Im Gwundergarten
Zu Besuch bei Alexandra Zöbeli Auf einem recht steilen und schattigen Grundstück mit lehmigem Boden am Waldrand von Madetswil hat Alexandra Zöbeli innerhalb von zehn Jahren ein Rosen- und Hortensienparadies erschaffen. Das…

[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Auf einem recht steilen und schattigen Grundstück mit lehmigem Boden am Waldrand von Madetswil hat Alexandra Zöbeli innerhalb von zehn Jahren ein Rosen- und Hortensienparadies erschaffen. Das Experimentierfeld der «gwundrigen» Gärtnerin bietet aber vielen weiteren Pflanzen und auch Tieren ein Zuhause.[/COLOR]
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Das terrassierte Grundstück am Hang ist 1400 m2 gross. Alexandra Zöbeli und ihr Mann bewohnen das Haus seit zehn Jahren. Zuvor lebte hier ein älteres Ehepaar, das grossen Wert auf eine einheimische Bepflanzung legte. Doch am Ende war für die Gartenarbeit nicht mehr viel Kraft da: «Der Garten war wild, als wir ihn übernommen haben, und wild darf er auch bleiben. Allerdings wollte ich ein paar romantische Farbtupfer drin», so Alexandra Zöbeli.[/COLOR]
Beet für Beet
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Gesagt, getan – doch einfach war es nicht. Denn zu Beginn musste der sehr vewinkelte Garten mit Hacke und Kettensäge von den vielen Bäumen, Büschen, Hecken (Lonicera nitida) und Efeuranken befreit werden, die zu viel Schatten spendeten.[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]In den folgenden Jahren räumte Alexandra Zöbeli Beet für Beet, um Platz für ihre «Farbtupfer», sprich für Rosen und Hortensien zu schaffen. Das sei ihr aber nicht leichtgefallen: «Aus Rücksicht auf meine Vorgänger hatte ich lange Zeit Hemmungen, etwas zu ändern oder umzustellen. Ich brauchte einige Jahre, bis ich verstand, dass dies nun wirklich mein eigener Garten war.»[/COLOR]
Rosen im Schatten
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Es wuchs hier zu Beginn nicht eine einzige Rose, mittlerweile sind es an die 70 Sorten. «Viele gedeihen auch im Halbschatten, obschon es heisst, sie seien ausgesprochen sonnenhungrig», hat die Gärtnerin festgestellt. Manchmal kauft sie eine Sorte speziell für den Schatten und manchmal probiert sie einfach aus, ob eine bestimmte Sorte auch im Schatten gedeiht. [/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]An sonnenabgewandten Stellen haben sich ‘Crocus Rose’, ‘Wild Edric’, ‘Jacques Cartier’, ‘Brother Cadfeal’ und ‘Barbara Austin’ bewährt.[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]Zu Beginn kannte Alexandra Zöbeli nur Teehybriden und Bodendeckerrosen, die für den Gwundergarten nicht passend erschienen. Irgendwann fiel ihr aber ein Prospekt mit Englischen Rosen in die Hände: Diese Rosen gefielen ihr ausgesprochen gut, und in einem Laden in Biel kaufte sie dann welche. Fazit: «Die ‹Engländerinnen› kommen durchaus mit Halbschatten zurecht, aber ein wenig Sonne brauchen sie schon.»[/COLOR]
Dankbare Rambler
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Auf Ramblerrosen ist Alexandra Zöbeli im Landhaus Ettenbühl gestossen. «Kaum hatte ich gesehen, dass es möglich ist, Rosen in Bäume wachsen zu lassen, musse ich das natürlich im Gwundergarten ausprobieren.» Und so wanderte ‘Felicité et Perpetué’ einen Zierapfelbaum hinauf.[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]Das Treppengeländer des Ateliers wird von ‘Paul Transon’ berankt, der man in Anbetracht ihrer Üppigkeit den Übernamen «Monster» verpasste, und weitere Rambler wurden an Zäunen gepflanzt. «Sie sind dankbar, kaum pflegebedürftig und sehr gesund», schwärmt die Gärtnerin. «Allerdings haben sie unter dem langen Frostwinter gelitten.»[/COLOR]
Horstensien-Paradies
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Im Gwundergarten wachsen nicht nur Rosen, sondern auch zahlreiche Hortensien. Zum Beispiel eine Eigenzüchtung einer Eichblatthortensie der Gärtnerei Meier in Dürnten. Desweiteren die Hydrangea-Sorten ‘Hopcorn’, ‘Hobergine’ und ‘You & Me’, die Rispenhortensie ‘Great Star’, die Waldhortensie ‘Hayes Stardust’, die Tellerhortensie ‘Variegata’ mit ihren panaschierten Blättern und Hydrangea ‘Black Steel’ mit weinroten Trieben.[/COLOR]
Vielvalt am Waldrand
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Nebst Rosen und Hortensien gedeihen im Gwundergarten auch Clematis, Pfingstrosen, Hostas, Spiraea, Storchschnabel, Phlox, Tränende Herzen, Katzenminze, Lavendel, Allium, Agapanthus, Fuchsien, Taglilien, Helleboren, Salbei, Stachys, diverse Sorten Vergissmeinnicht, Zistrosen und Buchs. Hinter dem Haus gibt Italienisches Leinkraut (Linaria angustissima) – eine Sorte in Lila und eine in Weissrosa – zusammen mit dem Rambler ‘Gerbe Rose’ ein perspektivisch hinreissendes Bild ab.[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]«Wenn ich nichts unternehme, dann habe ich in zwei Jahren den Wald im Garten», befürchtet Alexandra Zöbeli. Der Gelbe Mohn versamt sich rasant und muss in seine Schranken gewiesen werden – allerdings hellt er dunkle Ecken auf. [/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]Unkraut wiederum hat die Gärtnerin im Griff: «Ich jäte nur im Frühling. Danach werden die Pflanzen buschig und bedecken den Boden.» Um Unkraut «verschwinden» zu lassen, verwendet sie Kaukasus-Vergissmeinnicht, Storchschnabel, Frauenmantel oder Heuchera.[/COLOR]
Tiere im Garten
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Im Gwundergarten leben auch viele Tiere. Nicht alle sind unbedingt erwünscht, doch die Gärterin nimmt’s gelassen: «Leider sehen nicht alle meine Rosen wie im Katalog aus, denn manchmal haben sie Raupen oder eingerollte Blätter von Blattrollwanzen.» Blattläuse mag sie zwar auch nicht. «Aber was sollen sonst die Marienkäfer fressen?»[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]Der Gwundergarten bietet vielen Tieren wie Igel, Maulwurf, Marder, Siebenschläfer und Eichhörnchen sowie etlichchem Kleinvieh ein Zuhause. Letzteres deckt sich gern mit Rosenknospen ein – «doch so ist die Natur», meint die Gärtnerin.[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]Das Gemüse wird in Töpfen kultiviert und so vor Schneckenfrass geschützt. Als einmal die Mäuse einige Pflanzenwurzeln abfrassen, setzte sie einen vibrierenden, batteriebetriebenen Mäuseschreck ein – «nur eine Saison lang, denn seither habe ich vor Mäusen Ruhe».[/COLOR]
Geduld bring Blüten
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Der Gwundergarten ist Alexandra Zöbelis erster eigener Garten. «Beide Grosseltern hatten Gärten, mehrheitlich allerdings Gemüsegärten. Doch gern würde ich heute meine Grossmütter fragen, wie sie so prächtige Hortensien hinkriegten, womit sie diese wohl fütterten …»[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]«Was mich der Gwundergarten lehrt, ist Geduld.» Bei einem Hibiskus musste sie sieben Jahre lang auf die Blüte warten. «Ich hatte ihn als kleinen Steckling von einer Freundin erhalten und war sehr gespannt auf die Blütenfarbe. Das Warten hat sich gelohnt, die Blüten sind wunderschön!»[/COLOR]
Probieren und testen
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Doch woher kommt der Name «Gwundergarten»? «Ich bin neugierig und glaube nicht alles, was ich lese oder höre, sondern muss vieles selbst ausprobieren. Es nimmt mich eben wunder», so Alexandra Zöbeli.[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]«Gwundergarten», das stehe nicht für einen aus dem Ei gepellten Garten, in dem Rasenkanten akurat abgestochen und Blumen in Reih und Glied gesetzt sind. Es ist ein wildes Experimentierfeld, wo neue Sorten und verschiedene Kombinationen ausgetestet werden. Wo zum Beispiel Zucchetti und Hortensien in einem Schattenbeet zusammengewürfelt werden – um daraus zu lernen, dass Zucchetti doch etwas mehr Sonne brauchen… «Wenn ich etwas setze, das dann nicht gut kommt, dann probiere ich es mit einem anderen Standort aus. Und sonst fliegt es einfach aus dem Garten raus.»[/COLOR]
Seife und Sirup
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Einige Pflanzen, die in ihrem Garten wachsen, verwertet Alexandra Zöbeli: [/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]Aus Lavendel stellt sie Seife her, aus Melisse Sirup und aus Rosen Gelee. Früher habe sie es fast nicht übers Herz gebracht, Blüten abzunehmen, um sie zu verarbeiten. Doch dann beschloss sie, so viele Pflanzen in ihrem Garten zu kultivieren, dass sie bedenkenlos Blüten pflücken konnte. «Heute habe ich sehr viele Pflanzen im Garten. Und es reut mich immer noch, Blüten abzunehmen.»[/COLOR]
Blog und Tausch
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Stimmungsvolle und fotografisch anspruchsvolle Aufnahmen ihres Gartens zu allen Jahreszeiten sowie lustige oder denkwürdige Erlebnisse aus ihrem Garten, mit oder ohne Kater Noah, stellt Alexandra Zöbeli ins Internet, denn sie führt auf ihrer Homepage einen Blog (www.gwundergarten.blogspot.com). Bis zu 300 Gartenfreunde von nah und fern verfolgen die Geschehnisse und tauschen dort Gartenmeldungen aus. Zuweilen finden auch Treffen statt, an denen manchmal Pflanzen den Besitzer wechseln.[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]Und übrigens: Alexandra Zöbeli zeichnet in diesem Jahr im «Schweizer Garten» für die Rubrik «Neues aus dem Gwundergarten» auf Seite 2 verantwortlich.[/COLOR]
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