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Vorfrühlingsboten, zarte Pflanzen die den Garten verzaubern

Sollte sich im Februar noch einmal eine dichte Schneedecke über den Garten legen, scheint es, dass alles, was darunter verborgen ist, noch tief im Winterschlaf liegt. Doch unter der weissen Pracht strecken und recken sich die ersten…

Redaktion17. November 20164 Min. Lesezeit

Aufsicht auf einen Gartenteich: drei ineinanderliegende Tiefenzonen als unrunde Umrisslinien, die innerste blau gefüllt. Auf der Uferkante liegen vier Steine, drei Röhrichtbüschel stehen am Rand.
Sollte sich im Februar noch einmal eine dichte Schneedecke über den Garten legen, scheint es, dass alles, was darunter verborgen ist, noch tief im Winterschlaf liegt. Doch unter der weissen Pracht strecken und recken sich die ersten Vorfrühlingsblüher dem Himmel entgegen, bereit, während den ersten milden Tagen dem langen Winter ein Ende zu setzen, um den hoffentlich baldigen Frühling anzukünden.



 



 



Zartes Schneeglöckchen


Zu diesen gehört das Schneeglöckchen, ein Amaryllisgewächs, welches in milden Lagen schon im Januar seine weissen, filigranen Blüten in die Wintersonne reckt. Im Garten bevorzugt es sonnige bis halbschattige Lagen. Einmal gepflanzt, bilden sich über die Jahre hinweg dichte Horste, vorausgesetzt, man lässt sie in Ruhe. Zu gross gewordene kann man vorzugsweise kurz nach der Blüte teilen, um sie dann an anderer Stelle wieder zu pflanzen. Der botanische Name des zarten Vorfrühlingsboten leitet sich übrigens aus den griechischen Wörtern "gála" für Milch und "ánthos" für Weiss ab. Im Handel erhältlich ist vor allem das Kleine oder Gemeine Schneeglöckchen, Galanthus nivalis, welches ursprünglich aus Südeuropa stammt und bei uns ausgewildert in Obstgärten, Auen- und Laubwäldern vorkommt. Ebenfalls erhältlich ist seine gefüllte Form G. nivalis ‘Flore Pleno’. Beide werden 10 cm hoch. Nur zwischen 5 und maximal 10 cm hoch hingegen wird G. nivalis ‘Flora Plenus‘ mit kugeligen, gefüllten Blüten. Das Kaukasusschneeglöckchen, G. woronowii sowie das Elwes-Schneeglöckchen, G. elwesii, welches aus Südosteuropa stammt, haben deutlich breitere Blätter, wobei letzteres bis zu 15 cm hoch wird. Auf auserlesenen Pflanzenmärkten finden sich zudem mit etwas Glück auch Raritäten, bei denen man jedoch etwas tiefer in das Portemonnaie greifen muss.


 



 



 



 



 



Auffälliges Märzenglöckchen


Dem Schneeglöckchen ähnlich ist die Frühlingsknotenblume (Leucojum vernum), auch Märzenglöckchen oder –becher genannt, welches ebenfalls zu den Amaryllidaceen gehört, bei uns heimisch ist und auch unter Schutz steht.Im Gegensatz zum Schneeglöckchen bevorzugt diese Art feuchte, nährstoffreiche, mässig saure Ton- und Lehmböden, die in der Regel auch Humus aufweisen. Die Blütezeit liegt normalerweise zwischen März und April. In milden Lagen zeigen sich jedoch die weissen, an den Spitzen mit grünen bis gelben Tupfen versehenen Blüten oft schon Ende Februar. Wie das Schneeglöckchen vermehrt sich der Märzenbecher, sofern man ihn das Jahr hindurch in Ruhe lässt, mit den Jahren beachtlich und eignet sich daher ebenfalls zum Verwildern.




Goldgelber Winterling


Ein weiterer Vorfrühlingsblüher, der ebenfalls in Ruhe gelassen werden will, ist der zu den Hahnenfussgewächsen zählende Winterling (Eranthis hyemalis). Er stammt ursprünglich aus Süd- bis Südosteuropa. Im Garten liebt er sonnige bis halbschattige Lagen in feuchten humusreichen Böden, kommt aber auch mit trockeneren Standorten gut zurecht. Aus braunen, unscheinbaren Knollen erscheinen bereits an milden sonnigen Februartagen gelbe, kugelige Blüten, die von einem Kranz waagrechter, geteilter Hochblättern umgeben sind. Der Winterling liefert als eine der ersten Pflanzen im Jahr Nektar und Pollen für die Bienen, die an sonnigen Wintertagen bereits bei Temperaturen um 10 bis 12 Grad C unterwegs sind. Die eigentlichen Blätter erscheinen erst nach der Blüte, ziehen dann im Spätfrühling allmählich ein.


Durchaus winterhartes Alpenveilchen


Etwas weniger bekannt ist das aus Osteuropa stammende Vorfrühlings-Alpenveilchen (Cyclamen coum). Damit seine zarten, violettfarbenen Blüten in der Kälte nicht all zu sehr leiden, gibt man ihm am besten einen geschützten Standort, vorzugsweise unter laubabwerfenden Gehölzen. Das Laub bildet, vorausgesetzt, man lässt es liegen, einen idealen Winterschutz und die noch laublosen Gehölze bieten dem Alpenveilchen viel Sonne, um zuverlässig, oft schon ab Dezember, zu blühen. Zum guten Gedeihen verlangt das Frühlingsalpenveilchen einen durchlässigen, humosen Boden, jedoch keinesfalls Staunässe. Ebenfalls erhältlich ist die weissblütige Sorte C. coum 'Album'. Sie wird, wie ihre rotblütigen Schwestern 'Rubrum' und 'Rosea', bis zu 10 Zentimeter hoch.



[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Übrigens: Alle vier Vorfrühlingsboten lassen sich gut mit Pflanzen, wie beispielsweise Elfenkrokus(Crocus tommasinianus) und Christ- oder Lenzrosen (Helleborus) vergesellschaften.[/COLOR]
 

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