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Himbeerstauden absterben

0Antworten1’929Aufrufevon Pais · 19. August 2014letzter Beitrag vor 12 Jahren
  1. Pais586 Beiträge19. August 2014
    Guten Abend,

    Seit einiger Zeit sterben mir nacheinander die Himbeerstauden ab (siehe Bild). Zuerst werden die Blätter hellgrün, gelb, braun und anschliessend sterben die Stauden ab. Von 10 Stauden (oder Stöcke) sind bereits 3 abgestorben. Kann es am Untergrund liegen. Dieser ist ein Erde-Torf Gemisch (saurer Boden). Unser Gärtner hat mir geraten, diesen Untergrund zu verwenden.

    Besten Dank für Ihre Unterstützung.

    Freundliche Grüsse

    Vielen Dank für Ihre Anfrage. Beim Schadbild handelt es sich nicht um ungeeignetes Erdsubstrat, sondern um die Folge eines Befalls durch den Phytophthora-Pilz , eine hartnäckige Wurzelkrankheit, welche einzelne Ruten bis komplette Pflanzen zum Absterben bringen kann. Einmal im Boden vorhanden verzehrt er die Himbeerwurzeln, wodurch die Wasser- und Nährstoffzufuhr unterbrochen wird. Häufig sind frisch gepflanzte Himbeeren davon betroffen, jedoch macht der Pilz auch älteren Beständen mehr und mehr zu schaffen. Besonders in kalten und nassen Böden breitet er sich relativ rasch aus und kann hier mindestens 10 Jahre überleben. Verbreitet wird er übrigens leicht mit Arbeitsgeräten, Schuhe oder Tieren  und Insekten.

    Als vorbeugende Massnahmen empfiehlt die Forschungsanstalt Wädenswil Kompostgaben, den Anbau auf Dämmen und Folienabdeckung dieser.

    Dies mit Erfolg, da im Kompost verschiedene pilzliche Gegenspieler (Antagonisten)des Phytophthora-Pilzes leben, welche diesen in Schach halten können, vorausgesetzt es ist immer genügend abbaubares organisches Material im Wurzelraum vorhanden. Wurzeln die Himbeeren jedoch in nasskalten Böden, so hemmt dies nebst der Förderung der pilzlichen Gegenspieler des Phytophthora-Pilzes, sondern auch die Ausbreitung der Himbeerwurzeln. Daher ist es ratsam die Himmbeeren auf Erddämmen anzubauen und diese zusätzlich mit schwarzer Folie abzudecken. So werden die Wurzeln nicht nur deutlich trockener gehalten, sondern auch die Wärme im Boden gespeichert und zudem das Abschwemmen der Erde bei Regen verhindert. Zusätzliche erhöhen Gaben wurzelstärkender Mykorrhiza-Pilze (z. B. Rootgrow) oder EM-Produkte (effektive Mikroorganismen) die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen gegenüber dem Pilz.

    Der Gesundheitszustand Ihrer bestehenden Himbeeranlage lässt sich verbessern, indem Sie die verdorrenden Triebe bodeneben entfernen und die Pflanzen grosszügig mit Kompost versorgen. Weiter Kompostgaben folgen im nächsten Frühjahr. Damit das Himbeersterben auf Dauer gebändigt werden kann, sollte dies während der Vegetationszeit drei Mal wiederholt werden. Zudem ist es ratsam, die Pflanzen mit EM Produkten zu stärken.

    Erwägen Sie neue Himbeerkulturen zu pflanzen, so sollten sie einen Standort wählen, in dem noch nie Himbeeren wuchsen, da hier die Gefahr zu gross ist, dass die jungen Pflanzen eventuell durch den Phytophthora-Pilz befallen werden. Auch hier sind weitere Pflegemassnahmen, wie vorab erwähnt, sehr zu empfehlen.

    Eine Frage welche schriftlich eingegangen ist.