Die Maikäfer kommen!
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Der deutsche Barde Reinhard Mey sang einst, es gebe keine Maikäfer mehr. Forscher sehen das anders. Zurzeit gibt es so viele wie seit Jahrzehnten nicht mehr.[/COLOR]
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Er gehört zweifellos zu den bekanntesten Käfern, der Maikäfer. Jedes Kind kennt ihn an seinen braunen Flügeldecken, den schwarz-weiss gezackten Flanken und den kurzen, geblätterten Fühlern. Diese eigenartige Antennenstruktur verleiht denn auch der ganzen Familie den Namen: Blatthornkäfer. Gegen 20'000 Arten gibt es weltweit, in Mitteleuropa gerade mal 150. Schon Ende April beginnen die ersten Maikäfer aus dem Boden hervorzukriechen und auszuschwärmen. Alle dreissig bis vierzig Jahre neigen sie zu einer Massenvermehrung. Zurzeit nehmen ihre Bestände zu. Dennoch werden die Maikäfer wohl kaum mehr so häufig werden wie vor einigen Jahrzehnten.[/COLOR]
Engerlinge sind gefürchtet ...
«Spricht man vom Maikäfer, so meint man in der Regel den Feldmaikäfer», präzisiert Urs Tester, Artenschutzexperte bei Pro Natura. Seltener ist dagegen der Waldmaikäfer. Gefürchtet sind die Engerlinge, die Larven des Maikäfers. Diese leben mehrere Jahre im Boden, meist unter Wiesland, und knabbern an den Wurzeln der Pflanzen. Treten die Engerlinge in Massen auf, können sie die Vegetation stark schädigen. Früher brauchten die Bauern Insektengift, um schwärmende Käfer und dessen Engerlinge zu töten. Dies ist heute verboten. Forscher haben allerdings eine biologische Waffe gegen die gefrässigen Käferlarven entdeckt: die weisse Muskardine. Dieser Pilz überzieht die Engerlinge mit einem weissen Geflecht und tötet sie.
... und beliebt
«Den Maikäfer nur als Schädling anzusehen, greift aber viel zu kurz», sagt Urs Tester, «viele Vögel haben sie nämlich zum Fressen gern.» So tun sich etwa die seltenen Baumfalken an den schwärmenden Käfern gütlich, und der bedrohte Wiedehopf kann mit seinem langen gebogenen Schnabel die Engerlinge aus dem Boden klauben. Doch Grossinsekten sind hierzulande immer seltener und fehlen den Vögeln auf ihrer Speisekarte. «Baumfalke und Wiedehopf leiden deshalb nicht nur unter der Zerstörung ihrer Lebensräume, sondern auch unter dem frappanten Mangel an grossen Insekten wie Maikäfern, Grillen und Heuschrecken», betont Tester.
Mehr Informationen: Pro Natura Ratgeber «Maikäfer, flieg!», gratis zu beziehen bei Pro Natura, Postfach, 4018 Basel. Bitte der Bestellung voradressierte Klebeetikette beilegen.
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