Apfelwein
- Odenwälder3’148 Beiträge8. Dezember 2014 · bearbeitetWar heute nahezu den ganzen Tag nur mit Apfelwein beschäftigt.
Der zweite Umstich des 60-Literballon war fällig.
Also den 60 kg schweren Ballon vorsichtig hochstellen, einen leeren Ballon reinigen und schwefeln.
Und anschließend den Apfelwein mit einem Schlauch in den neuen Ballon umfüllen.
Jetzt muss er nochmals ca. vier Wochen ruhen, damit er sich weiter klärt, hoffe ich mal... /emoticons/default_icon_rolleyes.gif
Mit der Herstellung von Apfelwein beschäftige ich mich nun auch schon ein paar Jahre.
Zunächst habe ich nur klassischen Most gemacht, welcher aber nicht lange haltbar ist.
Bin daher auf Tischwein umgeschwenkt, welcher gesüßt wird. Ich liebe süß... /emoticons/default_tongue.png
Weiterhin hat der Tischwein mit ca. 11 Vol.% mehr Alkohol, da braucht man nicht so viel zu trinken... /emoticons/default_wink.png
Es ist allerdings eine zeitaufwändige Angelegenheit, bis der Wein fertig ist.
Vom Keltern über die Gärung, dem zweimaligem Abstechen bis zum Abfüllen, vergehen gut drei Monate.
Um so mehr freut man sich dann, wenn ein leckerer Wein gelungen ist, was manchmal auch nicht der Fall ist... /emoticons/default_unsure.png
Aber bisher schaut es so weit ganz gut aus.
Von insgesamt ca. 140 Liter sind eventuell die letzten 60 Liter etwas in der Gärung stecken geblieben.
Aber das wird sich zeigen, wie klar der Wein in vier Wochen geworden ist.
Bei der Weinherstellung richte ich mich nach einem Leitfaden von 1963, in welchem übersichtlich die
Herstellung von Obst-, Beeren- und Traubenwein erklärt wird.
Gerne stelle ich bei Interesse den Link zu diesem Leitfaden hier ein.
Berichte weiter, wenn der Wein in Flaschen abgefüllt und pasteurisiert wird.
Auch meine Gerätschaften zur Verarbeitung der Äpfel stelle ich so peu a peu noch vor.
Gruß
Heinrich
Das nachfolgende Pic zeigt die "Umfüllaktion".
Aus dem unteren Ballon drückt der zulaufende Wein den Schwefel-Qualm heraus.
1 Anhang
- Odenwälder3’148 Beiträge9. Dezember 2014 · bearbeitetFür die Herstellung von Obst-, Frucht- und Beerenwein sind auch einige Gerätschaften erforderlich.
Will man das Obst, die Früchte oder die Beeren nicht per Hand stampfen, bietet sich eine Handmühle an,
wie ich sie mir zunächst angeschafft habe. Diese ist für kleine und mittlere Menge ein super Gerät.
Die Frucht wird mit den Hakenwalzen aus (Lebensmittel-Resistentem) Aluminium gleichzeitig zerkleinert und gequetscht.

Da ich aber größere Mengen an Früchte verarbeite steht diese Mühle zum Verkauf.
Denn ich habe mir inzwischen eine etwas größere Mühle organisiert, bei welcher die Früchte nach dem Zerkleinern separat
zwischen zwei Steinwalzen durchgequetscht werden.
Diese Mühle ist insbesondere für größere Mengen Äpfel besser geeignet.


In der nächsten Folge, die Weiterverarbeitung der gemahlenen Maische.
Gruß
Heinrich
- Pais586 Beiträge11. Dezember 2014Bin gespannt /emoticons/default_icon_razz.gif
- Odenwälder3’148 Beiträge11. Dezember 2014So, die Äpfel sind gemahlen und liegen nun als „Obstbrei“ bzw. Maische vor.
Um sodann den Saft aus der Maische herauszudrücken, benötigt man eine Presse oder Wäscheschleuder.
Ja, richtig gelesen, eine Wäscheschleuder.
Mit so einer habe ich schon vor über 10 Jahren die Maische entsaftet, klappt prima.
Allerdings müssen Teile der Schleuder zuvor mit säurefestem Lack (Kelterlack) behandelt werden,
damit Maische und Saft nicht mit blankem Metall in Berührung kommen.
Mein Bestreben war aber immer, Wein nur mit reiner „Muskelkraft zu erzeugen.
Die altertümliche Methode, die Maische durch „Fußtreten“ zu entsaften, kommt aufgrund von „Schweißfüßen“ nicht in Frage.
Habe mir daher eine Spindel-Korbpresse und eine Hydraulik-Packpresse angeschafft.
Wenn feststeht welche besser passt, wird die andere Presse wieder verkauft.
Die Spindel-Korbpresse habe ich zunächst restauriert und dann beiseite gestellt, da neue Presshölzer erforderlich sind.
Hierdurch kam in diesem Jahr erstmals die Hydraulik-Packpresse zum Einsatz und ich muss sagen, das funktioniert besser als ich dachte.
Man muss zwar die Maische in mehreren Lagen zwischen die Pressroste einschichten, wenn man das aber mal drauf hat flutscht es.
Zudem ist diese Presse auch für Kleinmengen geeignet und erzielt mittels dem per Hand zu bedienendem Hydraulik-Zylinder eine hohe Presskraft.
Die Spindel-Korbpresse erzeugt zwar auch einen hohen Pressdruck, ist mit ca. 100 Liter Fassungsvermögen aber doch etwas groß.
Auf dem Verkaufsfoto erschien sie mir kleiner.
Nun ist die Maische ausgepresst und der Most in die Gärfässer abgefüllt.
Daher in der nächsten Folge die Gärung.
Gruß
Heinrich
Die Spindel-Korbpresse Die Packpresse

Pia presst... den Saft heraus

- Susann6’311 Beiträge11. Dezember 2014Das ist ja schon richtig professionell /emoticons/default_ohmy.png
- Odenwälder3’148 Beiträge12. Dezember 2014
Das ist ja schon richtig professionell /emoticons/default_ohmy.png
Jou, ist eine Schwäche von mir, es manchmal etwas zu "übertreiben"... /emoticons/default_wink.png
Die gebrauchte Hydraulik-Packpresse hab ich übrigen am Bodensee abgeholt...
Gruß
Heinrich
- Susann6’311 Beiträge12. Dezember 2014 · bearbeitetTja, Handwerk und Technik sind Passion hier, hüben und drüben /emoticons/default_smile.png
- Odenwälder3’148 Beiträge16. Dezember 2014 · bearbeitetDamit aus dem Süßmost Wein wird, muss dieser Gären.
Hierzu wird der Süßmost in Glas- oder Kunststoffballons gefüllt und diese mit einem Gärröhrchen versehen,
so dass die bei der Gärung entstehende Kohlensäure entweichen aber kein Sauerstoff eindringen kann.
Soll die Gärung sicher starten, kann dem Süßmost eine spezielle Hefe, die sogenannte Reinzuchthefe, zugesetzt werden.
Da mir die Organisation der Reinzuchthefe zu aufwändig ist, verwende ich bei Bedarf Backhefe, die tut es auch.
Um die gewünschte 11 Vol. % Alkohol für den Tischwein zu erzielen, muss noch ordentlich Zucker zugegeben werden.
Wenn alles gut verläuft, ist die Gärung in ca. 4 Wochen abgeschlossen.
Da der Wein aber zu diesem Zeitpunkt noch trüb ist, muss er nun mindestens zwei Mal Umgestochen (Umgefüllt) werden.
Bis sich die letzten noch im Wein schwebenden Hefepartikel abgesetzt haben, vergehen nochmals gut zwei Monate.
Dann sollte der Wein aber klar genug sein, dass er in Flaschen abgefüllt werden kann.
Davon in der nächsten Folge.
Gruß
Heinrich

- Andreas7’092 Beiträge16. Dezember 2014Ich habe früher Holunderwein gemacht aber keine Hefe sondern Weinstein zugesetzt, geht das auch bei Süssmost ?
- Odenwälder3’148 Beiträge16. Dezember 2014Ja Andreas, bei Süßmost geht es auch mit Weinstein.
Für die Weinherstellung gibt es ja eine Vielzahl von Anleitungen welche Säure- Alkohol- und sonstige
Messgeräte voraussetzen.
Auch an Chemie soll dies und jenes zugesetzt werden.
Dies alles kommt bei mir nicht zum Zuge.
Ich mache den Wein auf natürliche Art und nach Gefühl, so wie es hier im Odenwald schon immer Tradition ist.
Wie zuvor schon erwähnt, verwende ich höchstens mal Hefe um die Gärung zu unterstützen,
sowie Schwefelbänder zur Desinfektion der Behältnisse, das wars.
Ups, etwas benötige ich doch noch, viel Zeit... /emoticons/default_smile.png
Zum Glück fällt der Hauptanteil davon in die Monate, wo im Garten nix zu tun ist... /emoticons/default_wink.png
Gruß
Heinrich
- Odenwälder3’148 Beiträge17. Dezember 2014 · bearbeitetHat sich der Wein nach dem 2. Abstich gut geklärt, kann er in Flaschen abgefüllt werden.
Gut zwei Tage war ich hiermit alleine für die ersten 48 Liter von insgesamt 120 Litern beschäftigt.
Denn es ist viel zu tun, bis man einen lieblichen und haltbaren Wein in den Flaschen hat.
Da sich der im Verlauf der Gärung zugesetzte Zucker in Alkohol umgewandelt hat ist der Wein nicht süß, sondern herb.
So herb mag man den Wein nicht trinken, so dass erneut Zucker zugesetzt werden muss.
Daher wird der Wein zunächst so vorsichtig in ein Zwischengefäß umgefüllt, dass der Hefetrub zurück bleibt.
Nun wird dem Wein der in lauwarmem Wasser aufgelöste Zucker zugesetzt, bis er gut mundet.
Jetzt kann der Wein in Flaschen abgefüllt werden.
Ich verwende hierzu Bügel-Bierflaschen, diese sind robust und passen in den Einwecktopf.
Ja, einen Einwecktopf oder etwas Ähnliches benötigt man auch noch.
Da der dem Wein nochmals zugesetzte Zucker eine Nachgärung auslösen kann besteht die Gefahr, dass die Flaschen zerplatzen.
Um dies zu verhindern wird der Wein pasteurisiert, was zusätzlich noch Geschmack und Haltbarkeit verbessert.
Ab jetzt darf genossen werden… /emoticons/default_tongue.png
Aber Vorsicht, ca. 11 Vol. % Alkohol sollten nicht unterschätzt werden, sonst sind gläserne Augen und ein schwankender Schritt vorprogrammiert.
Jedoch, er schmeckt so gut... /emoticons/default_tongue.png /emoticons/default_tongue.png /emoticons/default_tongue.png
Gruß
Heinrich
1 Anhang
- Susann6’311 Beiträge17. Dezember 2014Sieht toll aus, Heinrich, und macht "gluschtig" - dabei mag ich eigentlich Apfelwein gar nicht so sehr /emoticons/default_cool.png
Aber viel Arbeit machst du dir, das muss Hobby sein - und sonst muss man sich immer wieder einige der 11% Vol. hinter die Binde giessen, um durchzuhalten /emoticons/default_biggrin.png
- Odenwälder3’148 Beiträge12. März 2015Eeeeendlich fertig, die letzten 50 Liter Apfelwein sind verarbeitet.
44 Liter davon sind in Flaschen abgefüllt und pasteurisiert.
Der Rest wird sofort getrunken... /emoticons/default_tongue.png
Nun lagern noch 80 Liter Apfelwein im Keller.
Das wird knapp, bis die neue Apfelsaison beginnt... /emoticons/default_icon_rolleyes.gif
Gruß
Heinrich
1 Anhang
- Odenwälder3’148 Beiträge24. März 2015Habe gestern eine TV-Sendung gesehen welche aufzeigte,
dass in vielen Fruchtsäften tierische Bestandteile enthalten sind.... /emoticons/default_wacko.png
Da kann einem das Grausen aufkommen... /emoticons/default_angry.png
Da lob ich mir doch meinen selbstgemachten Apfelwein.
Der besteht nur aus reinem Apfelsaft und Schweiß... /emoticons/default_rolleyes.gif
Gruß
Heinrich
- Susann6’311 Beiträge25. März 2015Sorry, Heinrich, aber dein Schweiss ist auch tierisch...
/emoticons/default_laugh.png
- Odenwälder3’148 Beiträge26. März 2015 · bearbeitetVielen Dank für die Bestätigung, liebe Susann, habe schon seit längerem vermutet,
dass ich der Gattung "Urviech bzw. Urvieh" angehöre... /emoticons/default_laugh.png /emoticons/default_laugh.png /emoticons/default_laugh.png
Bin sowieso der Meinung, der Mensch ist das schlimmste (oder grausamste?) "Raubtier" auf der Erde...
Aber das ist ein anderes Thema und ich allein kann daran eh nix ändern.
Gruß
Heinrich
- Andreas7’092 Beiträge26. März 2015****Bin sowieso der Meinung, der Mensch ist das schlimmste (oder grausamste?) "Raubtier" auf der Erde...
Aber das ist ein anderes Thema und ich allein kann daran eh nix ändern.****
Unterschätze deine Möglichkeiten nicht Heinrich....
Wir sollen nie daran zweifeln,
dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen,
die Welt verändern kann.
Tatsächlich ist es die einzige Realität,
die es je tat.
- Susann6’311 Beiträge30. März 2015gut, dann hallo Odenwälder Urviech /emoticons/default_laugh.png
Nun ja, der Mensch ist ein Tier, welches sich in der Nahrungskette mit Cleverness nach ganz oben gearbeitet hat - und jetzt die damit verbundene Verantwortung ablehnt...
- Odenwälder3’148 Beiträge15. September 2015Mein Apfelwein vom letzten Jahr geht zur Neige, es sind nur noch drei Liter da.
Habe daher begonnen, die vom gestrigen Sturm herunter gehauenen Äpfel
in der Nachbarschaft aufzuklauben, hab natürlich vorher gefragt ob ich das darf...
Die Äpfel sind zwar noch nicht ganz reif, aber sehr saftig.
Hoffentlich sind sie nicht verfault, bevor ich zum Keltern komme....
Huch, was sehe ich da, hab ja auch einen Speedy-Gonzales..../emoticons/default_icon_mrgreen.gif
Gruß
Heinrich
1 Anhang
- Andreas7’092 Beiträge15. September 2015weiss nicht was für Apfels orten das sind.
lagere sie sonst etwas breiter wegen möglicher Fäulnis...



