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Pilze - im Garten, Feld und Wald!

Pilze sind eine riesige Familie, die man nicht ganz zuordnen kann. Pflanze oder nicht? Sie hat doch weder Blätter noch Blüten. Darum werden sie als drittes Reich bezeichnet, das möglicherweise den Tieren näher steht als den Pflanzen! Da…

Redaktion17. Januar 20174 Min. Lesezeit

Wegeplan in der Aufsicht: ein geschwungenes Pflasterband mit neun Querfugen durchquert das Bild von links oben nach rechts unten; entlang der einen Seite steht eine dichte Randbepflanzung als Kreise, an der anderen nur wenige einzelne Pflanzen.
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Pilze sind eine riesige Familie, die man nicht ganz zuordnen kann. Pflanze oder nicht? Sie hat doch weder Blätter noch Blüten. Darum werden sie als drittes Reich bezeichnet, das möglicherweise den Tieren näher steht als den Pflanzen![/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]Da Pilze weder Blattgrün zum Aufbau eigenen Zuckers haben, noch Blüten tragen die Bienen anlocken, müssen sie andere Wege gehen. Das was wir jeweils an der Oberfläche, am Waldboden sehen, ist nur der reife Fruchtkörper der Pilze. Darin sind Milliarden winziger staubfeiner Sporen enthalten, die von Wind und Wasser verteilt werden. Unterirdisch entwickelt sich die eigentliche Pflanze, als dichtes Gewebe, das Pilzlager (Myzelium) genannt wird. Pilzfäden (Hyphen) breiten sich davon in alle Richtungen aus. Der Fruchtköper selber kann bekanntlich hutförmig sein, es gibt aber auch kugelige, bartförmige, trompetenartige und verästelte Pilze. Einige Arten bilden skurrile Gebilde wie Stinkmorchel (Phallus impudicus), der Erdstern (Gastrum) oder der Gitterling (Clathrus ruber). Viele Pilze leben in Symbiose mit anderen, höher entwickelten Pflanzen. Sie siedeln sich an den Enden der Saugwurzeln an, wo sie Nährstoffe entnehmen. Die Pilze und höher entwickelte Wirtspflanzen haben ihre Vorteile davon. [/COLOR]

[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Über den Pilz bekommt die Pflanze viel mehr Nährstoffe als ihre eigenen Saugwurzeln, denn das Mycel durchwächst im Boden viel feiner. Das grösste Lebewesen der Welt wurde 2000 entdeckt und ist ein Pilz, ein Hallimasch: Er erstreckt sich im Boden im Malheur National Forest in Oregon auf eine Fläche von 1200 Fussballfeldern und ist 2400 Jahre alt![/COLOR]



Saftling Pilzgruppe im Rasen


Auf unserem Speiseplan


[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Einige Pilze haben es auf unseren Speiseplan geschafft. Seit alters her werden Pilze als wichtige Nahungsmittel gesammelt. Der teuerste Pilz ist die Winter-Trüffel (Tuber brumale), die zeitweise mit Gold aufgewogen wurde. In aller Munde ist der Champignon (Agricus campestris). Als wichtigster Zuchtpilz ist er im Lebensmittelhandel überall erhältlich. Er lässt sich sogar zu Hause im Keller auf speziellem Substrat gehalten. Austernseitling und Shitake sind bald schon zu den Grundnahrungsmitteln zu zählen und können im Garten gezüchtet werden. In freier Natur, in Wald und Hecke werden andere Speisepilze gesammelt. Steinpilz (Boletus edulis), Eierschwämme (Cantharellus cibarius), Speise-Täubling (Russula vesca) und Spitz- (Speise) morcheln (Morchella conica) sind bekannt und beliebt. Weniger kennt man den Schafeuter (Albatrellus ovinus), den Ziegenfuss (Albatrellus pes-caprae) und Echten Reizker (Lactarius deliciosus), die zu den besten Speisepilzen gezählt werden. Als Regel gilt: Iss nur Pilze die du genau kennst! Hüte dich vor den gefährlichen Doppelgängern! Eigentlich sollten die gesammelten Pilze an einer Kontrollstelle gezeigt werden. Sollten sich doch Anzeichen zeigen, muss man sofort den Brechreiz auslösen und den Magen entleeren, ein Besuch beim Arzt oder im Spital ist nötig. Aber: Keine Milch trinken wie noch oft gesagt wird![/COLOR]



Täubling


Oder nicht!


[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Pilzgifte gehören zu den tödlichsten im Pflanzenreich. Am bekanntesten ist dabei der Grüne Knollenblätterpilz (Amanita phalloides) der oft mit dem Feldchampignon (Agricus campestris) verwechselt wird und schon ganze Familien ausgelöscht hat. Ebenfalls sehr giftig ist der dem Steinpilz ähnliche Satanspilz (Boletus satans), der Pantherpilz (Amanita pantherina) einem Verwandten des wunderschönen Fliegenpilzes (Amanita muscaria) und der Spei-Täubling (Russula emetica), Nomen est Omen.[/COLOR]



Champignon


 



Pilze im Garten


[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Leider muss man dazu sagen, dass es sich bei den üblichen Pilzen im Garten vorwiegend um Schadpilze handelt. Dazu gehören der Echte Mehltau auf dem Salat, der Sternrusstau auf den Rosen und die Schimmelpilze zum Beispiel auf Tulpenzwiebeln und in Aussaatkistchen. Aber auch einige Hutpilze kommen vor. Im Rasen erscheint manchmal ein „Hexenring“ aus Pilzen, meist dort wo früher mal ein Baum stand. Kleinere, aber darum nicht weniger schöne Pilze finden wir auf verrottenden Ästen im Garten. Leider werden auch immer wieder Gartengehölze von in Holz parasitierenden Pilzen befallen und worauf sich hübsch gestufte, harte Holzpilze bilden. Auf Wiesen und Weiden ums Haus wachsen der Schopftintling (Coprinus comatus), jung essbar und der schmackhafte Feldchampignon.[/COLOR]



Povist


Pilze bestimmen und sammeln


[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Sollten Sie sich wirklich mit dem Gedanken tragen, Pilze für den Verzehr zu sammeln, empfehlen wir Ihnen sich ein wirklich gutes, ausführliches Pilzbestimmungsbuch zu besorgen. Ob mit Fotos oder Zeichnungen dürfte egal sein, wobei ich letzteres bevorzuge, da wichtige Merkmale dort besser dargestellt werden können. Pilze sind sehr variabel und von Grösse und Form sehr unterschiedlich. Darum sind Fotos oft nicht genauso aussagekräftig. Auch in Ihrem Dorf gibt es eine Pilzkontrollstelle, nutzen Sie diese unbedingt, das gibt bestimmt weniger Bauchweh![/COLOR]



Halimasch



Junger Baumpilz



Zwei Wochen später...



Tintling

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