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Die Gewinnung von Rosenöl

Der Legende nach soll die persische Prinzessin Nour Djiham das Rosenöl entdeckt haben. Zum Anlass ihrer Hochzeit mit Prinz Punj Dji Kanjuy wurden die Kanäle des königlichen Palastgartens mit Rosenwasser gefüllt, auf dessen Oberfläche…

Redaktion16. November 20165 Min. Lesezeit

ein Leinenlappen mit Dutzenden frisch gepflückter Rosenblätter und einer kleinen Holzschale mit gesammelten Tropfen.
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Der Legende nach soll die persische Prinzessin Nour Djiham das Rosenöl entdeckt haben. Zum Anlass ihrer Hochzeit mit Prinz Punj Dji Kanjuy wurden die Kanäle des königlichen Palastgartens mit Rosenwasser gefüllt, auf dessen Oberfläche Rosenblütenblätter in grosser Menge schwammen. Während die Prinzessin auf ihrem Boot durch die Kanäle gerudert wurde, liess sie ihre zarten Hände durch das mit Rosen bedeckte Wasser gleiten. Plötzlich bemerkte sie eine honigähnliche Substanz auf dem Wasser und ebenso an ihren Fingern. Auf ihren Rat hin liess der Prinz die Substanz abschöpfen und in Fläschchen abfüllen.[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]Beim Rosenöl handelt es sich um das aus Rosenblütenblätter gewonnene ätherische Öl, das lediglich durch Wasserdampfdestillation gewonnen wird. Gelegentlich wird diese Bezeichnung auch für mit Hexan oder Alkohol gewonnenes, ätherisches Öl sowie für Hagenbuttenkernöl verwendet, welches ein fettes Öl ist. Letzteres wird vorwiegend aus südamerikanischen Hagebutten hergestellt, der sogenannten Rosa mosqueta und wird deshalb Rosa mosqueta-Öl bezeichnet. Meistens werden für die Herstellung des kostbaren ätherischen Rosenöls die Blütenblätter der dreissigblättrigen Rose verwendet, [/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]Rosa damascena[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)] 'Trigintipetala', auch bulgarische Ölrose genannt.[/COLOR]

[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Schon zu Zeiten des Osmanischen Reiches, also vor 350 Jahren, wurden in Bulgarien Rosen für die Ölgewinnung angebaut. Als die Bedeutung des persischen Rosenöls Ende des 18. Jahrhunderts merklich nachliess, begann Anfang des 19. Jahrhunderts ein Aufschwung der Rosenölproduktion in Bulgarien. Während zu dieser Zeit der Gebrauch und das Wissen um die medizinische Wirkung der Rose und deren Produkte einen Rückgang verzeichnete, erlebte die Parfümindustrie einen Aufschwung. In Bulgarien werden Rosen für die Ölgewinnung hauptsächlich im sogenannten Rosental angebaut, welches am Südwesthang des Balkangebirges liegt. Im Juni blühen auf einer Gesamtfläche von 100 Kilometern Länge und zwischen zehn und 15 Kilometern Breite die Ölrosen. Bedeutend für die bulgarische Produktion sind vor allem die Städte Kazanlak, Karlovo sowie Gurkovo. Der Ertrag an Rosenöl kann jährlich stark variieren. In guten Jahren liegt er bei 5000 kg, in weniger guten Jahren sank er auch schon auf 500 kg pro Jahr.[/COLOR]

[COLOR= rgb(0, 0, 0)]In der Türkei wurden ab dem Jahre 1894 im Zuge von Veränderungen im Osmanischen Reich Rosen angebaut. Der heutige türkische Rosenanbau sowie dessen verarbeitende Industrie entstand in der Gegend um Isparta. Im Gegensatz zu der durch die Kolchosenwirtschaft Bulgariens geprägten, grossflächigen Landwirtschaft ist der Anbau in der Türkei sehr kleinbäuerlich. Zwar werden um Isparta auch Rosen im Hektarmassstab angebaut, weit grösser verbreitet ist aber die kleinflächige Subsistenzlandwirtschaft in den Dörfern. Hier hat jede Familie nur gerade so viele Rosen, wie sie selbst pflegen kann. In Rumänien wurde an der Grenze zu Bulgarien bis in die fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts in kleinem Umfang Ölrosen angebaut. Heute existiert dieser Anbau nicht mehr. In Siebenbürgen begann man ab 1999 mit dem biologisch- dynamischen Anbau von [/COLOR]Damaszenerrosen[COLOR= rgb(0, 0, 0)]. Nebst der Gegend um Schiraz werden im Osten Irans, in der Nähe von Kerman, in einer Höhenlage von über 2500 m.ü.M. Rosen angebaut. 3500 bis 7000 kg Rosenblüten benötigt man je nach Sorte, um ein Kilogramm reines, ätherisches Rosenöl zu erhalten. 50 Blüten der 'Rose de Rescht' wiegen ca. 120 Gramm. Die Rosen werden immer noch von Hand und nur während den frühen Morgenstunden gepflückt, da in dieser Zeit der Gehalt an Duftstoffen am höchsten ist. Die Ernte dauert ungefähr vier Wochen, je nach geografischer Lage von Mai bis Juni.[/COLOR]



[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Bei der Rosenölherstellung werden vor allem folgende Verfahren angewendet.:[/COLOR]


1. Die Wasserdampfdestillation


Hierfür werden die Rosenblüten im Verhältnis 1:4 mit Wasser aufgekocht. Daraus wird in einem sehr langsamen Prozess das Rosenwasser destilliert. Das leichtere ätherische Öl (Attar) schwimmt obenauf und wird anschliessend mit einem Scheidetrichter vom Wasser getrennt oder wird vorab in einem Kondensator gesammelt. Oftmals wird das Wasser noch ein zweites Mal destilliert, um auch noch den letzten Rest an wertvollem Öl zu gewinnen.
Öle die durch Wasserdampfdestillation hergestellt werden, haben oftmals eine leicht butterartig bis feste Konsistenz, werden aber schon durch Handwärme wieder flüssig und sind relativ lange haltbar. Das so gewonnene Rosenöl entwickelt erst nach einigen Jahren Reifezeit seine gehaltvolle Tiefe.


 











2. Das Extraktionsverfahren


Für die Parfümindustrie wird heute vor allem in Marokko und in kleinen Mengen noch in der Umgebung von Grasse (Frankreich) Rosa centifolia, die Centifolie, auch Kohlrose genannt, grossflächig angebaut.

[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Nach der Ernte wird das Öl mit Hilfe von organischen Lösungsmitteln wie Ethanol und Hexan aus dem Pflanzenmaterial herausgelöst und anschliessend abdestilliert. Zurück bleibt das salbenartige , welches noch Wachse, Harze sowie Begleitstoffe der Blüten enthält. In einem weiteren Prozess werden diese mit Alkohol abgetrennt. Zurück bleibt nun das Absolue. Extraktionsöle haben einen noch intensiveren Duft als Öle aus Destillationen und sind zudem wegen ihrer blumig-würzigen, warmen sowie süssen Note sehr gefragt. Der Nachteil bei diesem Verfahren ist jedoch, dass man die Originalduftnote nicht in das Absolue übernehmen kann.[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]Das wertvollste Öl wird aus der [/COLOR]Rosa Alba[COLOR= rgb(0, 0, 0)] gewonnen. Ihr subtiler und fragiler Duft ist von einer Zartheit, der kaum je von einer anderen Rose übertroffen wurde. Früher pflanzte man diese in Massen in Bulgarien an. Zwischenzeitlich wurden sie jedoch fast vollständig durch die Damaszenerrosen verdrängt, da diese einen bedeutend höheren Gehalt an ätherischen Ölen aufweisen. Einen Grossteil des Albaöls ist den Königshäusern von Arabien sowie dem Kaiserhaus von Japan vorbehalten. Mittlerweile werden wieder mehr Albarosen für die Rosenölgewinnung angebaut, wodurch auch wieder kleinere Mengen auf dem Markt erhältlich sind.[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]Rosenöl hat seinen Preis. Für 1 ml reines, ätherisches Rosenöl bezahlt man von ca. Fr. 40.- aufwärts. Verwenden Sie bitte dieses kostbare Gut der Natur immer sehr sparsam. Am besten geben sie 2 bis 4 Tropfen in 100 ml gutes Mandel- oder Jojobaöl.[/COLOR]

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