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Frühlingszeit - Kräuterzeit

0Antworten162Aufrufevon Redaktion · 21. November 2016letzter Beitrag vor 10 Jahren
  1. Redaktion1’197 Beiträge21. November 2016
    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Was wäre ein Frühling ohne frische Kräuter [/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]? Ob vorerst noch auf dem Fensterbrett oder im Wintergarten gezogen oder später im Beet ausgepflanzt [/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)], wer das Jahr hindurch Würze und Pfiff auf den Tisch bringen will, muss jetzt aussäen. Ausserdem zwei Altbekannte und Kerbel im Portrait.[/COLOR]


    Aussaat leicht gemacht



    Wir wissen, ein jedes noch so kleines Samenkorn birgt schon eine vollständig vorgebildete Pflanze in sich. Es gilt sie also nur noch zu wecken vorausgesetzt, sie erhält genügend Licht, Luft, Wasser und natürlich Nährstoffe. Grob gesehen wird das Saatgut in Licht- und Dunkelkeimer eingeteilt. Zusätzlich benötigt gewisse Samen Wärme, andere wiederum Kälte oder gar Frost, damit sie keimen. Genaue Informationen dazu finden Sie unter der Anleitung der jeweiligen Samenpackung.



    Kerbel - schnelles Aroma für die Küche

    Ursprünglich stammt der zu den Doldenblütlern gehörende Kerbel (Anthriscus cerefolim) aus Südosteuropa und dem westlichen Teil Asiens. Er durchquerte den Mittelmeerraum und gelangte im Mittelalter über die Alpen Richtung Norden, wo er bald drauf in die Klostergärten einzog. Für die Küche wird vorwiegend die Kulturform Anthriscus cerefolim ssp. Cerefolium im Handel angeboten. Die einjährig zu kultivierende Pflanze verträgt durchaus Kälte und kann daher schon relativ früh, nämlich im März, ins Freiland gesät werden. Hier bevorzugt sie einen halbschattigen, mässig feuchten und humusreichen Boden. Vorteilhaft ist eine Saat in Reihen von 10 bis 15 cm Abstand. Innert 6 bis 8 Wochen bilden sich bis zu 60 cm hohe, buschige Pflanzen mit mehrfach gefiederten, weichen Blättchen. Natürlich schmecken die noch jungen, zarten Blätter am besten. Blühende oder zu trocken stehenden Pflanzen verlieren rasch ihr Aroma. Wer Kerbel mag, kann Folgesaaten im Abstand von etwa 14 Tagen ausbringen. Um Samen zu erhalten, lässt man einfach einige Pflanzen blühen. Sein feines, etwas an Anis erinnernde Aroma passt ausgezeichnet zu Fisch wie auch Eierspeisen und gibt Blattsalaten, Mayonnaise- oder Quarkdipps das gewisse Etwas. Da Kerbel relativ rasch an Aroma verliert, sollte er immer erst am Ende der Garzeit zum Kochgut gegeben werden.





    Aussaat im Haus

    Für Kräuter, die auf der Fensterbank angezogen werden, sind Keimboxen mit Abdeckhaube ideal. Für die Aussaat verwendet man am besten Aussaaterde, die im Fachhandel erhältlich ist. Bei den Wassergaben sollte darauf geachtet werden, dass die Saat weder zuviel noch zu wenig Wasser bekommt. In beiden Fällen würden die Keimlinge eingehen. Ist die Saat aufgegangen, benötigen die noch zarten Pflänzchen viel Licht. Ist dies nicht gewährleistet, wachsen sie in die Länge und sterben bald ab. Im Weiteren sollte auf eine gute Luftzirkulation geachtet werden. Ist die Luft nämlich zu feucht, wie dies oft unter Abdeckhauben von Anzuchtboxen der Fall ist, drohen Pilzkrankheiten wie die Auflaufkrankheit, worauf ein baldiges Absterben der Keimlinge folgt. Also, Deckel weg!



    Wenn es schnell gehen muss

    Mit den ersten warmen Tagen bietet der Fachhandel bereits ein umfangreiches Angebot an vorgezogenen Kräutern wie beispielsweise Petersilie und Schnittlauch an, die nach einer Abhärtungszeit von einigen Tagen oft schon in den Garten gepflanzt werden können. Einzig wärmeliebende Kräuter wie Dill, Basilikum oder empfindliche Salbeiarten sollte man bis nach den 'Eisheiligen' weiterhin im Haus kultivieren.



    Kräuteranzucht leicht gemacht

    Am einfachsten ist es natürlich, vorgezogene Pflanzen zu kaufen, benötigt doch ein mittelgrosser Haushalt nicht mehr als ein bis zwei Pflanzen pro Sorte. Braucht man jedoch mehr, lohnt es sich, selber auszusäen. Ein- oder mehrjährige Kräuter wie beispielsweise Lavendel, Rosmarin und Salbei können jetzt im Haus ausgesät werden. Sobald die Pflänzchen die ersten richtigen Blätter zeigen, werden diese auf der Fensterbank, im Treibhaus oder Wintergarten gehalten. Wenn es das Wetter zulässt, setzt man die Jungpflanzen nach einer Abhärtungsphase Mitte Mai ins Freiland. Ab einer Höhe von etwa fünf Zentimetern werden diese entspitzt, was einen buschigen Wuchs fördert.
    Melisse und Oregano sowie einjährige Kräuter wie Borretsch, Dill und Bohnenkraut können ab Mitte April direkt ins Freiland gesät werden. Da Basilikum gerne von den Schnecken verspeist wird, säen Sie diesen am besten in Töpfe, die jedoch noch bis nach den 'Eisheiligen' im Haus bleiben.



    Die Unentbehrlichen

    Petersilie wie auch Schnittlauch sind die Standartkräuter schlechthin. Gerade weil sie so alltäglich sind, weiss man manchmal gar nicht mehr so genau, mit wem man es hier zu tun hat. Schauen wir also diese beiden Allrounder ein bisschen genauer an, sie haben nämlich unglaublich viel zu bieten.



    Aphrodisischer Allrounder

    Wir wissen es alle, ob in Suppen, Salaten, Fleisch-, Kartoffel- und Gemüsegerichten oder Saucen, die ursprünglich aus dem südeuropäischen Raum stammende Petersilie (Petroselinum crispum) rundet mit ihrem charakteristischen Aroma fast jedes pikante Gericht optimal ab.
    Der Allrounder unterscheidet sich grob in drei Kulturformen. Zum einen in die Krause und zum anderen in die Glatte Petersilie. Die dritte im Bunde, die Wurzelpetersilie, wird auch gerne als Gemüse zubereitet. Das zu den Doldenblütlern gehörende Würzkraut wird zweijährig kultiviert und bildet bei optimalem Standort in sonniger bis halbschattiger Lage sowie nährstoffreichem Boden im ersten Jahr nur Wurzeln und Blätter. Im darauffolgenden Sommer schieben sich bis zu 50 cm hoch werdende Stängel mit grüngelben Doldenblüten aus der Basis hervor. Damit sich dauernd neue Blätter bilden, sollten die Blüten laufend ausgebrochen werden. Übrigens: Petersilie enthält viel Vitamin A und C, ist reich an Mineralstoffen wie Eisen und Kalzium sowie an ätherischem Öl, welches zudem in der Parfümindustrie Verwendung findet.
     

     
     


    Auch ohne ihn geht es kaum

    Wie könnte es anders sein, handelt es sich hier natürlich um den Schnittlauch (Allium schoenoprasum). Ob auf dem Fensterbrett, drinnen wie draussen in Töpfen oder Balkonkistchen gezogen oder im Freiland ausgepflanzt, das zu den Lauchgewächsen gehörende Würzkraut kann überall kultiviert werden, vorausgesetzt der Boden oder das Substrat ist nährstoffreich sowie kalkhaltig und feucht. Ab Austrieb im Frühjahr und während der Vegetationsphase mehrere Male mit Kompost versorgt, liefert es fortwährend neue Blattröhren. Geerntet wird immer so viel, wie man gerade braucht. Achten Sie darauf, dass die Röhren knapp über dem Boden abgeschnitten werden. Lässt man sie stehen, beginnt die Pflanze zu blühen, wobei die zarten Blattröhren bald hart werden. Schnittlauch enthält viel Vitamin C. Da sich dieses beim Kochen relativ rasch verflüchtigt, wird er, wenn immer möglich, erst zum Schluss den Speisen beigegeben. Die pomponförmigen Blüten sind übrigens essbar und eignen sich wunderbar zum Dekorieren.










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