Wir sind gerade dabei ein Haus zu kaufen und haben alles administrative eigentlich schon durch (nur noch der Termin beim Notar diesen Freitag). Bevor wir unterschreiben haben wir das Haus zwei mal angeschaut und das Haus ist praktisch neu (4 Jahre alt). Alle Geräte sehen wie neu aus...haben aber natürlich nicht alle Geräte ausprobiert. Bei gewissen Geräten wie Boiler etc. wäre es für uns als Laien auch recht schwierig (ausser ja, es kommt warmes Wasser etc.) zu beurteilen, wie es mit den Geräten wirklich steht.
Wie würdet ihr da vorgehen? Ein Abnahmeprotokoll erstellen? Bringt dieses Protokoll was, wenn der Vertrag beim Notar schon unterschrieben ist? Übergabetermin ist Anfang August (ist also nicht viel Zeit zwischen unseren Besichtigungen und der eigentlichen Übergabe).
Im Normalfall steht bei solchen Verträgen von Privat zu Privat,
“wie gesehen“ und sämtliche Garantie/Ansprüche werden weg gebunden. (Ausser natürlich die Arglistige Täuschung…)
von daher ist der Zug wohl abgefahren und das hätte man vorher genau anschauen müssen und in die Verhandlung einbringen müssen.
ein „Übergabepritokoll“ hilft dir da nur, wenn der Verkäufer darin verspricht noch dies oder jenes zu erledigen…
(hätte ich damals als Verkäufer aber auch nicht gemacht… für was auch…? Wenn der Käufer nicht vorgängig sich die Mühe macht, das Objekt mit einem experten anzuschauen… Der Vertrag ist/war bekannt, den erhält man ja nicht erst am Notariatstermin).
Bei uns wurde im Kaufvertrag auch die Sachmängelhaftung wegbedungen. Es stand aber explizit drin, dass die Verkäufer für das ordnungsgemässe Funktionieren der technischen Geräte garantieren.
Falls des Boiler nicht funktionieren würde, wäre dies sowieso ein arglistig verschwiegener Mangel, für den die Verkäufer haften müssten. Denn es dürfte ihnen schwer fallen, zu beweisen, dass sie nicht wussten, dass man nur kalt duschen kann.
Im Normalfall steht bei solchen Verträgen von Privat zu Privat,
“wie gesehen“ und sämtliche Garantie/Ansprüche werden weg gebunden. (Ausser natürlich die Arglistige Täuschung…)
von daher ist der Zug wohl abgefahren und das hätte man vorher genau anschauen müssen und in die Verhandlung einbringen müssen.
ein „Übergabepritokoll“ hilft dir da nur, wenn der Verkäufer darin verspricht noch dies oder jenes zu erledigen…
(hätte ich damals als Verkäufer aber auch nicht gemacht… für was auch…? Wenn der Käufer nicht vorgängig sich die Mühe macht, das Objekt mit einem experten anzuschauen… Der Vertrag ist/war bekannt, den erhält man ja nicht erst am Notariatstermin).
Ich habe den Vertrag damals meinem Anwalt weitergeleitet (spezialisiert auf Immobilien/Baurecht) und er fand nichts aussergewöhnliches drin. Im Vertrag stand auch die "wie gesehen", was auch üblich ist.
Das Haus haben wir zwei mal angeschaut und bei einem 4 Jährigen Haus haben wir es nicht für nötig gehalten den Boiler/Heizung/Entkalker etc. nochmals anzuschauen. War das aus deiner Sicht ein Fehler?
Funktionierten die Geräte schon bei Verkauf nicht, könnte das wohl unter arglistige Täuschung gehen…
gehen sie heute Kaputt, könnte es interessant werden…
ganz Grundsätzlich bin ich immer wieder erstaunt, dass Laien (ja dazu zähle ich mich auch, obwohl schon den Kauf/Verkauf mehrerer Liegenschaften in meiner Verwandschaft und für uns selber abgwlewickelt habe…), Verträge im oberen 6 stelligen Bereich, sogar 7 stelligen Unterschreiben, aber sich die 1-3000.- vorgängig für eine Besichtigung mit einem Experten einsparen…
auch ein 4 Jähriges Objekt kann massive Baumängel etc. haben - und die Beweislast für die 5 Jährige Garantie ist bekanntlicherweise umgedreht…
und ob man da alles in den paar Monaten die man dann noch hat, bemerkt…?
(klar, man kann es auch gut treffen und alles ist piccobello, aber die Schadenssumme kann halt auch sehr schnell sehr hoch werden…)
Nun, ich habe persönlich einfach eine Risiko-Schätzung gemacht. Das Haus ist 4 Jahre alt und es besteht eine Verjährungsfrist von 5 Jahren. Bis August 2021 hätte ich Zeit z.B. Mängel an der Bausubstanz einzubringen. Ausserdem sind es ca. 12 Häuser die als Doppeleinfamilienhäuser gebaut wurden. Natürlich kann es sein, dass gerade an meinem Haus versteckte Mängel sind aber das Risiko ist bei einem alleinstehenden Haus wahrscheinlich höher.
Wir haben alle Räume angeschaut und keine Riss etc. festgestellt. Schimmel an den Wänden konnten wir auch nicht feststellen.
Jetzt haben wir morgen den letzten Termin vor dem Notar. Tipps was man genau anschauen sollte?
Der jetzige Besitzer ist ja noch innerhalb der 5 jährigen Verjährungsfrist. Er sollte ja keine Gründe haben einen Schaden zu verheimlichen. Er kann diese noch einbringen, oder?
Wie gesagt, man kann immer vom guten ausgehen... 🙂 (und wenn man Glück hat, kommt dann wirklich auch alles gut, man braucht im Leben auch eine Portion Glück, ansonsten... wird es schwer... 😉)
Nur ob jeder Mensch so fair und korrekt handelt...? Vorallem wenn es um Geld geht, bei einem Haus im Normafall um richtig viel Geld...?
Meine noch nicht ganz so vielen Jahren Lebenserfahrung haben mich, teilweise sehr schmerzlich, gelernt, dass vorallem sobald es um $$ geht, oftmals eine gesunde Portion Skepsis einem vor vielem bewahren kann.
Machen kannst du Stand jetzt eh nichts mehr, wenn du das Haus möchtest und den Vertrag auf dem Notariat unterzeichnest.
Das einzige was du nun noch machen kannst, ist hoffen, dass alles gut geht - und alles was noch wäre und sein könnte, dir bis zum August 21 aufällt und es Rügen kannst (das sind nur noch 2-3 Monate - also eine extrem kurze Zeit).
Einmal kurz auf Thema Heizung/Boiler zurück kommen...
- die normale Garantie, 2 Jahre ist durch
- evtl. besteht ein Service-Abo/Garantieverlängerung, dann alles i.O. für dich
Nun, hast du dir schriftlich bestätigen lassen, wie viele "Service-Einsätze" und sonstige "Fehlermeldungen und Ausfälle" (welche z.B. auch durch ein Neustart behoben werden konnten) es seit Bau des Hauses gab?
Worstcase, die Heizung hatte ca. alle 6 Monate einen Aussetzer und ein Servicetechniker musste kommen - zum Zeitpunkt deiner Besichtigungen und bis Übergabe funktioniert aber alles perfekt - sagen wir mal, dass ist ein Zeitraum von 4-5 Monate. Vor deiner ersten Besichtigung hatte die Heizung ebenfalls "eine gute" Phase, und lief auch 4-5 Monate durch - sprich aktuell lief sie 8-10 Monate ohne einen Fehler...
Nun, 2 Monaten nachdem du da wohnst, steigt sie wieder aus, eine Reparatur von 10'000.- ist nötig...
Nun stellen sich halt folgende Frage:
- hätte der Verkäufer, dich pro-aktiv informieren müssen, dass für die Heizung schon 4, 5, 6 mal ein Techniker vor Ort war?
- muss der Verkäufer wissen, dass dies "nicht normal" ist? (evtl. hatte er vorher nie etwas mit einem solchen Typ Heizung, ja überhaupt Heizung zu tun...)
- warum hast du als Käufer dich nicht aktiv nach dem Zustand & Geschichte der Geräte erkundigt?
- warum hast du als Käufer dir nicht schriftlich zusichern lassen, was für eine "Geschichte" die Geräte bisher haben?
Du siehst, sowas kann dann fast nur im Streit, gegenseitigen Vorwürfen etc. enden - und in einem solchen Falle dem Verkäufer arglistige Täuschung vorzuwerfen...? Wird wohl schwer...?
Nochmals, es muss nicht sein! Ein Teil der Menscheit ist immer noch fair und korrekt, aber es gibt eben auch "die anderen"...
Und wenn es um Beträge in diesen Höhen geht, würde ich mich einfach mehr als nur absichern...
(oder was meinst du, weshalb z.B. die TCS-Occasionstests für Autos immer noch so beliebt sind? Wenn ich ein Occasionsauto kaufe von einem Händler/Verkäufer, welcher nicht meine "Stamm-Garage" ist seit 10 Jahren und ich vollstes vertrauen habe, würde ich so etwas immer in Betracht ziehen... Und wenn der Verkäufer nicht damit einverstanden ist, dass ich das gewünschte Occasions-Auto auf meine Kosten eben z.B. einem TCS-Occasionstest unterziehe - Finger weg... Denn dann ist die Chance, dass es etwas zu verbergen gibt, ein vielfaches höher 😉)
Da geht es aber potentiell um weitaus kleinere Beträge... als bei einem Haus...
Wir waren heute für eine weitere Besichtigung da. In diesem Gespräch haben wir auch erfahren, dass vieles im Haus vom Verkäufer oder seiner Verwandten gemacht wurde. Elektro-Installation vom Elektroinstallateur, Heizungssystem etc. auch von einem Fachmann aber halt vieles von Bekannten.
Von aussen sieht alle Top aus, keinerlei Risse...kein Rost etc. und das Haus ist extrem gepflegt. Wir werden das Haus kaufen und hoffen, das alles gut kommt..mehr können wir ab heute sowieso nicht mehr machen.