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Sorbusarten - Wertvolle Wildobstbäume

0Antworten175Aufrufevon Redaktion · 18. November 2016letzter Beitrag vor 10 Jahren
  1. Redaktion1’197 Beiträge18. November 2016
    Wertvolle Wildobstbäume mit beerenstarkem Auftritt im Herbst


    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Unter den Sorbusarten ist uns hauptsächlich die Vogelbeere bekannt, die oft in Parkanlagen oder sonstigem, öffentlichem Grün und Privatgärten anzutreffen ist. Ein gern gesehener Baum, zeigt er doch im Herbst eine reichhaltige Beerenpracht, die richtig verarbeitet sogar essbar ist. Weitere Sorbusarten, die ebenfalls essbare Früchtetragen sind die Mehl- und Elsbeere sowie der weniger bekannte Speierling. Diese, aus der Familie der Rosengewächse stammende Arten, sind bei uns heimisch und dienen vor allem Vögeln aber auch anderen Wildtieren, wie z.B. dem Siebenschläfer als willkommene Nahrungsquelle. Sorbusarten nehmen mit allen Böden vorlieb, vorausgesetzt, diese sind nicht zu trocken. In der freien Natur können sie unter guten Bedingungen bis zu 30 Meter hoch werden, im Garten ausgepflanzt bleiben sie jedoch deutlich kleiner.[/COLOR]


    Die Vogelbeere (S. aucuparia)


    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Diese, auch unter dem Namen Eberesche bekannte Sorbusart, ist wie schon erwähnt, die Bekannteste und im ganzen europäischen Raum beheimatet. Da sie sehr frosthart ist, findet man sie im Alpenraum bis zur Baumgrenze. Sie ist meistens mehrstämmig und von schlankem, lockerem Wuchs und wird im Garten maximal 10 Meter hoch. Im Weiteren ist die Säuleneberesche, S. aucuparia 'Fastigiata', mit streng schmalem, kegelförmigem, und langsamem Wuchs erhältlich, die nur etwa 5 Meter hoch wird. Mit ihrer attraktiven Säulenform und dem grossen, roten Fruchtschmuck eignet sich diese besonders gut für kleine Gärten.Die Vogelbeere trägt 5 bis 9 Paare unpaarig gefiederte Blätter, die scharf gezähnt sind und sich im Herbst goldgelb bis orangerot verfärben. Ab April/ Mai zeigen sich weisse oder grünliche Einzelblüten, die sehr reichhaltig in doldigen Blütenständen zusammengefasst sind. Aus ihnen entwickeln sich bis zum Herbst leuchtend, orangerote, kugelige Früchte von etwa 1 cm Durchmesser mit hohem Vitamin-C-Gehalt. Sie sind säuerlich und überaus bitter, jedoch nicht giftig, wie oft angenommen wird, und können in rohem Zustand gegessen sogar Übelkeit hervorrufen. Tiefgefroren und gekocht hingegen nicht mehr, woraus sich fruchtige Aufläufe, Kompotte, Fruchtsäfte und Gelees - oder eventuell zusammen mit Birnen, Äpfel oder Zwetschgen - delikate Konfitüren herstellen lassen - ein Genuss in kalten Wintertagen.Mittlerweile sind jedoch auch bitterstofffreie Varianten im Handel erhältlich, wie beispielsweise die Sorte 'Edulis', mit deutlich grösseren Beeren und dem höchsten Vitamin-C-Gehalt.[/COLOR]




    Die Mehlbeere (Sorbus aria)


    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Die Mehlbeere wächst sehr langsam und bildet im Garten einen grossen Strauch oder kleinen Baum von 6 bis 8 Metern Höhe mit breitem, kegelförmigem Wuchs, der bis zu 200 Jahre alt werden kann. Sie ist in der Schweiz weit verbreitet, bevorzugt aber kalkhaltige, trockene Böden in sonnigen Lagen, gedeiht aber auch gut in Berggegenden.Die Belaubung ist ungeteilt, oval, in der Blattmitte nicht breiter als in der oberen Hälfte mit doppelt gezähntem Rand. Auf der Oberseite glänzt sie dunkelgrün, die Rückseite ist weissfilzig, was auch ihren Namen erklärt. Dadurch verfärbt sich im Herbst in ein dunkles Goldgelb bis Braungelb, welches einen wunderbaren Kontrast zu den eiförmigen, orangeroten, bis zu 15 mm langen Früchten bildet, die an ihrer Spitze auch bemehlt sind. Reif sind sie weich, ganz bemehlt und beim Zerreiben entwickelt sich ein feinfruchtiges Aroma mit mehligem Geschmack. Sie entstehen aus weissen Blüten in doldigen Ständen, die sich im Mai zeigen und weniger zahlreich als bei der Vogelbeere sind.Mehlbeeren sollten nicht roh verzehrt werden, da sie Parasorbinsäure enthalten, was zu Magenverstimmungen führen kann. Aus ihnen können aber Mus, Konfitüren oder Kompotte hergestellt werden.[/COLOR]




    Die Elsbeere (S. torminalis)


    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Wild kommt die Elsbeere vor allem in der Nord- und Westschweiz vor. Das kalkliebende Wildobst wächst sehr langsam und bildet im Garten einen Baum oder Grossstrauch von bis zu 6 Metern Höhe. Sein Holz ist sehr hart, wertvoll und als Furnierholz sehr gefragt. Ausserdem werden daraus Musikinstrumente, hauptsächlich Flöten, hergestellt.Im Gegensatz zur Vogelbeere zeigt die Elsbeere keine gefiederten, sondern breit gelappte Blätter. Sie sind auf ihrer Oberseite glänzend dunkelgrün. Die Blüten erscheinen ab Mai/Juni in weissen Dolden. Im Herbst folgen hellbraune, bis zu 18 mm lange Früchte, die vollreif weich sind, ähnlich wie Hagebutten schmecken und aus denen sich Säfte oder Konfitüre herstellen lassen. Bekannt ist auch der Elsbeerschnaps, eine Rarität, die im Elsass gebrannt wird. Auch wenn die Früchte eher unauffällig sind, umso prächtiger ist die Laubfärbung in Orangerot, Gelb und Kupferrot[/COLOR]




    Der Speierling (S.domestica)


    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Weniger bekannt unter den Sorbusarten, ist der Speierling, auch Spierling genannt. Dieser, freistehend sehr breitwüchsige Baum, ist in der Schweiz sehr selten, am ehesten noch in der West- und Nordschweiz zu finden. Er wächst sehr langsam und erreicht im Garten eine maximale Höhe von bis zu 7 Metern. Seine Borke ist kleinschuppig und braungrau, das Holz. dunkelbraun, schwer und hart. Es wird im Werkzeug- und Musikinstrumentenbau verwendet, gilt als wertvolles Möbel- und Furnierholz und wird zum Schnitzen und Drechseln verwendet. Der Speierling trägt bis zu 25 cm lange dunkelgrüne Fiederblätter, die nur in der oberen Hälfte gezähnt sind. Im Herbst verfärbt es sich orangegelb.Im Mai bis Juni zeigen sich locker gefüllte, weisse bis rötliche Blütendolden, aus denen sich bis zum September/Oktober 1.5 cm grosse, birnen- bis apfelförmige gelbe bis rote Früchte bilden. Diese sind eine gute Nahrungsquelle für Vögel und Säugetiere, welche den Samen nach dem Verzehr verbreiten. Leider gehen nur wenige Sämlinge auf, die dann oft durch Pilzbefall oder Wildfrass wieder verschwinden. Daher sind Natur- und Vogelschutzvereine bestrebt, dieses Wildobst wieder vermehrt zu pflanzen.Aber auch wir können die Früchte nutzen, jedoch erst im überreifen Zustand. Dann lassen sie sich Obstmost zufügen und eignen sich, da sie auch mehlig sind, in Kombination mit anderen Früchten für Mus oder Konfitüre.[/COLOR]

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