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Lilien

Königinnen im Hochsommergarten Ob im Topf gehalten oder im Garten ausgepflanzt, mit ihren trompetenförmigen Blüten wirken Lilien nicht nur königlich, viele Arten duften zusätzlich auch noch, ein Plus, das eine Verführung wert ist. Den…

Redaktion12. Januar 20174 Min. Lesezeit

Eine weisse Trompetenlilie in einem Tontopf mit einem einzelnen, blassen Blütenblatt, das auf die Untertasse segelt.
Lilien - Königinnen im Hochsommergarten


Ob im Topf gehalten oder im Garten ausgepflanzt, mit ihren trompetenförmigen Blüten wirken Lilien nicht nur königlich, viele Arten duften zusätzlich auch noch, ein Plus, das eine Verführung wert ist. Den evolutionären Ursprung im Himalaya, ist die Gattung der Lilien auf allen Kontinenten der Nordhalbkugel zu finden, vorzugsweise jedoch in eher gemässigten Zonen. Das grösste Vorkommen von Wildarten findet man in China, ferner auch in Japan, Nordamerika sowie Europa und im Kaukasus. Als Gartenpflanzen sind nebst zahlreichen niedrigen Hybriden auch die bis zu drei Meter hoch werdende Baumlilie (Lilium x Hybrida), sowie Arten mit ebenfalls hohen Blütenständen wie beispielsweise die Königslilie, (Lilium regale), Madonnenlilie(Lilium candidum), der Türkenbund (Lilium martagon) und die Osterlilie (Lilium longiflorum) im Handel erhältlich. Die Blütenfarben der opulenten Schönheiten variieren von weiss über creme, gelb, orange und rosa bis hin zu einem satten Weinrot. Es finden sich nebst trompetenförmigen Blüten auch solche mit stark zurückgebogenen Blütenblättern, wie dies beim Türkenbund der Fall ist. Ebenfalls können diese gebändert oder sogar gepunktet wie bei der Tigerlilie (Lilium lancifolium) sein.



Tigerlilie: Tigerlilien (Lilium lancifolium) zeigen im Juli / August ihre auffällig getupften Blüten.


So wird gepflanzt


Damit Lilien über Jahre im Garten Freude bereiten, gilt es bei der Pflanzung Einiges zu beachten. So werden der Türkenbund und die Madonnenlilie bereits im Spätsommer gesetzt - sie sind übrigens auch mit einem etwas kalkhaltigeren Boden zufrieden - während andere Arten im Herbst oder Frühling gepflanzt werden. Für alle gilt jedoch, dass sie nach dem Kauf unbedingt so schnell als möglich ins Erdreich sollten, da die schuppenartig aufgebauten Zwiebeln keine schützende Aussenhülle wie andere Zwiebelblumen besitzen und daher bei zu langer Lagerung Austrocknungsgefahr droht. Im Garten ausgepflanzt, bevorzugen Lilien einen sonnigen, jedoch nicht heissen, oder halbschattigen und vor Wind geschützten Standort. Der Boden muss unbedingt durchlässig sein, damit keine Staunässe entsteht. Das behagt den Zwiebeln überhaupt nicht. Aus diesem Grund hat sich schon so manche Schönheit sang- und klanglos aus dem Garten verabschiedet. Damit dies nicht passiert, bringt eine tiefgründige Bodenlockerung sowie das Einbringen von Kies oder Sand eine deutliche Verbesserung. Die Pflanztiefe richtet sich nach der Grösse der Zwiebel. Grundsätzlich hebt man das Pflanzloch zwei bis dreimal so tief aus, wie diese goss ist. Gepflanzt wird in Gruppen ab 3 Stück, denn so wirken Lilien am schönsten, da diese nur aus einem Blütenstil bestehen. Der Pflanzabstand sollte bei kleinen Zwiebeln mindesten 10 Zentimeter betragen, 15 Zentimeter sind besser. Je grösser die Zwiebeln also sind, desto grösser ist auch der Pflanzabstand. Besteht die Gefahr von Frass durch Wühlmäuse, so pflanzt man diese zusätzlich in Drahtkörbe. Auch werden die jungen Blätter gerne von Schnecken verspeist. Ein weiterer Anspruch, den Lilien haben, ist die Beschattung der Bodenregion. Dazu eignen sich niedrige Bodendecker wie beispielsweise Polsterphlox oder Thymian, oder man deckt die Stelle einfach mit einer dicken Schicht Rindenmulch ab. Ist es mit der Blüte vorbei, so werden zunächst nur die abgeblühten Blüten entfernt, da sich sonst Samen bilden, wofür die Pflanze nur unnötig Kraft benötigt. Sind die Stängel und Blätter im Herbst braun und trocken, werden sie entfernt.



Baumlilien können bis zu 3 Meter hoch werden.


Kleiner, gefräßiger Käfer


Zeigen sich die ersten Blütenstiele, droht auch schon Gefahr. Dies in Form des Lilienhähnchens, ein hübscher oranger Käfer, der nur allzu gerne Löcher in die Blätter frisst. Aber nicht nur Lilien, auch Blätter von Kaiserkronen stehen auf seinem Speisezettel. Wer dies unterbinden will, sollte sie frühmorgens, dann sind die Käfer noch träge, mit den Larven absammeln, die sich an der Unterseite der Blätter unter einer kotartigen Masse befinden.


 



 



Tipp


Klein bleibend Lilienhybriden, welche oft in Gartencenter angeboten werden, eignen sich auch gut für den Kübel. Aber auch hier ist eine gute Drainage aus Kies oder Blähton wichtig. Mit einem Vlies und einer qualitativ hochwertigen Blumenerde abgedeckt, wird nach Packungsanleitung gepflanzt. Besser jedoch erst im Frühjahr, reagieren doch die Zwiebeln im Kübel etwas empfindlicher auf Kälte, und wenn doch schon im Herbst, so wandert dieser mitsamt dem Inhalt bei langanhaltenden Frostperioden einfach in einen kühlen Raum im Haus von maximal 5°C. Dies übrigens auch im Folgejahr, wenn sich die Pflanzen im Kübel etabliert haben.



Türkenbund: Der Türkenbund verströmt abends und nachts einen schweren, süssen Duft, der vor allem langrüsselige Schmetterlinge anlockt. (Bild: bert Stankowski)

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