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Invasive Neophyten (Teil 2)

Damit sich eingeschleppte Pflanzen nicht in unserer Natur ausbreiten Sie leben oft in unseren Gärten und machen sich seit einigen Jahren unauffällig davon. Auf dem Weg ihrer Wanderschaft spriessen sie aus Kopfsteinpflastern und…

Redaktion17. November 20165 Min. Lesezeit

Ein Japanischer Staudenknöterich-Trieb drückt durch einen Riss in einem Kopfsteinpflasterweg mit losen Steinen darum.
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Damit sich eingeschleppte Pflanzen nicht in unserer Natur ausbreiten[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]Sie leben oft in unseren Gärten und machen sich seit einigen Jahren unauffällig davon. Auf dem Weg ihrer Wanderschaft spriessen sie aus Kopfsteinpflastern und Teerbelägen, zerstören Leitungen, überwuchern Bäche und Waldränder und bedrohen oder verdrängen seltene, einheimische Pflanzen, teilweise auch aus unseren Naturschutzgebieten. Damit gemeint sind die sogenannten "Invasiven Neophyten“ – invasiv = wuchernd, eindringend, Neophyten = Neue Pflanzen. Eingeschleppt aus fernen Ländern, destabilisieren sie bei uns Böden, fördern Erosionen, können zum Problem in landwirtschaftlichen Flächen werden und zudem gesundheitsgefährdend sein. So können beispielsweise der Riesenbärenklau - nebst dem Verdrängen von einheimischen Arten und in Verbindung mit Sonnenlicht - Verbrennungen, und das Aufrechte Traubenkraut (Ambrosia) aus dem Osten Nordamerikas, einer Problempflanze für landwirtschaftlichen Flächen, bei Mensch und Tier durch seine Pollen Asthma und Allergien auslösen. Bei beiden ist ein Verkauf sowie eine Neupflanzung schweizweit verboten. Dasselbe gilt für Drüsiges Springkraut, Kanadische und Amerikanische Goldrute, Japanischer Staudenknöterich , Nadelkraut, Nuttalls Wasserpest, Südamerikanische Heusenkräuter, Schmalblättriges Greiskraut sowie den Essigbaum. Auf der Schwarzen Liste der Schweizerischen Kommission für die Erhaltung von Wildpflanzen finden sich noch weitere 13 Pflanzen, die mehr und mehr zum Problem werden.[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]Einige wie Kirschlorbeer oder Sommerflieder sind immer noch erhältlich. Ersterer gilt als robuster, immergrüner Sichtschutz und gute Bienenweide und ist, da er mit fast allen Standorten zurechtkommt, im Garten kaum ersetzbar. Vom Sommerflieder sind attraktive Sorten im Handel erhältlich, die im Garten zwar viele Schmetterlinge anziehen, für deren Raupen jedoch keine Bedeutung haben. Werden bei beiden Arten kurz nach der Blüte jeweils die Blütenstände entfernt, droht kaum eine Gefahr der Ausbreitung. Junge Kirschlorbeerpflanzen können zudem leicht gejätet werden. Eine gute Alternative zum Japanischen Geissblatt ist Lonicera periclymenum ‘Serotina‘, eine Form des einheimischen Windenden- oder Waldgeissblattes. Auf alle anderen aufgeführten Pflanzen verzichtet man besser im Garten, da deren Ausbreitung kaum oder nur mit viel Aufwand in Schach zu halten ist.[/COLOR]



 



 



Die richtige Entsorgung


Entfernte Problempflanzen keinesfalls kompostieren oder im Grüncontainer, geschweige denn in der Natur – was leider immer wieder vorkommt - entsorgen, sondern in den Hauskehricht geben.

  


Schwarze Liste der invasiven Neophyten


Amerikanische Goldrute / Solidago gigantea 

Problempflanze in landwirtschaftlichen Flächen / verdrängt einheimische Arten / (gesundheitsschädigend)

Aufrechtes Traubenkraut* / Ambrosia artemisiifolia

Gesundheitsschädigend / Problempflanze in landwirtschaftlichen Flächen

Armenische Brombeere / Rubus armeniacus

Verdrängt einheimische Arten

Bastardknöterich / Reynoutria X bohemica

Verdrängt einheimische Arten / destabilisiert Böden, fördert Erosion

Drüsiges Springkraut / Impatiens glandulifera

Destabilisiert Böden, fördert Erosion / verdrängt einheimische Arten

Essigbaum / Rhus typhina

Gesundheitsschädigend / verdrängt einheimische Arten

Gewöhnliche Wasserpest / Elodea canadensis

Verdrängt einheimische Arten

Götterbaum / Ailanthus altissima

Verdrängt einheimische Arten

Herbstkirsche / Prunus serotina

Verdrängt einheimische Arten

Himalajaknöterich / Polygonum polystachyum

Verdrängt einheimische Arten / destabilisiert Böden, fördert Erosion

Japanisches Geissblatt / Lonicera japonica

Verdrängt einheimische Arten

Japanischer Staudenknöterich / Reynoutria

Verdrängt einheimische Arten / destabilisiert japonica Böden, fördert Erosion

Kanadische Goldrute / Solidago canadensis s.l.

Problempflanze in landwirtschaftlichen Flächen / verdrängt einheimische Arten / (gesundheitsschädigend)

Kirschlorbeer / Prunus laurocerasus

Verdrängt einheimische Arten

Nuttalls Wasserpest / Elodea nuttallii

Verdrängt einheimische Arten

Sachalinknöterich / Reynoutria sachalinensis

Verdrängt einheimische Arten / destabilisiert Böden, fördert Erosion

Sommerflieder, Schmetterlingsstrauch/Buddleja davidii

 Verdrängt einheimische Arten

Riesenbärenklau / Heracleum mantegazzianum

Gesundheitsschädigend / verdrängt einheimische Arten

Robinie, Falsche Akazie / Robinia pseudoacacia

Verdrängt einheimische Arten

Schmalblättriges Greiskraut / Senecio inaequidens

Verdrängt einheimische Arten / Problempflanze in landwirtschaftlichen 
Flächen

Spätblühende Goldrute / Solidago gigantea= S. serotina

 Verdrängt einheimische Arten

Verlot'scher Beifuss / Artemisia verlotiorum

 Verdrängt einheimische Arten / Problem- pflanze in landwirtschaftlichen Flächen

*Seit 2006 gilt in der Schweiz Ambrosia als "besonders gefährliches Unkraut", da es bei Allergikern schwere Heuschnupfensymptome oder gar Asthma hervorrufen kann. Zudem kann es zu Kreuzreaktionen mit anderen Korbblütlern (z.B. Beifuss), Gräserpollen, Melonen und Bananen kommen. Aus diesen Gründen muss die Ambrosia unbedingt bekämpft werden. Zudem ist die Pflanze meldepflichtig.

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