Frühlingszarte Wildkräuter
Im Frühling hält die Natur ein reiches Angebot an wohlschmeckenden Wildkräutern für uns bereit. Aber nicht nur in Feld und Flur, auch in unseren Gärten breiten sie sich gerne aus, was uns nicht immer lieb ist. Darunter auch solche, welche durchaus auch eine Bereicherung für die Küche sind.
Allen voran natürlich der Bärlauch, der zu Pesto verarbeitet wird. Zusammen mit dem herbwürzigen Gundermann und anderen Kräutern entstehen würzige Kräuterbutter oder Quarkdips. Aber auch Löwenzahn, Scharbockskraut, Brennnesseln, Knoblauchsrauke oder die noch zarten Blätter der Schafgarbe sind, vorab gründlich gewaschen, in der Küche eine schmackhafte Beigabe in Frühlingssalaten oder gedämpft als nicht alltägliches Gemüse oder Suppen zu verwenden. Die Blüten von Veilchen, Gänseblümchen, Huflattich oder Schlüsselblume eignen sich zudem als Dekoration von Salaten, Suppen und Desserts.
Löwenzahn zur Entschlackung
Wir kennen sie alle aus Kindertagen, die Samenstände des gewöhnlichen Löwenzahns, Taraxacum officinale, bliesen wir doch gerne in seine ‘Lichter‘. Nicht nur, um unser Gegenüber zu ärgern. In unseren Gärten ist er nicht unbedingt beliebt, breitet er sich doch durch die fliegenden Samenschirme nur allzu gerne aus und treibt dabei seine langen Pfahlwurzeln relativ tief in den Boden.
Im Altertum, in der griechischen und arabischen Medizin bereits als Heilmittel genutzt, werden heute die harntreibenden Inhaltsstoffe der anspruchslosen, mehrjährigen Pflanze mit den goldgelben Körbchenblüten, die uns im Frühjahr oft auch in Massen aus Fettwiesen entgegenleuchten, gerne bei Entschlackungskuren angewendet. Dafür verantwortlich ist der ungewöhnlich hohe Kaliumgehalt. Die gallenflussfördernde Eigenschaft geht vermutlich auf die in der ganzen Pflanze enthaltenen Bitterstoffe zurück, wobei sie in den jungen, zarten, auffallend gezähnten Blättern noch nicht so stark angereichert sind. Daher finden diese auch in Salaten Verwendung. Für entschlackende Tees werden vor allem die getrockneten Blätter verwendet, wobei man Teekuren nicht über längere Zeit durchführen sollte.
Schlüsselblume, aber bitte nur im Mass
Fehlen die gewünschten Pflanzen im Garten, so geht es hinaus in die Natur. Aber nicht alle sollten wahllos geerntet werden.Dazu zählt auch die zur Gattung der Primeln gehörende echte Schlüsselblume, Primula veris, auch Himmelsschlüssel genannt, steht sie doch in einigen Kantonen unter Naturschutz. Sie unterscheidet sich von der Waldschlüsselblume, 'Primula elatior', deutlich durch die dunklere, dottergelbe Farbe der Blüten. Wir begegnen ihr im Frühling gelegentlich noch in trockenen Magerwiesen und an Waldrändern.In der Heilkunde werden die getrockneten Blüten mit oder ohne Kelch sowie der getrockneten Wurzelstock verwendet. Ihre Inhaltsstoffe, vor allem Saponine, sorgen bei Husten indirekt für die Verflüssigung des Bronchialsekrets sowie den Abtransport des Schleims.
Damit auch unsere Kinder und Grosskinder sich über diesen in Feld und Flur anzutreffenden Frühlingsboten freuen können, ist von einem Pflücken unbedingt abzusehen.Mittlerweile werden aber in gut sortierten Wildpflanzengärtnereien kultivierte Pflanzen zum Kauf angeboten. Im Garten bevorzugt die echte Schlüsselblume einen sonnigen bis halbschattigen Standort in gut durchlässigem Boden. So gehalten, dürfen Sie mit gutem Gewissen ab und zu ein paar Blüten für den Salat oder als Deko fürs österliche Kräuterbrot stibitzen.
Wichtig beim Sammeln in Feld und Flur
Pflanzen, die auf stark gedüngten Wiesen, an Bahndämmen und Strassenrändern gedeihen, eignen sich aufgrund der hohen Schadstoffbelastung nicht für die Küche.
Das Ernten oder Ausgraben von bedrohten Arten ist verboten.
Nehmen Sie nur so viele Pflanzenteile, wie Sie auch wirklich benötigen.
Dabei sollte nicht alles rigoros abgeerntet werden, denn nur so kann sich die Pflanze wieder in kürzester Zeit regenerieren. Für den Transport eignen sich luftdurchlässige Körbe, Baumwolltaschen oder Papiertüten. Vor der Verarbeitung spült man die Pflanzen kurz mit kaltem Wasser ab und lässt sie anschliessend gut abtropfen.
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