Birnensorte "Schweizerhose"
Neuentdeckung in der Schweiz Schweizer Obstsorte des Jahres 2011 die Birnensorte "Schweizerhose" Die alte Birnensorte Schweizerhose wurde in der Schweiz in den letzten Jahren von einem rund 100 Jahre alten grossen Birnbaum von Peter Zahner…

Schweizer Obstsorte des Jahres 2011 die Birnensorte "Schweizerhose"
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Die alte Birnensorte Schweizerhose wurde in der Schweiz in den letzten Jahren von einem rund 100 Jahre alten grossen Birnbaum von Peter Zahner aus[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]Waldkirch SG entnommen. Die Ursprungssorte dieses Baumes war die Goldmostbirne. Er wurde erst im ausgewachsenen Alter etwa 1950 umgepfropft mit den Sorten Pastorenbirne, Schürbirne, und im obersten Teil mit der Sorte Schweizerhose. Die Edelreiser der Sorte Schweizerhose hat damals Emil Edelmann aus Muolen SG nach Waldkirch gebracht. Heute wachsen auf den gepfropften Ästen gestreifte wie auch normal gefärbte Birnen, wir nennen das Rückmutation. Die natürlich erworbene Streifung ging an einzelnen Ästen wieder verloren. 2003 wurde bei einem vom Bund finanzierten Inventarisierungsprojekt der FRUCTUS in Sargans ein rund 80 jähriger Originalbaum der Sorte Schweizerhose gefunden.[/COLOR]
Herkunft und Eigenschaften
Über die ursprüngliche Herkunft unserer gestreiften Sorte in der Schweiz existieren unterschiedliche Angaben. Die Sorte ist im Buch Schweizerische Obstsorten II, Birnen, von Pfau - Schellenberg 1863 Es heisst dort, Schweizerhose ist eine panachierte Abart (Mutation) der Langen Grünen Herbstbirne. Der Pomologe Diel hat um 1820 dazu gesagt, diese Birne sei schon seit mehr als 200 Jahren bekannt. Der französische Pomologe André Leroy zitierte 1867 den Pomologen Le Lectier von Orléans, der 1628 schrieb von „Schweizer Birnen mit roten, grünen und gelben Streifen, im Januar und Februar reif“. Diese späte Reife verbiete es, diese Birne aus der Schweiz, der Langen Grünen Herbstbirne aus Frankreich gleichzusetzen. Richtig ist, dass unsere Birne aus Waldkirch in Normaljahren sehr spät reift und erst Ende Oktober oder Anfang November geerntet werden kann. Also kann unsere Schweizerhose durchaus eine über 400 Jahre alte Schweizersorte sein, und Leroy hatte recht, wenn er sie als Schweizer Birne bezeichnete.
Qualitätsfrucht oder Dekoration
Bei der Sorte Schweizerhose handelt es sich um eine Tafelbirne. Die Sorte braucht jedoch eine warme Lage. Das dekorative Aussehen sowie eine lange Haltbarkeit auch in der warmen Stube machen die Früchte attraktiv. Eine gute Essqualität wird nur an sonnigen Standorten erreicht. Wir vermuten, dass die bisher verwendeten Edelreiser des Baumes in Waldkirch stark virusverseucht waren, und die veredelten Nachkommen deshalb nur einen sehr schwachen
Wuchs aufwiesen. Interessant ist, dass bei der Sorte Schweizerhose auch die Rinde der Jungtriebe eine farbige Streifung aufweist. Eine Virusfreimachung erfolgte in Deutschland mit Edelreisern aus der Schweiz. Von dort hat FRUCTUS im August 2009 zusammen mit den Baumschulen E. Dickenmann und T. Suter Edelreiser importiert. 2011 sind die ersten virusfreien Bäume erhältlich.
Die Seltenheit dieser Sorte und der Wunsch nach der Erhaltung dieser schönen Spielart der Natur sind die Gründe für die Ernennung der Schweizerhose zur Schweizer Obstsorte des Jahres 2011.
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