es gar 2 Leitungssysteme der Gemeinde? Abwasser und Regenwasser ist ja vom Klärbedarf her schon ein Unterschied!
- Feminato207 Beiträge24. September 2008Klärung
Je nach Baugrund und Lage des Grundstückes sind verschiedene Systeme angesagt.
Versickerung von Dachwasser ist aber in jedem Fall 1. Prio.
Wie das Grundstück entwässsert werden soll ist im GEP (Genereller Entwässerungs Plan) festgehalten. Diesen kann man auf der Gemeinde einsehen. Aus diesem strategischen Planungsinstrument ist ersichtlich ob das Grundstück im Trenn- oder Mischsystem entwässert werden muss. Die Liegenschaft ist aber in jedem Fall bis zur Grundstückgrenze im Trennsystem zu entwässern.
Gruss Feminato🙂
- felix.hasler26 Beiträge28. September 2008Die Frage "rechnet es sich" darf man sich bei der Regenwassernutzung nicht absolut stellen. 1980 war Oel so billig, dass eine anständige Wärmedämmung sich auch nicht gerechnet hat, wer damals gespart hat, zahlt heute entsprechend mehr ! Wie kurzfristig sich die Randbedingungen ändern sehen wir bei den Strompreisen. Ich warte auf den Heilsprediger, der uns tiefere Wasserkosten infolge der Liberalisierung des Wassermarktes prophezeit.
Wir nutzen das Abwasser ab rund 85 m2 Dachfläche. Das Flachdach ist nur mit Kies belegt, keine extensive Begrünung. Im Keller sind 3 m3 Tank als Speicher vorhanden.
Am Regenwasser angeschlossen sind WC, Geschirrwaschmaschine (Standardausführung), Waschmaschine (Standardausführung) und Garten.
In unserer Wohngemeinde Magden ist man zur Zeit noch etwas ratlos, wie die Regenwassernutzung für die Abwassergebühren anzurechnen ist, fairerweise werden wir irgendwann die Abwassergebühren aufgrund der Wasseruhr und des für WC, etc benutzten Regenwassers bezahlen.
Fazit : Rein betragsmässig rechnet sich die Regenwassernutzung nicht. Aus grundsätzlichen Ueberlegungen macht es für uns aber keinen Sinn, zu Trinkwasser aufbereitetes Wasser einfach via WC, Geschirrwaschmaschine, Waschmaschine zu vernichten. Natürlich fliesst am Jura das Trinkwasser aus allen möglichen Quellen, aber es kann auch für eine rasch wachsende Gemeinde interessant sein, bei Neubauquartieren weniger Trinkwasser zuführen zu müssen.
Bei unserem ersten Haus (1994) konnten wir uns die Regenwassernutzung noch nicht leisten, heute stehen wir finanziell besser da und haben die rund 10 000 CHF investiert.
Felix
- Traumhäuschen30 Beiträge23. Januar 2009Sorry bin noch ein Leihe aber das Thema interessiert mich extrem...
Wie ist es denn wenn mal Regenwasser fehlt... also wenn der Tank leer ist ... nimmt dann die Leitung das "normale" Wasser?
Vielen lieben Dank
Traumhäuschen
- Feminato207 Beiträge23. Januar 2009Hallo
Kein Problem.
Dann wird vom Trinkwasser in den Regenabwassertank nachgespiesen.
Gruss
Feminato
- rup390 Beiträge7. April 2009habe mich noch die letzten minuten "vor redaktionsschluss" mit den sanitär auf der baustelle getroffen und noch hinzugenommen, dass er die WC's mit einer separaten leitung anschliesst. der aufpreis ist meiner meinung nach vertretbar.
so verbaue ich mir nichts um später immer noch die regenwasser nutzung (nicht nur für den garten) anzugehen.
momentan ist jedoch ein solches projekt in weiter ferne.
- Walter600 Beiträge11. April 2009Was mich wundert, müsst Ihr keine Retentionsanlage? Bei uns muss jedes neue Haus ein Betonbehälter mit sehr kleinem Auslauf auf dem Grundstück einbauen. So wird das Regenwasser zwischengespeichert und nur langsam dem Meteowasser zugeführt.
Ein Bekannter musste für das Teil mit Einbau Fr. 6000.- hinblättern. Dafür hätte er schon fast die Regenwassernutzungsanlage bekommen.
Hat Ihr keine solchen Auflagen?
Gruss Walter
- felix.hasler26 Beiträge11. April 2009In unserem Fall genügte ein begrüntes Kiesdach als Retentionsanlage.
Für die Regenwassernutzung ist ein begrüntes Dach aber schlecht, es geht zuviel Wasser verloren. So mussten wir zuerst unsere Architekten überzeugen, dass es bei der Regenwassernutzung kein begrüntes Dach braucht.
Gruss
Felix
- ad-arch14. April 2009Ein ehemaliger Dozent von meiner Wenigkeit, seines Zeichens baubiologischer Architekt verbaute in Rorschach SG in einem Neubau-EFH einen Regenwassertank.
Fazit 1:
Mit dem muss man leben: das Wasser, das muss man dem Besuch auch klar machen, ist nicht transparent sondern eher etwas dreckig (Regenwasser vom Tank halt). Die weissen Armaturen in den Nasszellen werden daher immer etwas dunkler angefärbt sein, wenn man nicht häufig schruppt.
Fazit 2:
Er bohrte nach einem Jahr in einer Nacht und Nebelaktion eine Retentionsleitung der Stadt an, um den Tank des Hauses immer füllen zu können.
Grund 1 dafür: Auch wenn man es nicht wahr haben will: Wir Schweizer verbrauchen täglich zwischen 100-180l Wasser/Kopf!!! (Toilettenspühle, Hände waschen, Duschen/Wanne, Garten giessen, trinken, etc.).
Grund 2 dafür: Trotz unseres "durchzogenen" Schweizer Wetters, fällt zuwenig Regen in der Schweiz, damit dieser Tank immer benutzbar ist und damit eine Brauchwassernutzung ersetzen kann. Der Tank wird also weit über 50% durch Brauchwasser gespiesen.
Grundsätzlich darf man die ethischen Hintergrundgedanken eines jeden für die Regenwassernutzung begrüssen, sollte aber die graue Energie für die Herstellung des Kunststofftankes und alle gewohnheitsbedürtigen Details auch nicht aus den Augen lassen.
