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Himbeeren - Rubus

Die wilde Himbeere (Rubus idaeus) ist nördlich der Alpen als Waldpionier auf Kahlflächen weit verbreitet und bevorzugt als Flachwurzler einen nitratreichen Boden in halbschattiger Lage, wie dies beispielsweise auf Waldlichtungen oder an…

Redaktion18. November 20166 Min. Lesezeit

Ein hochgelegtes Holzbeet mit fruchtenden Himbeertrieben und einem Paar Gartenhandschuhe, das am Beetrand liegt.
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Die wilde Himbeere (Rubus idaeus) ist nördlich der Alpen als Waldpionier auf Kahlflächen weit verbreitet und bevorzugt als Flachwurzler einen nitratreichen Boden in halbschattiger Lage, wie dies beispielsweise auf Waldlichtungen oder an Waldrändern der Fall ist. Wir lieben vor allem ihre wohlschmeckenden Früchte, und hat man einen Garten, ist der Weg zum eigenen Himbeerbeet nicht mehr weit, zumal im Fachhandel eine grosse Auswahl an neuen, robusten und aromatischen Sorten erhältlich ist. Für eine erfolgreiche Kultur gilt es beim Anbau und bei der Pflege einiges zu berücksichtigen.[/COLOR]


Standort


Kulturhimbeeren bevorzugen einen warmen Standort in humusreichem, tiefgründigem und gut durchlässigem Boden. Ein guter Wasserabzug ist besonders wichtig, da sonst die Wurzeln gerne zu faulen beginnen. Schwere oder gar verdichtete und nasse Böden bedürfen daher einer guten Bodenvorbereitung. Dabei wird der Untergrund mindestens einen halben Meter tief gelockert und mit gut verrottetem Kompost und Gartenerde oder RICOTER Beerenerde ohne Torf angereichert. Das Pflanzbeet sollte mindestens eine Breite von 0.8 bis 1 Meter aufweisen. Zusätzlich empfiehlt sich besonders bei schweren Böden eine Drainageschicht mit Blähton oder Kies. Auch eine Damm- oder Hügelkultur,  vermindert die Gefahr von Wurzelfäulnis deutlich. Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass Neupflanzungen am gleichen Ort, einen Unterbruch von mindestens 5 Jahren bedürfen. Grund dafür sind über den Boden übertragbare Krankheiten. Ist dies nicht möglich, muss das Erdreich mindesten einen halben Meter tief ausgewechselt werden. Als Ersatz empfiehlt sich dazu ausgezeichnet die Beerenerde ohne Torf von RICOTER. Das der Walderde nachempfundene, kalibetonte, luftige Substrat fördert eine optimale Fruchtbildung sowie die Reife und den Geschmack. Verantwortlich dafür ist der leicht saure pH-Wert um 6,0 und der niedriger Salzgehalt. Zudem weist die Erde ein gutes Wasserrückhaltevermögen und eine lockere Struktur auf. Dies aufgrund des grossen Anteils an Rindenkompost. Ausserdem enthält sie eine mineralische Grunddüngung, die den Pflanzen bei der Wurzelbildung hilft. Erhältlich ist die Beerenerde ohne Torf in Säcken à 30 Litern.


Erziehungssysteme


Im Handel sind zwei Arten von Kulturhimbeeren erhältlich, die unterschiedliche Erziehungssysteme bedürfen. Erkundigen Sie sich beim Kauf nach möglichst gesunden Sorten.

[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Sommerhimbeeren[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]Dazu gehören beispielsweise die Sorten GLEN AMPLE(S), MALAHAT(S), MEEKER und NINIANE® rubaca(S).[/COLOR]

[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Herbsthimbeeren[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]Hier sind es beispielsweise die Sorten ALPENGOLD(S), BLISSY®, FALLRED(S), POLKA(S).[/COLOR]

  


Pflanzzeit und Pflanzabstand


Die ideale Pflanzzeit für Himbeeren ist zwischen Mitte April und Ende September, wenn der Boden warm ist. Man kauft sie im Topf und pflanzt sie, wenn immer nur möglich, in Einzelreihen im Abstand von 0.4 bis 0. 5 Metern. Sind mehrere Reihen geplant, sollte der Reihenabstand 1.8 bis 2 Meter betragen. Dies begünstigt eine optimale Durchlüftung und mindert so Krankheiten.


Pflanzung


Vor dem Setzen werden die Pflanzen für mindestens eine halbe Stunde ins Wasser gestellt. Anschliessend wird der Topf entfernt, der Wurzelballen im unteren Bereich in Reihenrichtung auseinandergezogen und in die vorbereitete Pflanzgrube gestellt. Setzen Sie den Ballen nicht zu tief, die obersten Wurzeln dürfen nur maximal 2 cm mit Erde bedeckt werden. Im Anschluss das Beet gut wässern.


Kulturmassnahmen


Damit die Früchte nicht klein bleiben, sind regelmässige Wassergaben bei Trockenheit unerlässlich, dies besonders vor und während der Ernte. Zur Düngung und zur Erhaltung des Damms wird jedes Jahr nach der Ernte im Sommer in den Reihen 30 – 40 Liter Kompost pro m2 aufgehäufelt. Entfällt die Kompostgabe, so müssen die Pflanzen im März/April mit einem spezifischen Beerendünger versorgt werden. Dazu verteilt man 60 g pro m2 breitflächig im Rutenstreifen. Ebenfalls wird zur Krankheitsverminderung der Boden in den Reihen unkrautfrei gehalten.




 



 



Der Schnitt an sommertragenden Himbeeren


Wenn die jungen Bodentriebe eine Höhe von 20 bis 40 cm erreicht haben, werden sie auf 12 bis 15 Ruten pro m2 ausgedünnt. Dabei belässt man nur unverletzte, gesunde und mittelstarke Ruten, die restlichen schneidet man bodeneben ab, da zu dichte Bestände krankheitsanfällig sind. Nach der Ernte werden die abgetragenen Ruten ebenfalls bodeneben abgeschnitten und entsorgt. Kranke Ruten wandern dabei in den Hauskehricht, während gesunde zerkleinert im Kompost landen.Anschliessend müssen die neuen Triebe noch geordnet und angebunden werden. Diese kann man, falls sie länger als 2 Meter sind, bis über den obersten Draht einkürzen. Im folgenden Frühjahr werden die Ruten wiederum auf 10 bis 12 gesunde und intakte Ruten pro m2 ausgedünnt.




Herbsttragende Himbeeren


Diese Sorten benötigen nach der Sommer- oder Herbstpflanzung erst im Frühjahr einen Rückschnitt, wenn die neuen Bodentriebe erscheinen. Dazu lichtet man Anfang bis Mitte Mai den Bestand auf 20 bis 30 Ruten pro m2 aus. Dies kann auch durch ein seitliches Einengen der Reihen mit einer Sense erfolgen, was eine gute Durchlüftung gewährleistet, somit den Spinnmilbenbefall mindert und die Rutengesundheit fördert. Ebenfalls bilden sich grösser Früchte mit verminderter Anfälligkeit auf die gefürchtete Fruchtfäule. Zwischen Dezember und Februar können dann alle Ruten über dem Boden abgeschnitten und je nach Gesundheit kompostiert oder vernichtet werden.





 







Krankheiten und Schädlinge




Rutenkrankheit
Oft ist eine schlechte Durchlüftung der Bestände dafür verantwortlich. Bei den ersten Anzeichen - je nach beteiligter Pilzart ist das Schadbild unterschiedlich, führt aber immer zum Welken der Triebe - müssen diese sofort herausgeschnitten und verbrannt oder mit dem Hauskehricht entsorgt werden. Anschliessend das Schnittwerkzeug unbedingt abflammen. Bei starkem Befall hilft eine Behandlung mit Kupfer. Diese erfolgt, wenn die Triebe etwa 10 cm hoch sind vorbeugend und darf bis zum Blühbeginn ein- bis zweimal sowie nach der Ernte verabreicht werden. Zeigt sich keine Besserung, ist ein Standortwechsel der Kultur unumgänglich.

Grauschimmel[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Grauschimmel tritt ebenfalls an zu dichten Standorten auf, also sollte man auch hier für eine gute Durchlüftung sorgen. Bei starkem Befall kann ab Blühbeginn bis Blühende die Kultur mit entsprechenden Fungiziden behandelt werden, wobei die letzte Spritzung spätestens 14 Tage vor der Ernte erfolgt.[/COLOR]



Himbeerwurm an Sommerhimbeeren[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Erste Anzeichen sind runde Löcher kurz vor der Blüte in den Blättern, verursacht durch den Himbeerkäfer. Währenddessen legen die Weibchen ihre Eier in die Blüten, aus denen später die Larven des Käfers (Himbeerwurm) schlüpfen. Bei einem Befall sollten die Käfer von Hand entfernt werden. Ebenfalls sind im Handel entsprechende Insektizide erhältlich, die während der Blüte unbedingt erst am Abend gespritzt werden, wenn keine Bienen mehr fliegen.[/COLOR]

Spinnmilbenbefall
Im Weiteren können Himbeerkulturen von Spinnmilben befallen werden. Dies besonders an heissen, zu wenig durchlüfteten Standorten oder während Hitzeperioden. Auch hier kann eine gute Durchlüftung durch Entfernen von Ruten Abhilfe schaffen.Ebenfalls können bei einem Befall Raubmilben ausgesetzt und/oder im Frühjahr eine oder zwei Spritzungen mit nützlingschonenden Akariziden durchgeführt werden.

 

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