Platanen - Platanus X hispanica
Allgemeines Diese Gattung umfasst nur etwa 8-10 Arten. Sie ist auch von drei versteinerten Arten bekannt. Auf dem Üetliberg, in einer feinen Sandsteinschicht in 695 m Höhe, fand man ein Blatt von Platanus aceroides. Die Art Platanus X…

Diese Gattung umfasst nur etwa 8-10 Arten. Sie ist auch von drei versteinerten Arten bekannt. Auf dem Üetliberg, in einer feinen Sandsteinschicht in 695 m Höhe, fand man ein Blatt von Platanus aceroides. Die Art Platanus X hispanica, die bis zu 30 m hoch wird, entstand 1650 in Amerika aus einer Kreuzung der beiden Platanen-Arten P. orientalis und occidentalis. Aus dieser Kreuzung resultierte eine absolut winterharte Hybride. Die Platanen gehören zu der kleinen Familie der Platanengewächse (Platanaceae) mit nur einer Gattung. Platanen haben ein nachgewiesen Alter von 300-500 Jahren. Es soll aber in Griechenland eine über 1000 Jährige Platane geben. Von einer wird sogar behauptet, sie bestehe seit 352 n. Chr., was dann 1660 Jahre wären! Sie ist heute mit 23 m Stammfussumfang die grösste bekannte Platane.
Standort
Diese Pflanzengattung liebt einen tiefgründigen, gut wasserdurchlässigen und nährstoffhaltigen Mineralboden. Sie kommt mit fast allen Bodenbedingungen zurecht, ausser mit feuchten Böden. Dieser bei freiem Stand sehr ausladende Baum ist ein ausgeprägter Tiefwurzler.
Platanen sind anspruchslos und ertragen Stadt- und Industrieklima ausgezeichnet. Sie ertragen Hitze und Trockenheit, was sie zu idealen Allee- und Strassenbäumen macht. Auch werden sie als Schattenbäume in Siedlungen, als Hausbaum oder als Schirmbaum über einem Biergarten angepflanzt. Früher gab es kaum ein Gasthaus, das nicht mindestens eine Platane oder eine Rosskastanie über ihren Garten wachsen lies.
Pflege und Schnitt
Wie alle zu Schirmbäumen geeigneten Gehölze ist auch die Platane äusserst schnittverträglich. Die wenigen Hauptäste werden oft auf dicke «Köpfe» geschnitten. Platanen sind meist sehr gesund. In den letzen Jahren sind immer öfters mal Befalle durch Platanenkrebs bekannt geworden. Dieser führt zu Wucherungen im Holz. Der Blattbräunepilz (Apiognomonia veneta) befällt Blätter und Jungtriebe, welche braun werden und verwelken. Das tritt vor allem in einem feuchten Frühjahr auf. Im Sommer bilden sich aber wieder neue Blätter. Die hübsche Platanen-Netzwanze ist in städtischen Gegenden schon verbreitet. Corythucha ciliata wurde ca. 1975 aus den USA eingeschleppt und befällt ausschliesslich Platanen.
Arten und Hybriden
Die Platanen sind vorwiegend laubabwerfend, es gibt aber auch einige wintergrüne Arten, vor allem in den subtropischen Gebieten. Eigentlich sind die wenigsten bei uns winterhart. Mit zwei Ausnahmen: Platanus X hispanica und Platanus orientalis ’Cuneata’. Erstere hat ahornartige Blätter, was ihr zum Synonym-Namen ’acerifolia’ verholfen hatte. Ihre in grossen, puzzleartig Stücken abblätternde Rinde ist sehr dekorativ. Die kugeligen Sammelfrüchte bleiben bis lang in den Winter hinein am Baum hängen und sehen wie braune «Christbaumkugeln» aus. ’Cuneata’ ist seltener erhältlich, etwas kleinwüchsiger und gedrungener. Ihre Blätter sind nicht so tief eingeschnitten und die abblätternden Rindenschuppen sind viel kleiner. Vor allem jüngere Exemplare sind frostgefährdet. Für Weinbauklima, an Seen und im Tessin ist die Pflanze geeigneter. Platanus X hispanica hat zwei farbige Varianten: ’Bloodgood’ hat rötlich Blätter, ist schnellwüchsig und unempfindlich gegen Platanenkrebs. Die nur 20 m hoch werdende Sorte ’Suttneri’ hat hübsche, mit vielen cremeweissen Flecken gezeichnete Blätter.
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