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Sprossen und Keimlinge

0Antworten157Aufrufevon Redaktion · 20. Januar 2017letzter Beitrag vor 10 Jahren
  1. Redaktion1’197 Beiträge20. Januar 2017
    Kleine, zarte und kraftvolle Muntermacher für den Winter


    Durch die zunehmende Beliebtheit der asiatischen Küche, in welcher der Geschmack von 'Sprossen' eher von vornehmer Andeutung zeugt, etablierte sich auch bei uns die Sprossentreiberei mehr und mehr. Davon können wir besonders im Winter profitieren, lässt doch gerade dann die Abwechslung der saisonalen Küche oft zu wünschen übrig. Bekannt aus Kindertagen ist vielen das Keimen von Kressesamen, zierten sie doch als Nest, gefüllt mit Zucker- und Schoggieier, so manchen Ostertisch. Aber nicht nur Kresse, sondern auch aus vielen anderen Samen können Keimlinge oder Sprossen gezogen werden, wobei es sich bei ersterem um ein junges Pflänzchen handelt, das frisch aus dem Samen geschlüpft ist und welches sowohl die jungen Wurzeln als auch die späteren oberirdischen Teile umfasst. Sprossen hingegen sind die oberirdischen Teile des Keimlings, also Stängel und Keimblättchen, jedoch noch ohne Wurzeln, die werden erst später gebildet. Sind sie da, verlieren Sprossen oft ihren zarten Geschmack. Im Sprachgebrauch des Sprossenanbaus wird jedoch oft auch der gesamte Keimling als 'Sprosse' bezeichnet.Da Pflanzen bekanntlich nicht mit Eltern gesegnet sind, könnte man meinen, dass ihre Samen um zu wachsen, alles ausser Luft und Wasser, in sich tragen. Dem ist jedoch nicht so, denn die dazu benötigten Nährstoffe wie Vitamine, Proteine, Mineralstoffe und Aminosäuren für das Wachstum bilden sich erst durch die Keimung – also durch den Kontakt des Samens mit Sauerstoff und Feuchtigkeit, meist in Verbindung Wärme. Dann jedoch vervielfachen sich diese meist in wenigen Stunden um ein mehrfaches. Bei einigen Sprossenarten kann der Vitamin-C-Gehalt innerhalb von 72 Stunden sogar um bis zu 700 Prozent zunehmen. Zudem enthält das zarte Grün B-Vitamine, Kalium, Eisen, Zink, Fluor, Kalzium, Kupfer, Mangan, Natrium sowie Magnesium. Frisch gekeimt, im richtigen Zeitpunkt geerntet und schonend zubereitet, sind diese besonders hoch. Dies kommt vor allem Vegetariern zu Gute, welche sich diese Stoffe nicht aus fleischlicher Kost beschaffen können.



    Kichererbsensprossen - Reich an Vitamine B1, B2, C und D sowie Zink, Eisen, Phosphor, Kalium, Calcium und Magnesium.

    Geschmack: leicht nussig Nur in gekochtem Zustand geniessbar. Schmecken besonders gut solo als Beilage, als Bratlinge, in Eintöpfen und Salaten,


    Damit es schmeckt


    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Sprossen und Keimlinge, wenn möglich, an dem Tag verzehren, an dem sie geerntet wurden. Ist dies nicht möglich, wandern sie für maximal einen Tag in den Kühlschrank. Bei frisch geernteten Sprossen und Keimlingen erübrigt sich das Verlesen, bei gelagerten sollten braun angelaufene oder schlappe Pflänzchen unbedingt aussortiert werden. Einwandfreie Ware riecht frisch und ist trocken und knackig. Vor der Verwendung wird sie, je nach Einsatz, kurz mit heissem oder lauwarmem Wasser abgespült. Sprossen von Hülsenfrüchten, wie Mungobohnen, Linsen enthalten Enzyme. Diese schützten die Pflanze vor Schädlingsbefall. Enzyme können bei uns Menschen jedoch die Eiweissverdauung beeinträchtigen. Daher sollten diese Sprossen, falls sie zum rohen Genuss gedacht sind, vorher kurz in heisses und anschliessend in kaltes Wasser getaucht werden, wodurch die Enzyme zerstört werden.[/COLOR]



    Linsensprossen - Reich an Vitamin B1, B2 , Niacin, Folsäure, Zink und Eisen.

    Geschmack: feinaromatisch.Eignen sich besonders gut für Aufläufe, Pfannengerichte oder Eintöpfe.


    Kinderleichte Anzucht


    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Für die Anzucht von 'Sprossen' ist im Handel spezielles Saatgut erhältlich. Die Auswahl ist gross und erstreckt sich von den bekannten Kresse- über Rettich-, Senf- und Rucolasamen, Weizen-, Buchweizen-, Gerste- und Haferkörnern bis hin zu Linsen, Kichererbsen, Mungo- und natürlich Sojabohnen sowie fertigen Mischungen. Empfehlenswert ist Saatgut in Bio-Qualität. Damit ein Erfolg garantiert ist, sind in Reformhäuser, Haushaltswarengeschäften oder Gartencentern spezielle Keimgeräte mit Anleitung erhältlich. Die Keimtemperatur liegt zwischen 18 und 20 Grad. Beim Befüllen der Keimböden sollte darauf geachtet werden, dass die Samen, da diese quellen, wenn sie mit Wasser in Kontakt kommen, gut verteilt sind. Liegen sie zu dicht, droht Pilzbefall. Bis die Keimlinge genussreif sind, werden die Keimböden zweimal täglich mit frischem Wasser durchgespült. Je nach Saatgut dauert es mehrere Tage, bis geerntet werden kann.[/COLOR]



    Kressekeimlinge - Besonders reich Vitamin C und B, Eisen, Magnesium und Folsäure.

    Geschmack: in rohem Zustand leicht scharf, beim Kochen nimmt die Schärfe ab, das Aroma bleibt jedoch erhalten.Besonders gut zu Eier, für belegte Brötchen oder im Salat.



    Weizenkeimlinge - Reich an Vitamin E und Folsäure.

    Geschmack: mild. In Frikadellen, in Bratlingen, Salaten und Saucen.



    Mungobohnensprossen - Reich an Vitamin A, B1, B2, B3, B12, C und E. Zusätzlich Eisen, Kalzium, Kalium, Magnesium und Phosphor.

    Geschmack: aromatisch, erinnert an Erbsen.Grosse Sprossen (gekauft) für asiatische Gerichte und Salate. Kleine Sprossen in Eintöpfen, gedämpft als Beilage.

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