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Wenn die Sammelleidenschaft erwacht

0Antworten283Aufrufevon Redaktion · 17. November 2016letzter Beitrag vor 10 Jahren
  1. Redaktion1’197 Beiträge17. November 2016
    [COLOR= rgb(143, 84, 38)]Samenvorrat für die nächste Saison[/COLOR]
    Der Blumengarten, in dem noch vor Wochen Stauden sowie einjähriger- und zweijähriger Sommerflor in voller Blütenpracht stand, bietet jetzt ein anderes Bild. Auf dem Vormarsch sind geriffelte Kappen, ledrige Hülsen, durchscheinende Schoten und bizarre Gebilde, die mit dem Fortschreiten der Wochen mehr und mehr zunehmen und ab und zu lösen sich auch kleine Fallschirme von Pflanzen, um anschliessend in der warmen Septembersonne über die Beete zu gleiten. Bei all dem handelt es sich um die Frucht- und Samenständen vieler Pflanzen, die in den letzten Monaten mi ihren Blüten für Duft und Farbe in unseren Gärten sorgten. Lässt man sie stehen, verschönern diese kleinen Wunder der Natur den winterlichen Garten. Vorausgesetzt natürlich, sie wanderten vorher nicht durch unsere übereifrige Ordnungsliebe in den Kompost. Dies wäre nämlich mehr als schade, sind die vielen Samenstände doch auch ein willkommenes Winterfutter für Vögel und andere Wildtiere. Aber auch wir sollten von den wertvollen Sämereien profitieren und können durch Ernten den Fortbestand vieler Pflanzen sichern und so zum Nulltarif für Blütenfülle in der nächsten Gartensaison sorgen. Ebenso wie die Blütenpracht ist auch die Vielfalt der Pflanzensamen schier unglaublich: längliche Körnchen, die in leuchtenden, oft saftigen Beeren schlummern oder dicht an dicht in Blütenböden sitzen, um sich dann mit ihren seidigen Flughaaren auf und davon zu machen. Oftmals sind es auch nur dicke Körner oder schwarze Kügelchen, die durch das Aufspringen der Schoten, gelegentlich auch mit einem ausgeklügelten Schleudermechanismus, auf der Erde landen. Geerntet werden können alle. Achten Sie dabei darauf, dass die Früchte, Schoten oder Samenhüllen gut ausgereift sind.

    Erkenntlich ist dies bei Früchten an der oft schrumpeligen Oberfläche. Schoten und andere Samenstände werden heller oder gar papierartig und Korbblütler bilden Lichtchen, zusammengesetzt aus vielen Flugschirmchen. Gesammelt wird nur Saatgut von gesunden, kräftigen Pflanzen. Anschliessend werden in Fruchtfleisch schlummernde Samenkörner von der Ummantelung befreit, gut gewaschen und zum Trocknen auf Zeitungspapier ausgelegt. Bei Saatgut von trockenen Samenständen reicht oft nur ein leichtes Klopfen. Bei Mohn, Jungfern im Grünen oder Akelei kann der Samen sogar nur ausgeschüttet und gleich in Papiertütchen abgefüllt werden. Dies ist übrigens immer noch die bewährteste Aufbewahrungsmethode, da noch nicht ganz trockenes Saatgut nachtrocknen kann. Bewahrt man dieses hingegen ohne Nachtrocknen in verschliessbaren Gläschen auf, kommt es gerne zu Schimmelbefall, was die Samen unbrauchbar macht. Zum Schluss noch angeschrieben, werden die Schätze bis zum nächsten Frühjahr an einem dunklen, kühlen und trockenen Ort gelagert. Wichtig zu wissen: Nicht alle Pflanzen lassen sich sortenrein vermehren. Dazu gehören viele Kultursorten, sogenannte F1-Hybriden, deren Nachkommen meist anders ausfallen als die Elternpflanzen. Dies sollte aber die Freude über die selbst gezogenen Nachwuchs nicht schmälern, können daraus doch interessanten Abkömmlinge entstehen, wie dies oft bei Pfingstrosen der Fall ist. Hier benötigt es jedoch schon einige Jahre Geduld, bis sich ein Ergebnis zeigt. Schnellere und sichere Erfolge erzielt man mit dem Sammeln und Aussähen von Samen einjähriger Sommerblumen, wie Ringelblume, Kapuzinerkresse, Schlafmohn, Jungfer im Grünen, Rittersporn und Schleifenblumen oder Kletterpflanzen, wie zum Beispiel Duftwicke oder Prunkwinde. Hingegen erst im Jahr nach der Aussaat blühen Fingerhut, Bartnelke, Vergissmeinnicht, Vexiernelke und Königskerze sowie ausdauernde Stauden, unter anderem Akelei, Frauenmantel, Kugeldistel oder Glockenblume. Bevor es an die Aussaat geht, sollte die Keimfähigkeit getestet. Dazu gibt man die Samen in ein Glas mit Wasser. Was zu Boden sinkt ist keimfähig und kann ausgesät werden.

      


     



     



    Vermehrung von Salat


    Auch Salat lässt sich aus Samen vermehren, denn unterlässt man hier das Ernten, so schiessen die Köpfe bald in die Höhe, um anschliessend zu blühen. Damit die Sortenreinheit gewährleistet ist, werden die Köpfe kurz vorher mit einem Gazetuch abgedeckt. Nach der Bestäubung der körbchenförmigen Blüten wird der Samen entnommen, welcher an weissen Pappussen (Schirmchen) hängt. Einzige Ausnahme bilden auch hier besondere Züchtungen, sogenannte F1 Hybriden, da sich diese nur mit Qualitätsverlust vermehren lassen.



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