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Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung

14Antworten5’439Aufrufevon providence · 12. Juli 2010letzter Beitrag vor 16 Jahren
  1. providence16 Beiträge12. Juli 2010
    Hallo zusammen

    Wir sind am planen eines Um-/Anbaus eines Hauses. Damit es keine Probleme mit der Höhe (Treppe) gibt,

    würden wir anstelle einer Bodenheizung eine Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung bevorzugen

    (Vorschlag Architekt). Nun meine Frage: Wenn man Plattenboden plant (Erdgeschoss), sind dann im Winter

    die Platten nicht kalt? Bei Bodenheizung wären diese ja dann warm. Kennt jemand dieses "Problem", bzw.

    was könnte man machen?

    Gruss Providence

  2. Pippen2’281 Beiträge12. Juli 2010
    Hallo providence

    Verstehe ich das richtig: Du willst mit der Komfortlüftung heizen? Dafür ist sie aber nicht gebaut.

    Sie ist dazu da, ein Haus zu lüften.

  3. providence16 Beiträge12. Juli 2010
    Doch das geht: Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung (Wärmepumpentechnik): Frische Aussenluft wird dabei angesaugt, gereinigt und erwärmt, bevor sie als Zuluft in die einzelnen Räume strömt. Gleichzeitig wird verbrauchte Luft nach draussen geführt.

    Wie gesagt, wir sind erst am planen und noch nicht sicher, ob wir dieses System auch umsetzen wollen. Bei Diskussionen ist oben erwähnte Frage mit den Bodenplatten aufgetaucht.

  4. Pippen2’281 Beiträge12. Juli 2010
    hallo providence

    Ich weiss genau wie eine KWL funktioniert, ich habe ja selbst eine. Aber ich sage nochmals: Die ist nicht gebaut, um zu heizen.

    Es gibt Modelle, bei denen bei den Auslässen noch kleine Heizwiderstände angebracht sind, welche die Temperatur auf ein

    noch höheres Nivau bringen. Das ist aber bei einem normal isolierten Haus die grösste Energieschleuder.

    Bei Häusern welche nach Minergie-P gebaut sind, sieht es ein bisschen anders aus.

    Willst Du denn das ganze Haus per KWL heizen? Wie wird denn Dein Haus isoliert? Material? Dicke?

  5. Adi68434 Beiträge12. Juli 2010
    vielleicht meint er ja eine luftheizung?

  6. Pippen2’281 Beiträge12. Juli 2010
    Er meint bestimmt eine Luftheizung! Das ist eine KWL mit Heizwiderständen.

    Aber eben: Eine Luftheizung macht, wenn überhaupt, nur in einem Minergie-P Haus Sinn. Selbst in einem

    Minergie Haus, ist eine Luftheizung nicht wirklich sinnvoll.

  7. providence16 Beiträge12. Juli 2010
    Ich meine Luftheizung, und es wird Minergie-Standard. Aber wie schon einmal gesagt, wir sind erst am planen und es ist gar noch nicht sicher.

  8. Pippen2’281 Beiträge12. Juli 2010
    Hallo providence

    Zu Deiner Frage: Die Platten werden im Winter dann kalt sein. Also falls Du wirklich bei dieser Luftheizung bleiben willst, würde ich Dir keine Platten empfehlen,

    sondern nur Parkett, Laminat, Kork, ... oder etwas derartiges.

    Ich würde Dir empfehlen, den Architekt nach Referenzen zu fragen, wo er schon eine Luftheizung eingesetzt hat. Von diesen Referenzen würde ich dann min. den

    Energiebedarf in kWh/m2 und Jahr verlangen und vielleicht mal nachfragen, wie sie dort zufrieden sind. Dann würde ich die Energiewerte mit Deinen vergleichen

    und entscheiden, ob Du es wirklich willst.

    Mit was wird denn heute geheizt? Sind Radiatoren vorhanden? Was sind die Gründe auf eine Luftheizung umzustellen?

  9. Pfälzer9’908 Beiträge12. Juli 2010
    Hallo providence

    Der Einsatz einer Luft/Luft-WP ist kein Problem, aber gerade im Altbau ggf. aber die geschickte und korrekte Kanalverlegung. Da die gewünschte und benötigte Temperatur ja dort ankommen muss, wo sie soll, nämlich am Auslassgitter, muss ggf. eine passende Isolierung vorgesehen werden. Auch die braucht Platz.

    Im Idealfall lässt sich dies noch mit einem Erdregister komplettieren. Was auch eine Kühlung im Sommer erlaubt.

    Grundsätzlich: Fliesen ohne FBH sind nicht grundsätzlich "unangenehm" kalt. Im Winter läuft man auch höchst selten, und wenn nur über kurze Wege, wirklch barfüssig in der Wohnung.. am Sitzplatz liegt meist noch ein Teppich... also alles halb so schlimm... merklich kühler sind dann Laminatbeläge, da sie im Gegensatz zur Fliese keine Umgebungswärme aufnehmen.

    Aber, es gibt natürlich auch wasserführende Fussbodenheizungen die einen maximalen Aufbau von ca. 26-28mm benötigen. Dies sollte Dein Architekt, wenn er Erfahrungen bei Umbauten und Renovationen hat, selbst wissen. Also prüfe auch diese Möglichkeiten sorgfältig ab!

    Diese Systeme lassen sich auch an die vorhandene Heizung anschliessen.. auch in Verbindung mit ggf. einer weiteren Nutzung von Radiatoren.

  10. Pippen2’281 Beiträge12. Juli 2010
    Also ich empfinde Laminatbeläge um ein vielfaches "wärmer" als Fliesenbeläge.

    Wir haben im Wohnzimmer Fliesen und in den Zimmern Laminat. Wenn im Winter der Kachelofen an ist

    und das Wohnzimmer erwärmt und der Raumthermostat die FBH in diesem Raum abschaltet, empfinde

    ich dies als unangenehm. Im Elternschlafzimmer haben wir den Raumthermostaten so tief eingestellt,

    dass die FBH praktisch nie läuft. Dort empfinde ich dies überhaupt nicht als unangenehm.

    Übrigens ist eine Luftheizung nicht unbedingt eine Luft/Luft WP. Die L/L WP ist im Bezug auf auf den

    Wirkungsgrad wesentlich besser. Aber auch dies würde ich nicht machen (meine Meinung)

  11. Pfälzer9’908 Beiträge12. Juli 2010
    Also ich empfinde

    Übrigens ist eine Luftheizung nicht unbedingt eine Luft/Luft WP.
    Eben.. . jeder Mensch "empfindet"... auch anderst. kannst die Beläge aber einmal im Winter an der Obefläche messen..

    Richtig.. aber er hat ja selbst "die WP" schon angesprochen... zudem, wie er schreibt, will er sie ja nicht unbedingt haben..

  12. Pippen2’281 Beiträge12. Juli 2010
    Richtig.. aber er hat ja selbst "die WP" schon angesprochen... zudem, wie er schreibt, will er sie ja nicht unbedingt haben..
    Du hast Recht. Das habe ich erst jetzt gesehen.

    Eben.. . jeder Mensch "empfindet"... auch anderst. kannst die Beläge aber einmal im Winter an der Obefläche messen..
    Ein Oberflächentemperatur Messgerät habe ich leider nicht. Aber ich kann es mir irgendwie nicht vorstellen: Der Betonboden oder

    der UB ist ja kälter als die Luft. Der Wärmewiderstand von Laminat ist doch gegenüber der Fliesen grösser, oder nicht? Das heisst

    der Laminat isoliert besser als die Fliesen. Dann müsste die Oberflächentemp. bei Laminat doch höher, also näher bei der Luft-

    temperatur sein, oder? Mache ich da einen Überlegungsfehler?

  13. providence16 Beiträge13. Juli 2010
    Das 45-jährige Haus steht seit mehr als einem halben Jahr leer. Geheizt wurde mit Holz, wobei diese Heizung nächstens den Geist aufgibt. Im Zusammenhang mit der Komfortlüftung sind wir auf die Luftheizung gekommen. Jedoch müssen wir sicher die Fussbodenheizung auch prüfen, da es heute ja auch mit minimalen Aufbau geht. Das Problem könnte in diesem Zusammenhang die Treppe sein, die wir nicht rausreissen wollen (zu hohe Kosten). Zudem sind die Radiatoren veraltet und mit Fussbodenheizung mit zusätzlicher Solaranlage kann die Heizung besser und kontrollierter eingestellt werden.

    Vielen Dank für die Antworten. Jeder Mensch empfindet anders und ich habe u.a. aus dem Grund gefragt, da ich im Winter sehr oft kalte Füsse habe. Wir werden nun alles prüfen und abwägen und mit dem Architekten besprechen.

  14. barney622 Beiträge13. Juli 2010
    Es gibt ja unterschiedliche Arten von Plattenböden. Ich finde z.B. die hochglanzpolierten und glatten viel fusskälter als die etwas offenporigen und strukturierten. Also kann man schon mit der Wahl der Platte einiges beeinflussen, denke ich.

    Vielleicht käme für Euch ja auch eine Wandheizung in Frage, wenn das mit der FBH nicht klappt? Löst zwar das Problem der kalten Füsse nicht so, soll aber auch eine angenehme Form von Wärme sein.

    Gruss, Barney

  15. Raphael768 Beiträge7. Oktober 2010
    Hi

    Materialien mit hohem Wärmeübergangswert wie Stein, Keramik etc. werden sich immer kälter anfühlen als solche mit einem niedrigen, da üblicherweise die Oberflächentemperaturen von Bauteilen unter Deiner Körpertemperatur liegt (sonst würde ich dringend zum Arzt oder Heizungsinstallateur /emoticons/default_wink.png). Du heizt also mit Deiner Körperwärme die besser wärmeleitenden Materialien auf, diesen Wärmeverlust spüren wir als Kälte.

    So hätte ich dies jetzt mal so laienhaft ausgedrückt.

    Eine KWL hat im Gegensatz zur landläufigen Meinung meiner Ansicht nach fast immer einen höheren Wärmeverlust zur Folge als Fensterlüften, obwohl >90% der Abwärme rückgewonnen wird, da die Luftwechselraten viel höher sind - anders gesagt, nicht KWL-Häuser werden seltenst korrekt belüftet.

    In ein schlecht isoliertes Haus würde ich keine einbauen, und erst recht nicht mit Stromheizung. Wennschon könntet ihr versuchen, die Wärme eines Holzofens mit einer KWL zu verteilen und wenn möglich die Hülle besser isolieren.

    E Gruess

    Raphael