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Kartoffeln bluten

0Antworten1’190Aufrufevon Pais · 28. August 2012letzter Beitrag vor 14 Jahren
  1. Pais586 Beiträge28. August 2012
    Ich bin froh wenn Sie mir folgendes erläutern könnten; Nach der Ernte habe ich die Kartoffeln getrocknet/gereinigt und gleich in einer Kiste in den Keller gelegt. Soweit so gut .. Bei der Ernte habe ich jedoch einzelne Kartoffeln etwas lange an der Sonne gehabt und diese haben angefangen „zu bluten“; einzelne Punkte mit einer roten/dunklen Flüssigkeit. Jetzt habe ich gehört, dass sei „gut“ und ich soll sie an der Sonne ausbluten lassen, vor der Lagerung. Was können Sie mir zum diesen Phänomen sagen? Die Stellen sind in der Kartoffel bläulich und habe ich vor dem verarbeiten in der Küche komplett weggeschnitten. Hat es an dieser Stelle auch Solanin? Und was hat es mit diesem „ausbluten“ im Zusammenhang mit der Lagerung aufsich? Mit freundliche Grüsse und besten Dank im Voraus

    Vielen Dank für Ihre Anfrage. Leider ist es ohne Bildmaterial relativ schwierig zu beurteilen, worunter genau Ihre Kartoffeln leiden. Leiden daher, da Ihre Beschreibung, insbesondere die bläulichen Flecken in Kombination mit dem Austritt der rötlichen Flüssigkeit, unserer Ansicht nach auf eine Pilzinfektion hinweist. Zu erwähnen ist, dass in diesem Jahr besonders die Kartoffeln unter der wechselhaften Witterung der letzten Monate gelitten und daher vielerorts von der sogenannte Kraut- und Knollenfäule, ausgelöst durch eine Proistenart (Phytophthora infestans) aus der Abteilung der Eipilze (Oomycota), befallen wurden. Bei einem Befall treten als erstes an Blättern – hier von den Blatträndern her - und Stängeln dunkelbraune Flecken auf. Diese vergrössern sich bei feuchter Witterung rasch, wobei sich an den Blattunterseiten einen schimmelartigen Pilzbelag ausbreitet, worauf sich an den Enden der Pilzfäden Sporenbehälter (Sporangien) bilden. Bei Nässe werden die Sporen freigesetzt und dringen in umliegendes pflanzliches Gewebe ein. Liegen die Temperaturen über 10 °C, keimen die Sporangien auch direkt aus. So oder so gelangen diese über Wunden schon während der Vegetationszeit oder aber auch bei der Ernte in die Knollen. Bei einem Befall zeigen diese graublau verfärbte Flecken sowie braune Stellen ohne scharfe Abgrenzung zum gesunden Gewebe, welche die Kartoffel ungeniessbar macht. Der Pilz überwintert übrigens in den Knollen. Daher kann eine einzige infizierte Kartoffel ausreichen, um einen Befall im nächsten Jahr auszulösen. Sollte sich daher bei Ihren Kartoffelpflanzen das Kraut auch braun verfärbt haben, so empfehlen wir Ihnen von einem Verzehr der Knollen abzusehen. Um eine Übertragung des Pilzes auf eine Pflanzung im nächsten Jahr zu unterbinden, muss das Kraut unbedingt mit dem Hauskehricht entsorgt und keinesfalls in den Kompost gegeben werden. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass keine Knollen im Boden zurückbleiben, und möchten Sie im nächsten Jahr wieder Kartoffeln anbauen, so sollten diese soweit wie möglich entfernt vom jetzigen Ort gepflanzt werden.In der Hoffnung, Ihnen mit dieser nicht ganz eindeutigen Einschätzung trotzdem gedient zu haben, verbleiben wir

    Ihr Gartenfreunde-Team

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