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Wohnklima

20Antworten5’858Aufrufevon patbone · 19. November 2006letzter Beitrag vor 20 Jahren
  1. patbone592 Beiträge19. November 2006
    Hallo

    Wie viele von euch werden auch wir ein Haus haben, dass bzgl. Fensterisolation und Fassadendämmung sehr hohe bzw. gute Werte aufweist (=sehr dichte Gebäudehülle). So weit so gut.

    Nun hört man aber immer wieder, dass so gut gedämmte Häuser über einen (zu) geringen Luftaustausch verfügen, da kaum "natürliche" Umwälzungen mehr vorhanden sind. Bei MINERGIE-zertifizierten Gebäuden wird dieses Problem bekanntlich mit der kontrollieren Wohnungslüftung gelöst. Eine solche ist bei uns standardmässig aber nicht vorgesehen und eigentlich wollten wir (aus Kostengründen und anderen Überlegungen) auch darauf verzichten.

    Da wir beide berufstätig sind, dürften die Fenster tagsüber oft über längere Zeit komplett geschlossen bleiben.

    Meine Frage nun: müssen wir jetzt riskieren, in unserer Wohnung permanent schlechte Luft, unagenemhmes Raumklima oder gar Feuchtigkeitsprobleme zu haben?

    Hat jemand konkrete Erfahrungen oder ist "vom Fach"?

    merci & gruss pb

  2. holzhüüsler155 Beiträge20. November 2006
    hi patbone

    aus deinem bericht kann ich nicht herauslesen, ob ihr massiv oder holz baut.

    wir haben ein holzhaus. da ist es kein problem, da die luft durch die wände ausgetauscht wird. man wohnt da eben nicht in einem plastiksack /emoticons/default_smile.png die feuchtigkeit geht durch die wände weg, kann also nicht zu feucht werden.

    wir wohnen nun über 3 jahre im haus und sind vom wohnklima immer noch begeistert!

    grüessli

    holzhüüsler

  3. patbone592 Beiträge20. November 2006
    hallo holzhüsler

    es ist massivbauweise, backsteine halt, aussenwärmedämmung 160mm (also bereits minergie-standard).

    gruss pb

  4. raycecile2’603 Beiträge20. November 2006
    Mein Haus (das wir Mitte Dezember verlassen) ist so gebaut, einmal morgens und abends stosslüften reicht.

    Wir sind auch beide arbeitend, die Fenster sind im Normalfall zu (Einbruchschutz), in der Mittel-Saison bleibt das Fenster im Bad/OG gekippt... (im Winter kühlt es sonst zu stark aus und im Sommer zu warm)

  5. bohne701’371 Beiträge20. November 2006
    Wir haben auch massiv gebaut. Bis jetzt kein Problem mit dem Lüften. Über Nacht ist das Schlafzimmerfenster schräg gestellt und nach dem Duschen wird das Fenster im Bad für ein paar Minuten geöffnet. Ansonsten teilweise auch das Küchenfenster während dem Kochen, da es genügend warm ist.

    Ansonsten arbeiten wir auch beide und die Fenster sind geschlossen. Wir haben aber kein Problem mit schlechter Luft oder einem Feuchtigskeitsproblem.

  6. atina414 Beiträge20. November 2006
    Wir haben vorletzte Woche bei der Abgabe vom GU ein Merkblatt betreffend lüften erhalten. Dort steht, man sollte n im ersten Jahr 3-5 x Stosslüften pro Tag und ab dem 2ten Jahr 1-3 mal pro Tag.

    Da wir auch beide Arbeiten lüften wir 1 mal morgens, 2-3 mal ende nachmittags, Abends und nochmals vor dem zu Bett gehen.

    Das Badezimmer lüften wir direkt nach dem Duschen/Baden.

    Atina

  7. verygood993 Beiträge20. November 2006
    Hallo zusammen

    Die Lüftungsverluste eines Hauses bewegen sich bei rund einem Drittel oder mehr. Das heisst also, dass wiederum entsprechende Energie ins Haus kommen muss.Da kann sich jeder ausrechnen, wieviel Energie da zum Fenster "rausgeblasen" wird.

    Es ist in der Tat so, dass vorallem bei dichten oder sehr dichten Häusern ein genügender Luftaustausch da sein muss. Anonsten kann es u.U. zu Schimmelbildung kommen. Das Klima ist dann auch nicht mehr sehr angenehm.

    Wir haben eine kontrollierte Wohnraumlüftung und möchten diese in keinem Fall mehr missen. Obwohl wir ein Holzhaus haben und die ganze Konstruktion diffusionsoffen ist. Holz kann viel Feuchtigkeit aufnehmen.

    @Patbone

    Die Dämmung deines Hauses bewegt sich gemäss deinen Angaben im Minergiebereich. Mit 16 cm ist es allerdings recht knapp. Trotzdem frage ich mich, wieso nicht von Anfang an Minergie. Der Schritt wäre ein kleiner gewesen. In 3-5 Jahren wird das eh vorgeschrieben sein. Unter Minergie geht dann gar nichts mehr. Zudem hat ein Minergiehaus auch einen höheren Wiederverkaufswert - gut wer will den schon sein neu gebautes Haus wieder verkaufen.

    Herzliche Grüsse

    Rolf

  8. patbone592 Beiträge20. November 2006
    Trotzdem frage ich mich, wieso nicht von Anfang an Minergie. Der Schritt wäre ein kleiner gewesen. In 3-5 Jahren wird das eh vorgeschrieben sein. Unter Minergie geht dann gar nichts mehr. Zudem hat ein Minergiehaus auch einen höheren Wiederverkaufswert - gut wer will den schon sein neu gebautes Haus wieder verkaufen.
    @verygood: danke für deine einschätzung. deine prognose, dass minergie in 3-5 jahren vorgeschrieben sein wird, ist mal eine behauptung... /emoticons/default_wink.png aber ich geb dir natürlich recht, dass energieeffiziente häuser einen marktvorteil haben werden. nun ist es aber meines erachtens so, dass man nicht allzu label-gläubig sein sollte. ich kenne die minergie-kriterien sehr gut und finde, dass sie nur bedingt etwas über die energie- oder ökobilanz aussagen, da ein minergie-zertifiziertes haus durchaus über eine ölheizung und lauter ineffziente elektroverbraucher verfügen kann - und keinen kümmert's. mit andern worten: unser haus ist durchaus energieeffizient, ökologisch gebaut, aber eben, ohne lüftung kriegst du das label nicht.ausserdem stellt sich uns die frage, ob die luftungskanäle tatsächlich in die betondecke eingebaut werden können/sollen, denn das wäre die einzige möglichkeit, ansonsten müssten wir ca. 8cm raumhöhe einbüssen und das wollen wir auf keinen fall (bei 245cm).

    wir bauen übrigens nicht "selbst", sondern kaufen ein DEFH, haben also nicht alle freiheiten der welt.

    muss also weiter nachfroschen...

    merci und gruss pb

  9. Rakete1’101 Beiträge20. November 2006
    @patbone: Kann mich dir nur anschliessen. Sind in der gleichen Situation. Ausserdem kann ich mir einfach nicht vorstellen in einem Haus mit "Klimaanlage" zu wohnen, ich liebe es, die Fenster offen zu haben, bzw. regelmässig zu lüften. Ausserdem einmal mehr: Mehrkosten😡

  10. AmStein418 Beiträge21. November 2006
    Vorneweg: Wir haben auch keine Lüftung weil wir keine wollen. Aber das man mit einer Komfort- oder zwangslüftung die Fenster nicht öffnen soll/kann/darf ist ein irrglaube, es ist einfach nicht nötig!

    Wir bauen ja auch ein Holzhaus und das ist auch diffusionsoffen. Daher reicht 2x am tag lüften, was wir jetzt schon amchen..... (in unserer Mietwohnung)

  11. verygood993 Beiträge21. November 2006
    @patbone

    Danke für deine Antwort. Das mit der Minergie-Vorschrift stammt ja nicht aus meinem Munde, sondern von Ulrich Nyffenegger vom Amt für Umweltkoordination des Kantons Bern, anlässlich einer Minergie-Tagung.

    Deine Aussage, dass ein Minergie-haus mit einer Ölheizung gebaut werden kann stimmt. Allerdings muss man dies auch in die richtige Relation setzen. Bei Minergie-EFH mit Ölfeuerung liegt der Prozentanteil unter 2 %.

    Punkto "Zwangslüftung" oder Komfortlüftung gibt es da viele Vorurteile. Bei uns stehen im Sommer die Fenster offen und die Lüftung wird ausgeschaltet. Auch in der Übergangszeit bei sonnigem Wetter - wie letzthin - ist die Terrassentür sperangelweit offen.

    Es geht doch vorallem um die Lüftungsverluste, also um die verlorene Energie, die wieder ins Haus zurück gebracht werden muss. Die Komfortlüftung mit einer Wärmerückgewinnung von 90 % vermindert diese Verluste um ein Mehrfaches. Eine kontrollierte Lüftung ist keine "Klimaanlage" und es gibt auch keine Zugserscheinungen.

    Lüftungskanäle in eine Betondecke einzubauen ist aus meiner Sicht kein Problem. Das wurde ja schon über 6000 mal gemacht. Zum anderen gibt es ja noch andere Lüftungssysteme, nämlich die Dezentralen. Wir haben so ein System bei uns. Dezentrale Lüstungsgeräte mit Wärmerückgewinnung lassen sich auch nachträglich einbauen. Da gibt es bereits verschiedene Anbieter auf dem Markt. Hier ein Link zu einer sehr interessanten Homepage eines deutschen Passivhaus-Besitzers.

    http://www.bauweise.net/grundlagen/technik/lueftung/markt/kwl/dezentral.htm

    Danke für die spannende Diskussion

    Rolf

  12. makula27. November 2006
    Wir werden eine Komfortfüftung einbauen und unser Holzhaus Minergie zertifizieren lassen.

    Eine Komfortlüftung hat nichts mit einer Klimaanlage zu tun! Man spürt auch keine Zugluft (ausser man dreht ordentlich auf!).

    Sie dient, wie schon geschrieben wurde, zur Luftzirkulation und wirkt Energieverlusten durch das Fensterlüften entgegen.

    Die heutigen dichten Gebäudehüllen brauchen, wie auch schon geschrieben wurde, einen ständigen Luftaustausch, damit keine Feuchtigkeitsschäden auftreten (auch Holzhäuser). Gerade hat uns wieder ein Archtekt (nicht unserer) von seinem eigenen Wohnhaus erzählt, welches etwa 10 jährig ist, sehr dicht gebaut ist und keine Lütfung hat: Schimmelbildung und ungesundes Raumklima.

    Wir sind jedenfalls überzeugt, dass wir die Mehrkosten unbedingt tragen wollen und dass eine Komfortlüftung zum heutigen (und vor allem auch zukünftigen) Wohnstandard gehört.

    Überzeugt hat uns in der Theorie die HOVAL Homevent. Gibt es hier im Forum jemanden mit Erfahrungen zu diesem Gerät?

  13. Katja136 Beiträge27. November 2006
    Hallo Makula,

    ich kann dir nur zustimmen und auch wir fanden, dass sich hoval homevent gut anhört.

    Es wird gerade bei uns eingebaut, über Erfahrungen kann ich daher noch nicht berichten.

    Grüße

    Katja

  14. patbone592 Beiträge27. November 2006
    Hallo

    Wir werden nun wohl auch eine einbauen lassen, die vorteile überwiegen einfach. Wenn man ein energieeffizientes haus haben will und einiges in die dämmung von fassade und fenster steckt, kommt man eigentlich gar nicht drum herum.

    später kommt höchstens noch eine dezentrale lösung in frage und das gefällt mir nicht mit alle den ventilatoren in der wand oder über den fenstern.

    wir sind mal auf folgende lüftungssysteme gestossen:

    die unterschiede auszumachen ist gar nicht so leicht... hat jemand erfahrungen mit dem einen oderen anderen produkt?

    danke & grüsse pb

  15. Guest27. November 2006
    Man hört immer wieder, dass in absehbarer Zukunft Minergie wichtig sein wird und man die Anforderungen erfüllen muss.

    Wir haben uns das auch durch den Kopf gehen lassen und ich denke mal, ein vernünftiger Mensch wird auch ohne das Zertifikat erkennen können, oder es erkennbar machen lassen, wie das Haus energiemässig aussieht.

  16. makula27. November 2006
    Das Minergiezertifikat kostet 800.- und gibt uns als Laien die Sicherheit, dass der Architekt und die Handwerker auch halten was sie bezüglich Energie versprechen. Zudem war das Zertifikat bei den Banken ein wichtiges Argument.

  17. Guest27. November 2006
    Natürlich, man hat was in der Hand, aber es gibt auch Häuser ohne Zertifikat, die man eigentlich hätte zertifizieren können...

  18. hueslibauer609 Beiträge27. November 2006
    Wir wollten unser Haus auch Minergie zertifizieren lassen. Wir bauen ja mit Schwörer und die haben eigentlich ein sehr gutes System, auch die Isolation etc. ist sehr gut durchdacht. In Deutschland sind diese Häuser im Minergiestandard, soviel ich weiss. Wir hätten jedoch soviel an der Haustechnik ändern müssen dass das Konzept von Schwörer so auseinandergenommen worden wäre dass wir gesagt haben wir lassen es, abgesehen einmal von den Mehrkosten. Auch das Konzept von Minergie hat uns überhaupt nicht überzeugt.

    Wieso eine Ölheizung weniger schädlich ist wie eine Wärmepumpe konnte uns noch niemand erklären.

    Als wir jetzt von der EBL ein Formular ausgefüllt haben wegen einem Förderbeitrag für Wärmepumpen haben sie uns gesagt, dass wir sehr wahrscheinlich keinen Beitrag erhalten weil die Wärmpumpe zuwenig Strom braucht.

    Da will man Energireffizient bauen und überall werden einem Hürden in den Weg gelegt. Am besten man baut ein Haus mit Ölheizung schlechter Dämmung und keinem Strom dann ist es vielleicht Minergie (das ist jetzt ironisch gemeint, ich habe auch nichts gegen Häuslebauer die auf Ölheizungen schören!!)

    Liebe Grüsse Hüslibauer

  19. verygood993 Beiträge29. November 2006
    Hallo zusammen

    Es gibt bei vielen Banken ja auch Minergiehypotheken. Da kann man immerhin rund 5000 Franken an Zinsen sparen, da ein Teil der Hypothek zu einem besseren Zinssatz gewährt wird.

    Zu den Lüftungsgeräten: die aufgeführten Marken sind allesamt bekannt. Ich würde persönlich das Hoval-Gerät bevorzugen. Der Wärmebereitstellungsgrad (achtung nicht verwechseln mit der Wärmerückgewinnung) ist sehr gut.

    @hueslibauer

    Schwörer baut meiner Meinung nach sehr gute und energieeffiziente Häuser. Habt Ihr denn eine Komfortlüftung mit drin? Dann wäre es doch ein Kleines, das Haus zertifizieren zu lassen. Das braucht ein Formular vom Energietechniker - das kann Schwörer doch auch ausfüllen. Die machen das für ihre 3-Liter-Häuser in Deutschland doch auch. Schwörer sollte doch jedes Interesse daran haben ein inder Schweiz zertifiziertes Haus zu haben.

    Herzliche Grüsse

    Rolf

  20. hueslibauer609 Beiträge29. November 2006
    Hallo Rolf!

    Doch wir haben eine Komfortlüftung drin, aber die haben so Heizelemente mitdrin wenn die Wärme der Wärmepumpe nicht reicht dann schalten die sich ein, und die müssten wir rausnehmen um unser Haus zertifizieren zu lassen, so hat man uns das gesagt. Das ganze war uns auf jeden Fall zu doof mit der Zeit,deahalb haben wir es gelassen.

    Danke für Deine Antwort.

    Liebe Grüsse Hüslibauer