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Krautfäule bei Tomaten

0Antworten201Aufrufevon Redaktion · 22. November 2016letzter Beitrag vor 10 Jahren
  1. Redaktion1’197 Beiträge22. November 2016
    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Tomaten können von verschiedenen Pilz- und Bakterienkrankheiten befallen werden, die oft vom Laien schwer zu unterscheiden sind. Am meisten verbreitet ist die Krautfäule, auch Knollenfäule genannt, da sie neben Tomaten auch Kartoffeln befällt. Sie wird durch einen Pilz verursacht, der verheerend in den Pflanzungen wirkt. Er verbreitet sich ab Mitte Juni bei feuchter Witterung unheimlich rasch. Auf Blättern und Stengeln entstehen grosse unregelmässige graugrüne Flecken, die später braun bis schwarz werden. Bei trockenem Wetter vertrocknen die Blätter, bei nassem verfaulen sie. Auf den Früchten breiten sich unscharfe helle Flecken aus, die schwarz werden können. Das Fleisch bleibt hart, die Haut kann runzelig und rissig werden, worauf die Frucht verfault. Die Infektion erfolgt von noch herumliegenden letztjährigen kranken Kartoffeln oder altem Kraut von Kartoffeln und Tomaten her. Auch bereits befallene Neupflanzungen in der Nachbarschaft kommen in Frage.[/COLOR]

    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Was ist gegen einen solchermassen gefährlichen Pilz zu tun? Wir wissen bereits, dass er sich nur im feuchten Milieu ausbreiten kann. Also unternehmen wir alles, um die Tomatenstöcke stets trocken zu halten. Ideal ist ein Regen- und Windschutz aus transparenten Materialien ( Glas, Folien etc. ). Stets geben wir Wasser nur direkt auf die Erde im Wurzelbereich, ohne die Pflanzen zu benetzen. Die untersten Blätter entfernen wir, so kann kein Luftstau entstehen. Wir Pflanzen möglichst nicht in der Nähe von Kartoffeln und sammeln im Herbst alle Pflanzenteile säuberlich zusammen und vernichten sie.Erste Befallsherde sind zu entfernen. Wir können die Blätter wiederholt mit Gesteinsmehl bestäuben und blattstärkende Mittel wie Brennesselbrühe oder Algenextrakte spritzen. Schachtelhalmbrühe, Knoblauch- und Zwiebelschalentee wöchentlich gespritzt wirken bei schwächerem Befallsdruck vorbeugend. Im Notfall aber sind nur noch Kupferpräparate oder organische Fungizide wirksam, welche zwei bis dreimal im Abstand von acht bis zehn Tagen ausgebracht werden, sei es in flüssiger Form gespritzt oder als Pulver gestäubt.Es kommt auch vor, dass die Tomaten am Stielende ungenügend ausfärben, man spricht dann je nach Färbung von „Gelbkragen“ oder „Grünkragen“. Es handelt sich dabei nicht um eine Krankheit, sondern um ein Phänomen, das von äusseren Bedingungen abhängt. Besonders die Düngung hat Einfluss, aber auch das Licht und die Temperatur. Kräftiges Licht und zu hohe Temperaturen, welche gerne in Tomatenhäusern auftreten, fördern die Erscheinung. Einzelne Sorten sind besonders empfindlich. Ich würde beim Auftreten dieser Erscheinung in erster Linie die Sorte wechseln, dann auch für gute Durchlüftung des Folientunnels sorgen. Beim Düngen würde ich sparsam und nur mit organischem Beerendünger arbeiten.[/COLOR]



    Dr. Hermann Zulauf

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