Der Birnbaum
Allgemeines Bei der heutigen Kulturbirne handelt es sich um eine Hybride aus mehreren Arten. Man vermutet, dass vor allem die heimische Wildbirne Pyrus pyraster, die mediterrane Pyrus nivalis und die asiatische Pyrus syriaca als…

Bei der heutigen Kulturbirne handelt es sich um eine Hybride aus mehreren Arten. Man vermutet, dass vor allem die heimische Wildbirne Pyrus pyraster , die mediterrane Pyrus nivalis und die asiatische Pyrus syriaca als Elternteile in Frage kommen. Birnbäume gehören zusammen mit Apfel und Kirsche zu den Rosengewächsen. Die Gattung Pyrus ist nur auf dem Eurasischen Grosskontinent beheimatet und kommt in Amerika, Australien, Neuseeland und Südafrika nur als Kulturpflanze vor. Von den heute weltweit über 1000 Kultursorten kannte man anfangs des 17. Jahrhunderts mindestens 300. Die Griechen und Babylonier schätzten die Birne schon als Bereicherung ihrer Tafel. Plinius der Ältere, im Jahre 23 n. Ch. in Como geboren, erwähnte in seinen umfangreichen Aufzeichnungen fast 40 gängige Sorten!
Die Blüten der Birnen sind kleine Wunderwerke der Natur: Die roten Pollenträger der Staubbeutel heben sich von den strahlend weissen Blüten ab.
Im April-Mai haben die Honigbienen unendlich viel zu tun. Ohne ihren unermüdlichen Einsatz ginge der Obstbauer leer aus.
Standorte
Birnbäume wachsen in jedem durchlässigen, nicht zu sauer Boden, mit gutem Anteil an Lehmerde. Böden mit ausreichendem Nährstoffgehalt sind für ein ausgeglichenes Wachstum geeignet. Staunässe muss vermieden werden. Die heutigen Birnensorten werden alle veredelt. So werden Edelreiser auf mehr oder minder wüchsige Unterlagen (Wildlinge) gepfropft. Dabei können auch Wurzelunterlagen gewählt werden, die mit schlechteren Böden ausgezeichnet zu Gange kommen. Heute gibt es eine auch grössere Anzahl von zwergwüchsigen Birnbäumen, die sich bestens für grössere Gefässe, aber auch für Kleingärten eignen. Wichtig in diesen Gefässen ist eine gute Drainage mit Blähton („Hydrokügeli“). Ein Trennvlies trennt die Erde von der Drainageschicht ab. Als Erde eignet sich eine strukturstabile Erdmischung. Für den Hausgarten empfehlen wir Busch- oder Niederstammformen. Sie werden auch als Pyramide bezeichnet und haben einen Stamm von 40-80 cm. Birnen werden auch seit Jahrhunderten als Spaliere an Häusern und Mauern verwendet. Birnbäume als Hochstämme sind eher als Hausbaum, Schattenspender oder in grossen Obstanlagen verwendbar. Ihre Stammhöhe liegt bei etwa 180-200 cm. Als Zwischenform gibt es den Halbstamm mit einer Stammhöhe von 120-150 cm. Unter solchen Bäumen lässt sich gut Rasen zu mähen und trotzdem sind seine Früchte noch leicht erreich- und beerntbar. Wichtig zu wissen: Ein Stamm wächst nicht mehr in der Höhe, bez. Länge, sondern nur noch in der Dicke!
Typisch ist hier die Wuchsform eines Birnbaums zu sehen: „Birnenform“. Die Kronen de Apfel- und Kirschbäume sind hingegen rundlich wie Äpfel und Kirschen.
Sortenvielfalt
Birnen werden frisch konsumiert. Sie finden aber auch in der Konservenindustrie Verwendung. Gedörrte Birnen sind seit Alters her beliebt und waren für unsere Vorfahren die ideale Möglichkeit der Konservation von Früchten. Wie gesagt ist die Sortenvielfalt enorm. Alleine im deutschsprachigen Raum sind an die 1200 Sorten verbreitet und bekannt, davon viele als Lokalsorten mit sehr eng begrenztem Verbreitungsgebiet. Neben der Fruchtform und –gösse ist vor allem die Reifezeit ein wichtiges Merkmal. Es gibt Sommerbirnen wie die ’Williams Christbirne’, die direkt ab dem Baum geerntet gegessen werden können. Dann Birnen wie ’Gute Luise’ die kurzfristig gelagert werden können, so etwa bis in den Oktober/November und effektive Lagerbirnen, deren bekannteste wohl die ’Cornference’-Birne ist, die bei richtiger Pflege und Temperatur bis in den Vorfrühling hinein schmackhaft bleibt. Einige Sorten wie ’Williams’, ’Clapps Liebling’ und ’Conference’ sind auch für eine Pflanzung Höhenlagen bis etwa 1500 m üM geeignet.
Auch im Mittelmeerraum, hier in Ägypten, sind Birnen beliebte Dessertfrüchte.
Einige interessante neuere Sorten:
Birnbäume sind bekanntlich auch feuerbrandgefährdet. Als erstaunlich tolerant dagegen hat sich die Sorte ’Harrow Sweet’ erwiesen. Sie reift von September bis Oktober. ’Harrow Delight’ hat, wie schon ihr Name suggeriert, eine delikate Geschmacksnote und ist im September essreif. Eine Frühsorte ist ’Dessera’. Mitte August geerntet, will sie bis Ende September gegessen sein. Dabei bleibt sie immer knackig und süss. Wenig schorfanfällig ist ’Isolda’, die gelb mit roten Backen ist und einen erfrischenden Gourmetgeschmack hat. Auch vor Birnen macht die Kultur als Säulenform nicht halt: Neu und robust ist ’Concorde’ mit saftigen flaschenförmigen Früchten von feinem Aroma, die bis Ende November gelagert werden können.
Birnen-Spaliere werden uralt und tragen auch im hohen Alter noch Früchte.
Im Herbst färben sich die Blätter leuchtend bunt und Birnbäume sind ob ihrer Pracht von weitem erkennbar.
Video Schnitt und Pflege von Birnbäumen (Kernobstbäume)
Alte Birnbäume schneiden (Erhaltungsschnitt)
https://player.vimeo.com/video/56426177
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