Rosen mit Wildtrieben
Die in vielen Farben in Gärten blühenden Rosensorten werden fast ausnahmslos veredelt, meistens in Baumschulen. Dies gilt für Buschrosen ebenso wie für Kletter-, Strauch- und Stammrosen. Als Unterlage, somit den Wurzelteil der Pflanze,…

[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Nun treibt dieses einzige verbliebene Auge aus und wächst unter fachmännischer Pflege zu einem Rosenbusch heran, der im Spätherbst ausgegraben wird und mit nackten Wurzeln schon verkauft werden kann oder in einen Topf gepflanzt wird, um dann im folgenden Jahr als schon prächtig blühende Pflanze zum Kunden zu gelangen. Stammrosen werden nicht am Wurzelhals, sondern in der gewünschten Kronenhöhe veredelt. Der Stamm besteht also wie die Wurzel aus der wilden Sämlingspflanze. Um den schön geraden Stamm zu bilden, müssen die wilden Sämlingsunterlagen mindestens ein Jahr länger vorkultiviert werden als dies für Buschrosen notwendig ist. Allen veredelten Rosen gemeinsam ist das Problem der Wildtriebe, die aus dem Boden schiessen. Alle Triebe, die unterhalb der Veredlungsstelle entspringen, sind wild, was an ihren andersartigen, feineren Blättern und dem anderen Triebcharakter leicht erkannt werden kann. Sie entwickeln ihre schlichten Blüten meistens erst im zweiten oder in späteren Jahren und wachsen kräftig. Werden sie nicht laufend an ihrer Basis entfernt, überwuchern sie bald den Edelteil und stossen ihn gar ab. Zum Entfernen der Wildtriebe ist es oft notwendig, etwas Erde auszuheben, um dann das Wilde mit einem Messer dicht an der Wurzel wegschneiden zu können, womöglich noch mit etwas Wurzelgewebe dabei. Noch besser ist es, wenn der Wildtrieb aus der Ansatzstelle herausgerissen werden kann. Wird diese Arbeit nicht gründlich gemacht, treiben im folgenden Frühjahr an derselben Stelle wieder Wildtriebe hervor, stets mehr und mehr. Bei Stammrosen wachsen gelegentlich aus am Stamm vorhandenen Augen, auch aus unsichtbaren, sogenannten schlafenden Augen, Triebe hervor, die nach Jahren der Ruhe noch austriebsfähig sind. Weil der Stamm wie die Wurzel ebenfalls wild ist, müssen solche Triebe laufend kurz nach dem Austrieb entfernt werden. Das kann ohne Werkzeug, lediglich mit den Fingern durch Wegdrücken der noch weichen Sprosse geschehen.[/COLOR]
Dr. Hermann Zulauf
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