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Ein Schattendasein - Leben ohne Sonne

Das Lebenselixier aller Pflanzen, und schlussendlich auch von uns Säugetieren, ist das Licht. Ohne Licht findet keine Assimilation statt und Pflanzen produzieren keinen Sauerstoff.Unsere Wohnungen haben nun ein wichtiges Handicap: die…

Redaktion28. November 20164 Min. Lesezeit

Wegeplan in der Aufsicht: ein geschwungenes Pflasterband mit neun Querfugen durchquert das Bild von links oben nach rechts unten; entlang der einen Seite steht eine dichte Randbepflanzung als Kreise, an der anderen nur wenige einzelne Pflanzen.
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Das Lebenselixier aller Pflanzen, und schlussendlich auch von uns Säugetieren, ist das Licht. Ohne Licht findet keine Assimilation statt und Pflanzen produzieren keinen Sauerstoff.Unsere Wohnungen haben nun ein wichtiges Handicap: die Decke überm Kopf! Diese Decke ist absolut Licht undurchlässig, nicht wie das Kronendach von Bäumen. Viele unserer Wohnungen sind einfach zu dunkel oder haben Fenster nach der lichtärmeren Nordseite. Die Intensität des Lichteinfalls kann aber für die Pflanze je nach Standort ändern. Darum gibt es auch für solche Plätze eine Lösung. Viele Pflanzen wachsen nämlich im Schatten grösserer Artgenossen oder Konkurrenzpflanzen. Sie müssen mit weniger Licht auskommen, da sie von andern Gewächsen überragt werden. Mit zunehmendem Alter aber erreichen auch sie einmal das ganz grosse Licht. Dazu gehören alle Baumartigen die nur im Jugendstadium Schatten vertragen, zum Beispiel viele Palmen und die Schefflera- Arten.[/COLOR]



Die Ananaspalme (Cycas) will’s im Winter eher kühler und vor allem trocken.


Im Unterholz des tropischen Dschungels


[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Andere aber verbringen ihr ganzes Dasein im Unterholz oder auf dem Waldboden eines Urwalds. Sie ergeben ausdauernde Zimmerpflanzen in unseren ehre düsteren Wohnungen.Um trotz widrigen Umständen genügend Licht aufzufangen, haben die meisten der Schattenpflanzen grosse bis sehr grosse Blätter ausgebildet. Die Blätter sind oft auch sehr dünn und immer unbehaart und glänzend. Von diesen meist dunkelgrünen Blätter entstehen manchmal bunt gezeichnete Mutationen. Da diese Aberrationen weniger Blattgrün besitzen als die Grundform, benötigen sie mehr Licht.Man kann also klar sagen: „Je umfassender die Panaschierung (Blattverfärbung) ist umso mehr Licht benötigt die Pflanze!“[/COLOR]



Mittelhell, jedenfalls ohne Sonne, liebt die herrliche Flamingoblume (Anthurium).


 



Pflanzen für das Nord- und Nordost-Fenster.


[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Schattenverträgliche Pflanzen eignen sich demzufolge bestens für helle Standorte am Nordfenster oder zurückversetzt in einen Raum der Süd-südost-orientiert ist. Sie vertragen sogar für Plätze welche sogar 3-4 Meter von einem grösseren Fenster entfernt liegen.Eine interessant bepflanzte Ecke mit mehreren verschiedenen Blattformen und -farben gibt jeder Wohnung einen modernen und exklusiven Pfiff.[/COLOR]



Wer’s mächtig will: Das Fensterblatt (Monstera) ein naher Verwandter des Philodendron macht bis zu 80 cm durchmessende Blätter und wird im Dschungel 20 Meter hoch!


Umfangreiche Auswahl


[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Um einen schattigen Platz zu bepflanzen gibt’s mehr Pflanzen als man denkt! Farne sind auch bei uns Pflanzen des Unterholze. Der Hirschgeweihfarn (Platicerium) wächst als Aufsitzerpflanze (Epiphyt) auf Urwaldbäumen. Meistens ist das ihn überspannende Blätterdach recht dicht und schattiert ihn genügend. Je schattiger er steht, umso grösser werden seine Blattspreiten (Blattflächen). Die Aralie (Fatsia japonica) hat grosse glänzende Blätter von ahornartiger Form. Sie schätzt besonders kühlere Zimmer mit grossen, nordgerichteten Fenstern. Auf Sonne kann sie gut verzichten. Eine ausgewachsene Pflanze kann im Zimmer gute 2 Meter erreichen. Da sie auch fast so breit wird, benötigt sie viel Platz. Die Glanzkolben (Aglonema) ist eine der schattenverträglichsten Pflanzen überhaupt. Er reagiert mit Blattschäden wenn er zuviel Sonne bekommt. Sein silbern gefleckten (Sorte „Silver King“) oder gelbgeäderten Blätter „Siam“ sind eine besondere Attraktion in dunkleren Ecken. Die Zamie (Zamioculcas zamiifolia), erst seit 1996 in Kultur, gehört zu den absolutenTrendpflanzen und kommt mit sehr wenig Pflege aus. Auch der Bogenhanf (Sanseveria), lange Zeit fast aus den Zimmern verbannt, liegt wieder voll im Trend, da er äusserst unempfindlich ist und sowohl Sonne als auch Schatten vertägt. Das Einblatt (Spatyphllum) ist ein Tausendsassa. Es wächst sowohl im tiefen Schatten als auch in der Sonne, wenn sie dort genügend Bodenfeuchtigkeit bekommt. Trotzdem es sich ursprünglich um eine Sumpfpflanze handelt, will sie aber keine Staunässe. Grossmutters Schusterpalme (Aspidistra elatior) ist auch heute noch die Pflanze für den schattigsten Platz. Wo eine Pflanze gerade noch gedeihen kann, dort hält sie durch. Ihre langen, glänzenden Blätter fallen überall positiv auf. Philodendronarten gibt es viele. Von den kleinblättrigen, kletternden Ph. scandens, über rotgestielten Ph. erubescens mit seinen grossen, pfeilförmigen Blättern bis zum buschig wachsende Ph. Xanadu sind sie mit vielen Blattformen zu finden. Sie bewachsen und verschönern lichtarme Plätze. Philos lassen sich problemlos immer wieder durch Kopfstecklinge erneuern.[/COLOR]



Grossmutter’s Liebling: Der Baumfreund (Philodendron), eine Kletterpflanze.


Giessen und düngen


[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Ein Standort am Schatten bedingt, dass etwas weniger gegossen werden muss, als an einem trockenen sonnigen Ort. Wichtig ist, dass keine Staunässe entstehen kann. Übertöpfe sind also immer nach kurzer Zeit zu leeren. Ich habe in meiner Tätigkeit als Gärtner mehr „ersoffene“ als vertrocknete Zimmerpflanzen gesehen! Je kühler ein Standort, vor allem im Winter, ist umso massvoller und vorsichtiger wird gegossen. Gedüngt wird nur in der lichtreicheren Sommerzeit, im Winter praktisch überhaupt nicht. Hydrokulturen bedeuten nicht, das die Pflanze mit weniger Licht auskommt, wie oft fälschlich angenommen wird, aber sie erleichtern das Giessen ernorm.[/COLOR]



Mit seinen silbernen Blättern passt der Kolbenfaden (Aglonema) in schattige Ecken.

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