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Ghislaine de Féligonde

8Antworten5’380Aufrufevon thunbergia · 25. Oktober 2006letzter Beitrag vor 20 Jahren
  1. thunbergia156 Beiträge25. Oktober 2006
    Ich habe letzten Herbst eine Ghislaine de Féligonde gepflanzt. In meinem Buch wird sie als kräftig aufrecht wachsend, später bogig überhängend, 120-150 cm hoch beschrieben. Allerdings wächst sie alles andere als kräftig aufwärts, überhängend trifft eher zu, und 150 cm sind klar untertrieben. Bei näherer Information im Internet habe ich gesehen, dass sie teilweise sogar als Ramblerrose beschrieben wird, die bis 5 Meter hoch werden kann. Das beschreibt ihr enormes Wachstum wohl besser.

    Ich finde die Rose trotzdem wunderschön, nur frage ich mich, ob sie am jetzigen Standort hinpasst. Denn ich wollte dort (an der Grenze zur Nachbarin) wirklich eine mittelhohe, aufrechte und nur leicht überhängende Rose. Kann ich sie durch Schnitt und Aufbinden (ich denke an ein pyramidenförmiges Gestell, wo sie drüber hängen könnte) im Zaun halten, oder soll ich sie lieber gleich jetzt versetzen, wo sie noch nicht so gross ist?

    Danke für die Antworten

  2. Brigitte Buser947 Beiträge25. Oktober 2006
    Hallo thunbergia

    Du schreibst, Du hast Deine Gislaine de Félingonde, eine mehrmalsblühende Strauchrose, letzten Herbst gepflanzt. Strauchrosen brauchen 2-3 Jahre, bis sie zu ansehlichen Sträuchern herangewachsen sind. Hab also bitte noch etwas Geduld.

    Im Sommer 2006 ist es sicher auch einigen, meist frisch gepflanzten Rosen schwer gefallen, nach der ersten Blüte im Juni voll durchzutreiben und somit neue kräftige Triebe zu bilden. Einerseits hat dafür der relativ trockene Juni und Juli gesorgt, andererseits hat aber auch der regnische und kalte August sein Quäntchen dazu getan.

    Erst gegen Ende August ist es dann so richtig mit der Triebneubildung losgegangen. Hoffen wir nun, dass diese jungen Triebe noch bis zum hereinbrechenden Winter voll ausreifen können.

    Es ist richtig, Ghislaine de Félingonde kann man auch als Kletterrose ziehen. Das Paradebeispiel finden wir in der Kartause Ittingen im Kanton Thurgau. Aber auch als Strauchrose macht sie eine gute Figur. Hierfür schneide ich sie im Frühjahr auf ca. Hüfthöhe zurück. Totes und schwaches Holz wird zudem entfernt.

    Falls Du diese Sorte um eine Pyramide führen willst, empfehle ich Dir, einen möglichst hohe von (mindestens 280 cm, er muss ja auch noch etwa 30 cm in den Boden) und im unteren Bereich mit mindestens 45 cm Durchmesser zuzulegen, da Ghislaine relativ sparrige Triebe bildet, die beim Herumführen um den Obelisk brechen könnten.

    Es Grüessli und vill Erfolg

    Brigitte

  3. Brigitte Buser947 Beiträge25. Oktober 2006
    Hier noch ein Föteli



    1 Anhang

    • post-457-1369220520,6759.jpgpost-457-1369220520,6759.jpg
  4. thunbergia156 Beiträge25. Oktober 2006
    liebe Brigitte

    Vielen Dank für deine schnelle Antwort. Offenbar habe ich mich nicht so gut ausgedrückt. Die Rose ist nicht zu wenig gewachsen, sondern viel mehr als ich erwartet hatte. Allerdings wie du sagst, erst so ab Mitte August. Die neuen Treibe sind jetzt zum Teil gut 2 Meter lang!

    Und ich wage nicht, mir vorzustellen, wie sie in einem guten Sommer wachsen wird!!

    Aber du sagst ja, dass man sie im Frühling auf Hüfthöhe zurückschneiden kann. Jetzt sind alle Triebe noch weich, hängen irgendwie in der Gegend rum. Damit sie nächstes Jahr einigermassen aufrecht wachst, soll ich die kräftigeren Triebe jetzt schon aufbinden, bevor sie verholzen?

    Wachsen denn im nächsten Jahr aus den zurückgeschnittenen Trieben wieder 2m lange Ranken heraus?

    Ich hab einfach etwas Angst, dass sie bald keinen Platz mehr hat. ich hab sie in eine Ecke von unserem Grundstück gepflanzt, ca 1.5m von der Hauswand weg und knapp 1m vom Zaun zur Nachbarin. An der Hauswand hab ich eine Kletterrose gepflanzt, Sympathie, die ich über die ganze Hauswand ziehen möchte (ca 4 x 5m). Die Ghislaine sollte den unteren Teil der Kletterrose abdecken, der ja meist nicht so schön ist. Aber eben, wenn die so stark wachst, habe ich Bedenken, dass ich sie viel zu sehr schneiden und zusammenbinden muss, und sie schlussendlich nicht natürlich wachsen kann. Die Nachbarin würde es zum Glück nicht stören, wenn sie ein wenig über den Zaun hängt. Aber eben, ein wenig, nicht 2 Meter!

    Als Pyramide zum Aufbinden habe ich mir keinen fertigen Obelisken vorgestellt, sondern 4 pyramidenförmig eingesteckte und oben zusammengebundene Pfähle. Die würde ich unten sowieso nicht zu nahe zusammenstecken.

    Ich hoffe, ich hab mich jetzt deutlicher ausgedrückt.

    herzliche Grüsse Heidi

  5. Brigitte Buser947 Beiträge25. Oktober 2006
    Hallo Heidi

    Danke für die ausführlichen Infos. Nun verstehe ich vieles

    besser.

    Falls Du Deine Ghislaine als Strauchrose halten möchsten, ist dies laut Deinen Amgaben problemlos machbar. Dazu würde ich die Triebe jetzt im Herbst auf Brusthöhe einkürzen. Achte darauf, dass Du eine leicht kugelige Form erhälst, dass heisst, die Triebe werden an den Seiten etwas mehr eingekürzt als in der Mitte, was die Gefahr von Schneebruch vermindert. Auf die Augen musst Du dabei nicht achten.

    Im Frühjahr erfolgt dann der endgülige Schnitt mit Berücksichtigung der Augen. Anschliessen wachsen aus den Augen die ersten Blütentriebe, die locker eine Länge von ca. 30 cm erreichen können. Unter Umständen kann auch schon der eine oder andere Neutrieb in Bodennähe spriessen.

    Nach dem ersten Flor entfernst Du die abgeblühten Dolden und kürzt überlange Neutriebe nach deren Abblühen ein. Anschliessend treibt die Rose neue Triebe für den zweiten Flor. Spätestens jetzt entstehen auch neue Triebe in Bodennähe. Nach dem zweiten Flor, wierholst Du den Schnitt wie schon beim ersten Mal.

    Falls Du Deine Ghislaine aber als Kletterrose halten möchtes, was laut Deinen Angaben auch gut machbar wäre, empfehle ich Dir jetzt schon das Gerüst in Pyramidenform anzugehen, damit Du die Triebe noch vor Wintereinbruch in einer leichten Schräglage anbinden kannst und sie so gegen Wind und Schneebruch geschützt sind. Dabei kannst Du auch schon sehr schwaches und totes Holz, sowie abgeblühte Dolden entfernen.

    Die Schräglage der Triebe bewirkt, das der Saftfluss gebremst wird und so schlafende Augen zur Triebbildung angeregt werden. Die Folge, die Rose blüht reicher, auch in Bodennähe.

    Dies kannst Du übrigens auch bei Deiner Symphatie anwenden, was beim Ziehen von sparrigen Trieben an einer Hauswand relativ einfach ist und so auch eine Sympathie in Bodennähe zu Blüten kommt.

    Ich hoffe nun, ich konnte Dir weiterhelfen

    Es Grüessli

    Brigitte

  6. thunbergia156 Beiträge25. Oktober 2006
    Vielen Dank, Brigitte.

    Jetzt ist mir klar, was ich machen muss. Ich möchte die Ghislaine lieber als Strauchrose ziehen, die Pyramide wäre die Notlösung gewesen.

    Also werd ich sie jetzt mal zurückschneiden, und ihr im Frühling die endgültige Form geben. Muss ich die Triebe jetzt nach dem Schneiden aufbinden, damit sie aufrecht bleiben? Jetzt sind sie sehr stark überhängend, liegen z.T. fast auf dem Boden. Ich hätte sie lieber aufrecht, so dass dann nur die Blütentriebe überhängen.

    Hab ich dich richtig verstanden, dass ich im Laufe des Sommers die Neutriebe, sobald sie die richtige Länge erreicht haben, abschneiden soll?

    Also sollte ich auch die Sympathie schon jetzt waagrecht ziehen. Sie steht jetzt noch aufrecht, mit ca. 5 kräftigen Trieben, die ich mal provisorisch an einem Stab befestigt habe, weil mein Mann das Gerüst an der Hauswand noch nicht gemacht hat....

    ganz herzlichen Dank für deine ausführliche Antwort, das hat mir enorm geholfen!!!

  7. Brigitte Buser947 Beiträge26. Oktober 2006
    Guten Morgen Heidi

    Nach dem Rückschnitt der Triebe kann es durchaus sein, dass sie sich wieder etwas aufrichten. Gib ihnen zur Sicherheit eine Stütze mit Bambusstäben. Sicher reifen sie noch bis zum Wintereinbruch vollständig aus und werden dadurch stabiler. Nächstes Jahr kommen ganz sicher kräftigere Neutriebe nach.

    Es gibt beim Rückschnitt der Neutriebe zwei Varianten. Entweder du kürzt sie nach der Blühphase des ersten Flors mit dem Abschneiden der verblühten Dolden ein. Dies begünstigt die Triebbilung im Sommer, was gerade bei jungen Stöcken von Vorteil ist, da dadurch die ganze Kraft in die Bildung für viele, neue und stabile Triebe geht. Du verzichtest hier aber auf eine kleine Zwischenblüte.

    Wenn Du die wenigen Neutriebe blühen lässt, keine Angst, sie schiessen nicht allzu hoch über die Strauchhöhe hinaus und es werden auch nur, wenn überhaupt, wenîge sein, wird es zwischen den beiden Blühphasen eine kleine Zwischenblühte geben. Der Strauch wirkt jedoch etwas unordentlich.

    Wichtig ist vorerst bei der Sympathie, dass Du die Triebe irgendwie befestigst, so dass sie gegen gegenseitige Reibung der Triebe sowie Schneebruch geschützt sind. Also einfach die Triebe, am besten mit Kokosschnur, irgendwo befestigen.

    Das Gerüst hat dann noch Zeit bis zum Frühjahr. Wir wollen unsere Männer ja nicht hetzen /emoticons/default_laugh.png . Die Triebe werden erst, nachdem der Saftfluss wieder eingsetzt hat und sie dadurch biegsamer geworden sind, am Gerüst waagrecht bis diagonal aufgebunden.

    Es Grüessli

    Brigitte

  8. thunbergia156 Beiträge26. Oktober 2006
    So, ich hab die Ghislaine ein wenig zurückgeschnitten und die kräftigsten Triebe aufgebunden. Jetzt macht sie einen viel besseren Eindruck. Es hat aber viele kurze, weiche Triebe direkt am Boden. Soll ich die im Frühling ganz wegschneiden, und nur die 3-4 kräftigsten, aufrechten Triebe stehen lassen?

    Vielen Dank für deine ausführlichen Antworten. Das war super!!

    Gruss Heidi

  9. Brigitte Buser947 Beiträge26. Oktober 2006
    Die vielen kurzen und weichen Triebe kannst Du, wenn es dich stört, schon jetzt wegschneiden, damit wird auch die Überwinterung von ev. Pilzen in Bodennähe deutlich gemindert. Das ev. herab gefallene Laub würde ich zusätzlich noch mit dem Hauskericht entsorgen.

    Es Grüessli und gern geschehen

    Brigitte