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Das grosse grüne Heupferd

0Antworten238Aufrufevon Redaktion · 19. Januar 2017letzter Beitrag vor 10 Jahren
  1. Redaktion1’197 Beiträge19. Januar 2017
    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Ein lauer Sommerabend, die ersten Sterne beginnen zu funkeln. Irgendwo raschelt es im Laub, ein Mäuschen vielleicht? Leise beginnt eine Heuschrecke zu zirpen.Wird sie nicht gestört, so steigert sie sich zu einem Crescendo, das einem bald schon unangenehm in den Ohren klingelt. Wer bei uns kann solch einen Lärm veranstalten?[/COLOR]


    Die Rückkehr des grossen grünen Heupferdes


    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Das Grüne Heupferd (Tettigonia viridissima), auch Grosses Heupferd oder Grosses Grünes Heupferd genannt, ist das auffälligste in Mitteleuropa vorkommende Mitglied der Langfühlerschrecken. Zur Familie der Laubheuschrecken (Tettigoniidae) gehörend,ist es eine der häufigeren Arten der Gruppe. Aber Hand aufs Herz:Wann haben Sie wirklich das letzte Mal eines dieser doch recht gossen Tiere beobachtet? Durch die massive Zerstörung unserer Umwelt Ende des letzten Jahrhunderts, sind viele Tiere immer seltener geworden. Aus den überdüngten Wiesen haben sich die «Heugümper» zurückgezogen; Hecken und Buschränder wurden gerodet, um besser ackern und heuen zu können.Tiere, die diese Lebensgürtel für ihren Bestand benötigen, verschwanden zusehends. Igel, Feldhase, Ringelnatter und Rebhuhn hatten mehr und mehrProbleme Futter, Unterschlupf und Orte zur Aufzucht ihrer Jungen zu finden.[/COLOR]


    Das Heupferd ist zurück


    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Doch glücklicherweise fand unterdessen ein Umdenken statt: Nicht nur Private und Naturschutzorganisationen haben die negative Entwicklung erkannt, auch Bund, Kantone und Berufsverbände setzen sich mit diesen Problemen auseinander. Heute erhalten Bauern für brachliegende und unbewirtschaftete Flächen Prämien. Diese und andere Massnahmen haben zur Förderung der Heuschrecken beigetragen und so können unsere Kinder nun wieder häufiger diesen beeindruckenden Insekten in der Natur begegnen.Das Grüne Heupferd wird 6 bis 7 cm lang und ist meist einfarbig grün.Manchmal findet man auch gelbliche Exemplare oder solche, bei denen nur die Beine gelb sind. Die grünen, flügellosen und viel kleineren Larven wie auch die ausgewachsenen Tiere haben auf dem Rücken eine braune Linie. Die Flügel sind bei beiden Geschlechtern erst ab dem 6. Larvenstadium angedeutet. Im Erwachsenenstadium sind sie sehr lang und reichen über das Körperende hinaus. Die Art ist stark verbreitet und kommt in Europa und Asien vor. Im Norden bis Norwegen,Schweden und Finnland, im Süden bis in den Mittelmeerraum. Meist steigen sie nicht über 500 Meter auf, aber an bevorzugten Gegenden liegen auch mal 1500 Meter ü. M. drin.[/COLOR]



    Das Grüne Heupferd wird 6 bis 7 cm lang


    Ein effizienter Räuber


    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Grüne Heupferde ernähren sich nicht, wie etwa Wanderheuschrecken,rein von Pflanzen, sondern sie leben hauptsächlich räuberisch von anderen Insekten und deren Larven. Sie sind also hilfreich bei der Eindämmung von Schadinsekten wie Raupen und Blattläusen.Darüber hinaus fressen sie vor allem weiche, krautige Pflanzen und sie sind einer eiweissreichen Portion Blütenpollen und Nektar nicht abgeneigt.Heupferde sind hervorragende Fluginsekten und leben auf Trockenrasen,Brachen und sonnigen Weg- und Waldrändern. Glücklicherweise sind sie auch Kulturfolger: Man findet sie im menschlichen Siedlungsgebiet ebenso wie in Gärten bis in die Grossstädte hinein. Intensiv genutzte Landwirtschaftszonen werden gemieden.Warm, trocken und windgeschützt sollte es sein, denn kühle Lebensräume sind unbeliebt. Als Sing- beziehungsweise Zirpplatz dienen hohe Kräuter oder Sträucher.[/COLOR]


    Seid fruchtbar und mehret euch


    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Ein Weibchen legt bis zu 600 Eier in den Boden ab. Diese sind etwa 5 mm lang und dunkelbraun, bevorzugt geschieht dies in naturbelassenen Wiesen.Die Entwicklung im Ei kann bis zu fünf Jahre dauern. So ist es wichtig, dass der Boden um die Eier gleichmässig feucht bleibt und nicht umgegraben wird. Die Larven, die man häufig in der Krautschicht findet, durchlaufen sieben Stadien bis zum ausgewachsenen Tier. Sie schlüpfen etwa ab Ende April, die Alttiere treten bis Anfang November auf. Das Grüne Heupferd ist in Mitteleuropa weit verbreitet und hier die häufigste Art der Gattung, bei zusagendem Lebensraum gilt es daher als nicht gefährdet.[/COLOR]



    Eiweissreiche Pollen werden gerne gefressen.

      

    Grössenvergleich: Ausgewachsenes Tier und Jungtier (rechts) auf einem Funkienblatt.

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