Judasbaum (Cercis) - Judasbaumblatt (Cercidiphyllum)
Allgemeines Der Gewöhnliche Judasbaum (Cercis siliquastrum) kommt ursprünglich von den Mittelmeerländer über Südosteuropa bis nach Vorderasien vor. Hier wächst der Judasbaum in Höhen bis zu 400 m ü M. Der mehrstämmige Grosstrauch oder Baum…

Der Gewöhnliche Judasbaum (Cercis siliquastrum) kommt ursprünglich von den Mittelmeerländer über Südosteuropa bis nach Vorderasien vor. Hier wächst der Judasbaum in Höhen bis zu 400 m ü M. Der mehrstämmige Grosstrauch oder Baum wird zwischen 6 und 10 m hoch. Cercis haben eine besonders interessante Art zu blühen: Ihre Blüten wachsen direkt am Stamm und an dickeren, alten Ästen. Das nennt man Stammblühend, oder mit dem Fachbegriff «Kauliflorie». Und damit es richtig schön aussieht, blühen sie vor dem Austrieb der herzförmigen, runden Blätter. Auch der Chinesische Judasbaum (Cercis chinensis) wird bei uns als Zierpflanze gezogen. Er wächst langsam, wird nur etwa 2,5 m hoch und könnte so als «Zwergform» bezeichnet werden. Er blüht im April-Mai in einem intensiveren Violett-Rosa als der gemeine Judasbaum und auch reichlicher. Der Judasbaum hat eine schöne, goldene Herbstfärbung. Wegen der ähnlichen Blatter wird das Judasbaumblatt (Cercidiphyllum japonicum) in unsere Gärten hoch geschätzt. Aus dem Fernen Osten stammend, bringt es ein exotisches Flair in den Garten. Es gibt nur zwei Arten in der Gattung Cercidiphyllum, also ist die Familie der Cercidiphyllaceae äusserst klein. Im Tertiär gab es verwandte Arten auch bei uns in Europa, Versteinerungen bezeugen das.
Standorte
Die Judasbäume sind im Grunde sehr anspruchslose Gartengehölze. Sie lieben einen mässig- bis humosen, lockern und tiefgründigen Gartenboden. Dieser kann von kalkhaltig bis leicht sauer reichen. Wichtig ist, dass er durchlässig ist und nicht zu Staunässe neigt, da dies das feine, eher flache Wurzelwerk der Judasbäume zerstört und die Pflanzen stark schwächt. Die kleineren Sorten wie ’Avondale’ eignen sich auch für grössere Gefässe. Auch hier ist eine gute Drainage des Gefässes wichtig. Als Substrat wird am besten eine Trogerde verwendet. Der Standort sollte wenn möglich geschützt sein, besonders kalter Winterwind (Bise) sollte ausgegrenzt werden. Ansonsten lieben sie wie das Judasbaumlatt Sonne und Wärme. Auch die Bodenansprüche des «Kuchenbaums» sind die selben.
Pflege und Rückschnitt
Cercis sind grundsätzlich bei uns winterhart. Etwas Vorsicht ist beim Chinesischen Judasbaum 'Avondale' nötig: Dieser Judasbaum benötigt als junge Pflanze bis zum Alter von etwa 3 Jahren bei besonders tiefen Temperaturen einen Winterschutz. Judasbäume können wohl geschnitten werden. Ein unsachgemässer Rückschnitt führt aber schnell zum Verlust des natürlichen Aussehens des Baumes: Also prüfe sich, wer sich bindet! Zumindest an einen bis zu 10 Meter hoch werdenden, wunderschönen Baum, ob er auch in Zukunft genügend Platz haben wird. Der «Kuchenbaum» Cercidiphyllum darf übrigens häufiger geschnitten werden als der Cercis und verträgt den Schnitt auch besser, was heisst, dass er auch nach einem kräftigen Einkürzen wieder willig austreibt.
Sortenvielfalt: Interessante Arten und Sorten
Der 4-6 m hoch werdende Judasbaum (Cercis siliquastrum) ist bei uns nur in wenigen Arten bekannt, von denen nur 2-3 Arten bei uns verbreitet sind. In zunehmendem Masse, da dass Klima bei uns (durchschnittlich) wärmer und die Winter (scheinbar) weniger kalt werden. Die Gattung scheint uralt zu sein: Cercis cyclophylla, wurde zum Beispiel in den «Öhninger Schichten» des Miozän (vor 23 Mio. Jahren) in Deutschland gefunden. Seit 1796 kennt man Cercis siliquastrum zuerst in Botanischen Gärten, später auch in den privaten Gärten. Der Gewöhnliche Judasbaum wird nur als Ziergehölz verwendet, obwohl sein Holz ein beliebtes Furnierholz ist. Er ist in wenigen Zuchtformen bekannt: So die seltenen Sorten 'Alba' mit reinweissen und 'Rubra' mit dunkelroten Blüten. Eine leichte Variante der Normalform ist die mit dunkelrosa Blüten aufwartende Sorte 'Bodnant'. Übrigens werden die Blüten roh gegessen und zur Dekoration von Salaten und wegen ihres süsslichen Flavors in Süssspeisen verwendet. Auch Blütenknospen werden als Gewürz verwendet und wie Kapern sauer eingelegt verwendet.
Cercis chinensis, eine weitere, Wärme liebende Art, ist in letzter Zeit vermehrt im Angebot von Gartencentern und Baumschulen anzutreffen. Mit der Sorte ’Avondale’ ist eine schwachwüchsige Form mit einem äusserst reichen Blütenbesatz erhältlich. Sie wächst mehrstämmig und blüht in intensiv leuchtendem Neonrosa, vor dem Blattaustrieb von April bis Mai. Wegen ihrer geringen Gösse und des langsamen Wuchses ist sie für grössere Gefässe geeignet.
Die dritte, bei uns bekannte Art ist Cercis canadensis. Der Kanadische Judasbaum bildet wunderschöne, bis 5 m hohe Sträucher. Seine rosa Blüte im April/Mai kann mit der Sorte ’Texas White’ auch weiss sein. Eher auf schönes Blattwerk setzt die Sorte ’Forest Pansy’ mit purpurroten, später etwas vergrünenden Blättern, die sich im Herbst wiederum fantastisch orange-purpurn verfärben. Eine sehr empfehlenswerte, mit 2-4 m eher klein bleibende Form.
Cercidiphyllum japonicum, der Kuchenbaum, in Japan auch Katsurabaum (Goldmünzenbaum) genannt, stammt wie es der Name schon sagt aus Japan, China und Korea. Es gibt nur zwei Arten, die einzigen der Familie der Cercidiphyllaceae. Der deutsche Name leitet sich von den im Herbst nach dem Blattfall nach Lebkuchen duftenden Blättern ab. Die Herbstfärbung ist auch die Hauptzier des bis zu 12 m (selten 40 m) hoch werdenden Baumes: Sie ist von einem exklusiven Orange- bis Goldgelb. Von der Art gibt es noch eine besonders attraktive Zuchtform: Die Sorte ’Pendulum’ bildet herrlich Kaskaden aus intensivgrünen, runden Blättern. Seinen lateinischen Namen bekam der Baum wegen der dem Judasbaum ähnlichen Blätter, mit ihm ist er aber nicht verwandt. Im Eozän vor etwa 49 Millionen entstand die Familie und ist durch Fossilien ausgezeichnet belegt.
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