Saletti zäme,
wir sind in der Planungsphase eines Minergie P Hauses. Unser Architekt hat nun vorgeschlagen, die Heizung via Pelletofen im Wohnraum zu realisieren, welcher dann mit einem Register eine zentrale Betonwand erwärmt und somit die Wärme im Gebäude verteilt wird.
Kennt dieses System schon jemand und wohnt womöglich schon jemand damit?
Wie sind eure Erfahrungen?
Besten Dank für eure Feedbacks.
Hallo luusi
Mit einem Pelletofen erreicht ihr Minergie P einfacher - da dies ein nachwachsender Rohstoff ist.
Gehe jedoch in eine Pelletofenausstellung und kontrolliere die Geräusche eines Pelletofens im Betrieb - die meisten gehen dann nicht für den Wohnraum !
Eine Wärmeverteilung via Betonwand benötigt zusätzlich einen Pufferspeicher d.h. der Pelletofen muss einen kleinen Anteil Strahlungswärme haben --> 20% !!
Die Böden sind in dem Fall kalt und ihr könnt nicht barfuss darüber laufen ohne ein unangenehmes Gefühl !!!
Eine Wärmeverteilung über Massenspeicher ist im Passivhaus nicht praktisch da durch Sonneneinstrahlung das System schnell reagieren sollte.
Ein Massenspeicher ist kein schnell reagierendes System.
Ein Pelletofen mit hohen Strahlungsanteil ist ein schnell reagierendes System - aber eben.
Würde nur mit guten Referenzen in diese Systemlösung einsteigen.
mausi
Hallo Luusi
Grundsätzlich ist diese Art der Wärmeverteilung eine interessante Alternative. Das Prinzip der Betonkernaktiviverung oder -temperierung ist leider noch nicht so oft in EFH's umgesetzt worden. Durch die sehr niedrigen Vorlauftemperaturen (ca. 26 Grad oder tiefer) erzeugt ein solches System die Grundlast des Hauses. Aus diesem Grund ist die Trägheit des Systems kein grosses Thema. Wie Mausi gesagt hat, benötigt dieses System einen Pufferspeicher, den du aber so oder so benötigst, da ich nicht annehme, dass das Brauchwasser im Sommer über den Pelletofen erwärmt wird. Dies muss eine Solaranlage erledigen.
Es kann aber sein, dass die Betonkernaktivierung nicht ganz ausreicht und das punktuell mit Heizkörpern (Aluminium mit tiefer Vorlauftemperatur) oder Bodenheizung nachgeholfen werden muss. Vor allem in Nordzimmern, wo keine Sonneneinstrahlung den Raum erwärmt.
Kalte Füsse im Passivhaus gibt es aus meiner eigenen Erfahrung nicht. Wir haben keine Fussbodenheizung in unserem P-Haus. Ich hatte aber auch noch nie kalte Füsse - auch nicht auf dem Plattenboden in der Küche. Es ist allerdings angenehmer auf einem Parketboden, da Holz i.d.R. fusswarm ist.
Fazit: ich würde heute ein solches System bauen. Man muss sich aber bewusst werden, dass die Fläche genügend gross sein muss.
Herzliche Grüsse
Rolf
Vielen herzlichen Dank ihr beide,
das sind ja schon sehr gute Hilfen.
Ja es ist so, dass wir das Warmwasser im Sommer wie Sommerkollektoren erwärmen möchten. Bodenheizung würden wir auch nicht wollen, auch in den Nordzimmern nicht. Die Betonwand (welche entsprechend gross ist) wäre mit dem Pelletofen (Cheminee) die einzige Heizungsmöglichkeit.
Liebe Grüsse
luusi