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Elektrospeicher-Sanierung gemäss Minergie möglich?

31Antworten8’747Aufrufevon rmaurspam · 10. Mai 2009letzter Beitrag vor 18 Jahren
  1. rmaurspam97 Beiträge10. Mai 2009 · bearbeitet
    Viele Häuser der 60er und 70er haben Elektroheizungen, Direktheizungsradiatoren und Elektrospeicheröfen mit Direktzusatzheizung. In solchen Häusern ist es mit vernünftigem Aufwand nicht möglich, noch ein Heizungsrohrsystem einzuziehen.

    Sind Sanierungungen solcher Häuser gemäss Minergie möglich? z.B. mit Deckung eines Teils der Heinzenergie mit Photovoltaik? Die vorhandenen Dachflächen reichen ja oft bis ca. 10 kwP. Kennt hier jemand erfolgreiche Sanierungsprojekte unter Beibehaltung des Elektrospeicher-Heizsystems?

  2. wellingtonia2’316 Beiträge23. Mai 2009
    Hallo rmaurspam

    Elektrische Direktheizungen benötigen Energiemengen von 20'000 kWh und mehr im Jahr.

    Die aktuellen Energiekosten belaufen sich in der Höhe von Fr. 3000-4000.-.

    Dies sind jedoch Energiemengen bei Gebäudehüllen nach alten Anforderungen.

    Der Spareffekt ohne Gebäudesanierung hält sich in Grenzen.

    Durch eine Gebäudesanierung kann der Energiebedarf halbiert werden.

    Die Energieerbringung mittels Wärmepumpe reduziert diesen Heizbedarf nochmals um Faktor 2.5.

    Rein rechnerisch bleibt am Schluss ein Endenergebedarf von 20% oder weniger.

    Dies ist wiederum abhängig von der Investition in die Gebäudehülle.

    Eine solche Gebäudesanierung nach Minergie ist mit den vorhandenen Komponenten möglich, da Minergie eine kontrollierte Lüftung beinhaltet.

    Eine Gebäudesanierung nach MuKEn ist aufgrund der fehlenden Lüftung mit bauphisikalischer Abklärung bezüglich Dämmung und Dampfdiffusion zu empfehlen.

    Andy

    Andy

  3. rmaurspam97 Beiträge23. Mai 2009
    Das ist für mich wirklich die Frage. Ich spreche von "unter Beibehaltung des Heizsystems". Der Wechsel von Elektrospeicheröfen zu einer Wärmepumpe gehört für mich nicht dazu, eine Wärmepumpe ist ein komplett anderes Heizsystem.

    Man kann ja nicht beliebig Dämmen. Angenommen, man verbessert die Gebäudehülle auf das heutige Niveau, hat man immer noch ein Heizsystem dass zu 100% elektrisch heizt. Da bei Minergie Elektrizität doppelt zählt schenkt das in der Berechnung heftig ein.

  4. john_w641’215 Beiträge23. Mai 2009
    Man kann sehr wohl ein älteres Haus mit einer neuen Heizanlage versehen. Viele wirklich alten Häuser wurden ja auch nachträglich mit Zentralheizungen ausgestattet (anstelle einzelner Holz-, Kohle- oder Ölöfen). Wenns günstig sein muss halt mit Radiatoren und Aufputleitungen, besser wäre natürlich Böden raus und Bodenheizung.

    Selbst wenn man mehr als 30cm anstelle 20cm dämmt hilft das nur noch wenig den Verbrauch zu senken (so zumindest die Aussagen der Fachleute). Selbst mit Photovoltaik auf dem Dach ist wohl nicht so viel Energie zu erzeugen wie die El.Heizung braucht, und die Energie würde sowieso zur falschen Zeit anfallen.

    Die viel wichtigere Frage ist eigentlich warum will man ein altes Haus auf Minergie-Standard bringen? Wegen der Betriebskosten? Das rechnet sich bei den heutigen Energiepreisen erst nach sehr langer Zeit.

  5. wellingtonia2’316 Beiträge23. Mai 2009
    Hallo rmaurspam

    Die Materie ist dir somit bekannt !

    Minergie 08 - MINERGIEŽ

    Durch die höhere Gewichtung elektrischer Energie muss zum Erreichen der Anforderungen die Dämmung entsprechend bessere Werte aufweisen.

    Andy

  6. wellingtonia2’316 Beiträge26. Mai 2009 · bearbeitet
    Hallo rmaurspam

    Hier noch der Beitrag zu den Fördermassnahmen des Budes:

    http://www.haus-forum.ch/elektrisches-technische-geraete/6382-ersatz-von-elektrospeicheroefen.html#post77560

    Andy

  7. turbo26. Mai 2009
    Hi

    Als Variante zu Elektrospeicherheizungen kommen Infrarot Heizungen in frage.

    Ich habe mein 60 Jahre EFH so saniert. (Heizkosten von ca. Fr. 700.- - 800.-pro Jahr )

    Meine Heizkosten bewegen sich im Bereich einer Wärmepumpe bei geringeren Anschaffungs und Unterhaltskosten.

    Das eingeparte Kapital in eine Solar Wassererwärmung oder Photovoltaik gesteckt und man hat eine gute ökologische Sache.

    Glaube jedoch nicht, dass das Minergie Label dafür vergeben wird.

    Dafür ist unsere Gesetzgebung zu einseitig aufgegleist.

    Turbo

  8. rmaurspam97 Beiträge26. Mai 2009 · bearbeitet
    Hoi turbo

    Danke für den Tipp. Infrarot-Heizung wäre echt interessant, vielleicht in Z'Hang mit einem Pellet-Ofen im Wohnzimmer.

    Das mit der Einseitigkeit ist mir auch aufgefallen. Dass russende Holzheizungen bei Minergie mit 0.5 bewertet wird und annähernd CO2-neutrale Elektrizität mit 2 (!) ist rein politisch und hat mit Ökologie rein gar nichts zu tun.

  9. john_w641’215 Beiträge26. Mai 2009
    Hoi turbo

    Danke für den Tipp. Infrarot-Heizung wäre echt interessant, vielleicht in Z'Hang mit einem Pellet-Ofen im Wohnzimmer.

    Das mit der Einseitigkeit ist mir auch aufgefallen. Dass russende Holzheizungen bei Minergie mit 0.5 bewertet wird und annähernd CO2-neutrale Elektrizität mit 2 (!) ist rein politisch und hat mit Ökologie rein gar nichts zu tun.
    klar ist das politisch. Aber es heisst ja auch Energiepolitik.
  10. buddy321 Beiträge27. Mai 2009
    Hi rmaurspam

    Infrarot-Heizung wäre echt interessant, vielleicht in Z'Hang mit einem Pellet-Ofen im Wohnzimmer.

    Du hast bereits ne Kaminanlage? Du bist bereit eine Holzfeuerung zu installieren? Wie wäre es mit einem schönen Kachelofen (gibts auch mit Sichtscheibe und verputzt) im EG und nem Satelliten im OG? Je nach Grundriss (kompakter desto besser) könnte es funktionieren. Ich glaube, ein Hafner kann sowas berechnen. Es gibt übrigens Russfilter, Partikelschneider und so Zeugs.

    Beste Grüsse

    Buddy

  11. wellingtonia2’316 Beiträge27. Mai 2009
    Hallo Verfechter von elektrischer Energie

    Die Gewichtung bei der Minergiezulassung führt in der Endabrechnung zu Gleichstand von Holzheizungen und WP-Heizungen.

    Will heissen damit werden nur die Direktheizungen (Elektrospeicherheizungen) in der Berechnung zur Minergiezulassung gebannt.

    Aufgrund des bisherigen Wissensstandes im Forum (den ich als hoch erachte) ist das gegenüber den neuen Heizsystemen mehr als gerecht.

    Der hohe Anteil von Atomstrom im Schweizerischen Strommix lässt deren graue Energie in einem besseren Licht erscheinen, als die Heizsysteme die mit erneuerbaren Energien betrieben werden.

    Aber eben Ideale und Wirklichkeit sind auch in der zuständigen Politik oft weit voneinander entfernt.

    Andy

  12. Raphael768 Beiträge27. Mai 2009
    Die Stromkonzerne scheinen das Märchen vom CO2-neutralen Strom wunderbar im Volk verbreitet zu haben...

  13. john_w641’215 Beiträge27. Mai 2009
    Anderes Besipiel:

    Holz = CO2 neutral, Erdöl = nicht CO2 neutral

    Beide Energieträger geben nur so viel CO2 frei wei bei der Entstehung gebunden wurde, nur dass es bein Erdöl ein paar Jährchen länger zurück liegt... Die Kriterien sind rein politisch, in den 70ern war Strom=Gut und Holz=Schlecht! Niemand weiss was in 15 Jahren ist.

  14. Raphael768 Beiträge27. Mai 2009
    Holz = CO2 neutral, Erdöl = nicht CO2 neutral

    Beide Energieträger geben nur so viel CO2 frei wei bei der Entstehung gebunden wurde, nur dass es bein Erdöl ein paar Jährchen länger zurück liegt...
    das soll wohl ein Witz sein, auch wenn er nicht besonders gut war.

    Das Holz, welches über Jahrmillionen irgendwann zu Erdöl wurde, hat wohl vor Jahrmillionen der Atmosphäre auch CO2 entzogen. Nur hat dies nichts mehr damit zu tun, dass wir das über zig tausend Jahre entstandene Erdöl nun in weniger als 100 Jahren praktisch aufgebraucht (in die Atmosphäre) haben.

    Holz, welches heute verbrannt wird, wird wieder aufgeforstet und kompensiert so den CO2-Ausstoss direkt.

    Vielleicht weiss man heute auch einfach nur ein bisschen mehr als vor 40 Jahren, wo die meisten Menschen sich noch nicht ernsthaft mit Klima- und Umweltfragen beschäftigt haben.

  15. john_w641’215 Beiträge27. Mai 2009
    das soll wohl ein Witz sein, auch wenn er nicht besonders gut war.

    Das Holz, welches über Jahrmillionen irgendwann zu Erdöl wurde, hat wohl vor Jahrmillionen der Atmosphäre auch CO2 entzogen. Nur hat dies nichts mehr damit zu tun, dass wir das über zig tausend Jahre entstandene Erdöl nun in weniger als 100 Jahren praktisch aufgebraucht (in die Atmosphäre) haben.

    Holz, welches heute verbrannt wird, wird wieder aufgeforstet und kompensiert so den CO2-Ausstoss direkt.

    Vielleicht weiss man heute auch einfach nur ein bisschen mehr als vor 40 Jahren, wo die meisten Menschen sich noch nicht ernsthaft mit Klima- und Umweltfragen beschäftigt haben.
    Hallo Raphael, ein Witz nicht gerade, aber mit gewissem Sarkasmus wollte ich aufzeigen wie politisch gefärbt das ganze ist. Vor rund 35 Jahren hat man vom EW und vom Staat Fördergelder bekommen wenn man eine El-Direktheizung installiert hat. Vielleicht finden wir in 15 Jahren raus dass der Wärmeentzung aus dem Boden (LW-WP) unsere Grundwasserversorguing gefährdet. Wer weiss?

  16. Raphael768 Beiträge27. Mai 2009
    Huch, das wundert mich jetzt aber, dass Stromkonzerne Elektroheizungen förder(te)n...

  17. john_w641’215 Beiträge27. Mai 2009
    Huch, das wundert mich jetzt aber, dass Stromkonzerne Elektroheizungen förder(te)n...
    Nicht nur die Stromkonzerne sondern auch gewisse Umweltschützer hatten in den 70ern wohl El. Heizungen propagiert. Alles unter dem Motto "weg vom Öl/Kohle/Holz) hin zur sauberen (Atom)-Energie.
  18. Mirella1’252 Beiträge27. Mai 2009
    Nur hat dies nichts mehr damit zu tun, dass wir das über zig tausend Jahre entstandene Erdöl nun in weniger als 100 Jahren praktisch aufgebraucht (in die Atmosphäre) haben.
    Wie kommst Du denn auf diese Erkenntnis? Dass die Erdölreserven nicht unendlich sind, gilt zwar als (fast) erwiesen. Dass sie dagegen schon praktisch aufgebraucht sein sollen, ist mir neu /emoticons/default_confused.png.

    Mirella /emoticons/default_smile.png

  19. Mirella1’252 Beiträge27. Mai 2009
    Nicht nur die Stromkonzerne sondern auch gewisse Umweltschützer hatten in den 70ern wohl El. Heizungen propagiert. Alles unter dem Motto "weg vom Öl/Kohle/Holz) hin zur sauberen (Atom)-Energie.
    Was ja nun soooo verkehrt auch nicht war. Im Vergleich zu damaligen Oel/Kohle/Holz-Heizungen waren die Elektroheizungen geradezu mustergültig sauber.

    Mirella /emoticons/default_smile.png

  20. Raphael768 Beiträge27. Mai 2009
    genau meine Meinung, Mirella.

    Zum "wieviel haben wir noch": Selbst die allergrössten Optimisten sagen, dass die wirtschaftlich förderbaren Vorräte bis in 100 Jahren aufgebraucht sein werden (und das sind die OPTIMISTEN). Damit hätten wir dann also innert 150-200 Jahren aufgebraucht, was Jahrmillionen zur Entstehung gedauert hat. Gratulation!