Zierwein
Wilder Wein Der Wein zählt zu den ältesten Kulturpflanzen des Menschen überhaupt. Schon die alten Ägypter zogen Weinranken an ihren Häusern hoch. Heute zählen die Zierformen – der Wilde Wein – zu unseren wichtigsten Kletterpflanzen. Im…

[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Der Wein zählt zu den ältesten Kulturpflanzen des Menschen überhaupt. Schon die alten Ägypter zogen Weinranken an ihren Häusern hoch. Heute zählen die Zierformen – der Wilde Wein – zu unseren wichtigsten Kletterpflanzen. Im Herbst lassen sie Fassaden und Rankgerüste in glühenden Farben aufflammen.[/COLOR]
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Die Fassadenbegrünung hat eine jahrtausendealte Tradition. Besonders die Völker rund ums Mittelmeer wussten den Wert von Kletterpflanzen zu schätzen. Schon vor 5000 Jahren kultivierten die Ägypter Wein – einerseits der Trauben wegen, andererseits um Pergolen damit zu beranken.[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]Während die alten Griechen ihre Häuser vorzugsweise mit Efeu beschatteten, waren die Römer pragmatischer veranlagt und berankten ihre Häuser mit Wein. Bei uns sind Weinreben in klimatisch begünstigten Lagen, etwa an Burgen und altem Gemäuer, ein sehr vertrauter Anblick.[/COLOR]
Kleine Wurzeln, grosse Flächen[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Die Gärten werden immer kleiner, vielen Menschen steht nur eine Terrasse oder ein Balkon zur Verfügung. Damit schwinden auch die Möglichkeiten, grössere Pflanzen einzusetzen. Kletterpflanzen kommen mit einer minimalen Pflanzfläche aus und vermögen ganze Hauswände zu begrünen oder Zäune, Masten und Pergolen zu beranken.[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]Um möglichst schnell aus dem Schatten zum Licht zu gelangen, haben die Flächenakrobaten verschiedene Strategien entwickelt. Kletterrosen und Brombeeren beispielsweise klimmen aufwärts, indem sie sich mithilfe von Stacheln festhalten. Blauregen und Geissblatt wickeln ihre Sprossachsen um Stangen oder Drähte.[/COLOR]
Haftung[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Die Zierformen der Weinrebe halten sich mithilfe von Ranken fest, welche der Sprossachse entspringen. Die fadenförmigen Organe umfassen einen Gegenstand. Nach und nach verholzen sie und die Umklammerung verfestigt sich. Findet die Ranke aber nichts, woran sie sich festhalten kann, verkümmert sie und stirbt ab.[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]Der Wilde Wein ist die einzige winterharte Pflanze, welche die Enden ihrer Ranken zu Haftscheiben umwandeln und sich damit überall festhalten kann. An glatten Flächen, etwa poliertem Naturstein oder Flächen aus Metall und Glas, ist gar ein blosses Verkleben möglich. Die Verbindung ist dabei so stabil, dass die Stiele eher abreissen, als dass sie sich lösen.[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]Je rauer der Untergrund, desto höher ist die Kletterleistung. Während Wilder Wein an Wänden mit rein mineralischen Silikatfarben problemlos wächst, kann es bei Kunststofffarben mit fungizider Wirkung an den Jungtrieben zu Laubverfärbungen kommen. Auf dunklen Oberflächen, die sich bei voller Sonneneinstrahlung stark aufheizen, können die Triebspitzen und die Haftscheibenranken absterben.[/COLOR]
Intakte Fassade: Vorteile überwiegen[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Eine Kletterpflanze direkt an der Hauswand – davor schrecken viele besorgte Hausbesitzer zurück. Befürchtet werden Schäden am Mauerwerk und Ungeziefer. Dabei sind diese Argumente gegenstandslos. Ganz im Gegenteil: Neben den optischen Vorteilen bietet das Fassadenkleid Nahrung und Lebensraum für Insekten, Kleinsäuger und vor allem für Vögel.[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]Die Gefahr, dass beispielsweise Insekten in die Wohnung vordringen könnten, besteht nicht, denn diese halten sich an der Pflanze auf. Die Kletterpflanze trägt durch Staubbindung zur Luftreinigung bei und dämmt den Lärm. Die Blätterwand schützt die Fassade vor Schlagregen und sorgt im Sommer für Kühlung.[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]An intakten Hausfassaden kommt es durch die Haftorgane zu keiner Schädigung, da diese sich nur an der Mauer festsaugen. Bei schadhaftem Mauerwerk hingegen ist Vorsicht geboten. Hier können die Kletterorgane in die Wand hineinwachsen und diese zerstören.[/COLOR]
Wein als Augenschmaus[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Die winterharten Zierformen aus der Familie der Weingewächse (Vitaceae) umfasst drei Gattungen mit mehreren robusten und überaus attraktiven Sorten. Wilder Wein oder Jungfernrebe (Parthenocissus) ist eines unserer bewährtesten und beliebtesten Klettergehölze. Dies verdankt es seiner Robustheit, den geringen Ansprüchen und der enormen Wuchskraft, aber auch der schönen Laubform, dem Fruchtschmuck und der fantastischen Herbstfärbung.[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]Die Gewöhnliche Jungfernrebe (P. quinquefolia) mit fünfblättrigem Laub ist auf eine Kletterhilfe angewiesen. Innerhalb kurzer Zeit kann sie Flechtzäune und Pergolen einhüllen oder hohe Gehölze erklimmen. Als «Baumbewohnerin» sollte sie alle zwei bis drei Jahre stark zurückgesetzt werden, damit der Baum entlastet wird. Eine weitere Zierde sind die dunklen Beeren an roten Stängeln.[/COLOR]
Spiderman im Feuerkleid[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Engelmanns Jungfernrebe (P. quinquefolia var. engelmannii) mit kleineren Blättern, matt dunkelroter Herbstfärbung und einer insgesamt eleganteren Erscheinung bildet Haftwurzeln und kommt ohne Kletterhilfe aus. Die schwachwüchsigere Chinesische Jungfernrebe (P. henryana) klettert ebenfalls mit Haftscheiben bis zu 5 m hoch. Sie gefällt besonders durch die helle Aderung und die intensive Herbstfärbung, braucht jedoch einen geschützten Standort.[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]Als wahrer Spiderman entpuppt sich die Dreilappige Jungfernrebe (P. tricuspidata ‘Veitchii’). Sie verfügt über zahlreiche Haftscheiben und kann sich problemlos auf 20 m hohen Gebäuden fächerförmig ausbreiten. Das breit eiförmige bis dreilappig zugespitze Laub sorgt im Herbst für grösste Aufmerksamkeit, wenn es die Häuser mit seinem feurigen Farbenkleid «in Brand steckt». Die Sorte ‘Green Spring’ trägt lebhaft grünes und glänzendes, im Austrieb schwach bronzefarbenes Laub.[/COLOR]
Einzigartiges Farbenspiel[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Die Arten der Scheinrebe (Ampelopsis) zieren mit grossen, gefiederten oder gelappten Blättern, die sich im Herbst gelb bis orange färben, und herrlich perlenartigen Früchten. Sie benötigen ein Rankgerüst und sollten zu Beginn aufgebunden werden, bis sie selbstständig weiterranken können.[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]Die Sturmhutblättrige Scheinrebe (A. aconitifolia) besitzt ein stark geteiltes Blatt, zeichnet sich durch Robustheit und Gesundheit aus, klettert bis 8 m hoch und eignet sich für die schnelle Berankung von Pergolen und Lauben. Die gelbe bis purpurne Herbstfärbung sowie die 6 mm grossen Früchte, die zu Beginn bläulich schimmern und im reifen Stadium orange leuchten, besitzen einen hohen Zierwert.[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]Mit den gleichen Eigenschaften, aber mit grossen, drei- bis fünflappigen Blättern mit gelbroter Herbstfärbung, fällt die Ussuri-Scheinrebe (A. glandulosa var. brevipedunculata) auf. Die erbsengrossen Früchte zeigen bei der Reife ein einzigartiges Farbenspiel von grünlichem Blau über Türkis bis hin zu glänzendem Amethyst.[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]A. glandulosa ‘Elegans’ hingegen besitzt eine schwachwüchsige, 3 bis 4 m hohe Form. Mit weiss, rosa und gelb panaschiertem Laub hellt sie dunkle Ecken und Hauswände auf. Sie eignet sich besonders gut für die Topfkultur.[/COLOR]
Starkwüchsig und rot[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Neben zahllosen Fruchtsorten umfasst [/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]die Gattung Weinrebe (Vitis) auch einige Zierformen. Die Rotblättrige Weinrebe [/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)](V. vinifera ‘Purpurea’) bringt mit dem beständig roten Laub Farbe ins Spiel. Der reinrote Austrieb verfärbt sich trüb purpurfarben. Die ebenfalls dunkelroten Weintrauben sind allerdings nicht zum Verzehr geeignet. Wie beim Weinstock löst sich auch bei ihr die Rinde.[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]Die Amurrebe (V. amurensis) schafft eine Höhe von 10 m und begeistert im Herbst mit einem lang anhaltenden, prächtig karminroten Farbenspiel. Die Rostrote Rebe (V. coignetiae), ebenfalls ein starkwüchsiger Kletterstrauch mit drei- bis fünflappigen Blättern, trägt sehr dekoratives Laub und kann bis zu 25 m hohe Bäume hochklettern. Unter ihren grossen runzligen Blättern mit einer wunderschönen orangegelben bis karminroten Herbstfärbung verschwinden sehr schnell Rankgerüste und Fassaden. Die 1,2 cm grossen Früchte sind purpurschwarz bereift.[/COLOR]
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Quelle: Schweizer Garten[/COLOR]
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