Was lebt in Tümpel, Bach und Weiher?
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Dies war der Titel eines Buches, das mich als Erstklässler schon voll fasziniert hatte. Die Welt in heimischen Gewässern erforschen, die Entwicklung von Lurchen und Insekten verfolgen: Ich wollte unbedingt Naturforscher werden. Später half ich als Gärtner mit, hunderte neuer Biotope zu bauen, zu gestalten und zu bepflanzen. Aber das faszinierendste, die Ankunft und Besiedlung mit tierischem Leben, das musste man abwarten und gewähren lassen! Man griff wenig ein, selten wurde mal Froschlaich eingesetzt. Oder Fische: Da leider meist Zierfische wie Goldfische und Koi. Sicher auch schön, aber natürlich ganz und gar nicht für einen Naturteich und für eine abwechslungsreiche, einheimische Tierwelt geeignet.[/COLOR]
Ankunft der Pioniere
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Glücklicherweise sind die in Gewässern lebenden Tiere mehrheitlich sehr mobil. Allen voran die Insekten, flugfähig und immer auf der Suche nach neuen Lebensräumen. Die pfeilschnellen Libellen, wie Mosaikjungfer auch Teufelsnadel (Ashnea cyanea) genannt, schweben schon bald nach dem Einfüllen des Wasser über dem Teich. Auch die Plattbauchlibelle, deren Männchen einen herrlich blauen, weithin leuchtenden Körper hat, gehört zu den Pionieren. Später, wenn der Pflanzengürtel ringsum gewachsen ist, erscheinen auch andere Arten wie Heidelibelle (Sympetrum vulgatum), Azurjungfern (Coenagrion) und andere. Je nach Art werden die Eier in Halme oder direkt ins Wasser abgelegt. Die Laven der Libellen leben unter Wasser. Dort jagen sie andere Insekten. Mit einer speziellen Fangmaske am Kopf ergreifen sie ihr Opfer, ähnlich wie es die berühmten Gottesanbeterinnen mit ihren Füssen tun. Wenger spektakulär, da unter Wasser meist unsichtbar für uns Landlebewesen! Im Sommer klettern die Larven an Halmen der Wasserpflanzen hoch und aus den „hässlichen Entlein“ entschlüpfen herrliche Schwäne, nein Libellen natürlich. Auf die Libellen folgen eine riesige Anzahl von weiteren Insekten: Wasserläufer (Gerridae) zu den Wanzen zählende Tier laufen auf ihren fein behaarten Füssen wie Jesus auf dem Wasser. Aufgrund der Oberflächenspannung des Wassers bewegen sie sich wie auf einer dünnen Haut. Einen weiteren Wanzeartige findet man in der Tiefe, im Pflanzenwuchs der Teiche, das Wasserskorpion (Nepa cinerea), so genannt wegen seine an Skorpione erinnernden Fangfüsse. Mehrere Arten flugfähiger Wasserkäfer, als bekanntester Vertreter der fast 3 cm lang werdende Goldrandkäfer (Dytiscus marginalis), die silbrige scheinenden Taumelkäfer (Gyrinus natator) und der Furchenschwimmer (Acilius sulcatus ) finden sich nach und nach ein. Mücken und deren Larven, Eintagesfliegen, Köcherfliegen und die völlig harmlosen Zuckmücken (Chironomidae) erobern das Wasser und dienen vielfach anderen Wasserbewohnern, Vögeln und Säugern als Futter. Wasserschnecken werden durch Pflanzen und Wasservögel n den Teich gebracht und vermehren sich zügig. Auch lassen sich Exemplare der Teichmuschel ansiedeln.[/COLOR]
Der lange Weg einer Verwandlung
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Kindern sind die schwarz-braunen Kaulquappen der Frösche und Kröten ein Begriff. Der Wasserfrosch (Rana esculenta) mag manchem Nachbarn durch sein Quaken den letzten Nerv rauben, aber er gehört in unsere Wasserwelten. Nur kurzzeitig, für Hochzeitsspiel und Eiablage, suchen die braunen Grasfrösche (Rana temporaria) und der Springfrosch (Rana dalmatina) den Teich auf. Kaum haben sich nach einigen Wochen die Jungfrösche fertig entwickelt, verlassen sie das Wasser und suchen die weitere Umgebung auf. Sie können dann in mehreren Kilometer Umkreis gefunden werden und kommen erst wieder als grosse, ausgewachsene und geschlechtsreife Tier zurück. Leider überlebt von 30’000 abgelegten Eier gerade mal ein Tier den langen Weg zum erwachsene Tier: die anderen fallen Fressfeinden wie Storch, Iltis, Fuchs, Ringelnatter und vielen mehr zum Opfer. Auch der Autoverkehr, Kanalisationsgräben, Lichtschächte und Dolen werden ihnen zum Verhängnis. An schilfbestandenen Gewässer findet man in den letzten Jahren wieder häufiger den Laubfrosch (Hyla arborea). Glücklicherweise wird er nicht mehr für die fraglichen Wettervorhersagen in Gläser gesperrt, die macht jetzt z. B. der Kachelmann. Der Frosch darf in Freiheit sein Quakkonzert veranstalten.[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]Häufig sieht man in Gartenteichen auch den Bergmolch (Ichthyosaura alpestris). Sein einheitlich brauner Körper wird beim Anheben interessant: Seine Bauchseite ist leuchtend Orange gefärbt. Auch er überwintert an Land, versteckt in Ritzen oder im Laub. Findet man einen im Garten, muss er also nicht zwangsläufig ins Wasser gebracht werden! Weiter mögliche Gäste im Teich sind der äusserst selten gewordene, sehr prächtige Kammmolch (Ichthyosaura cristatus) und der eher dezente Teichmolch (Lissotriton vulgaris) und der Fadenmolch (Lissotriton helveticus).[/COLOR]
Nicht mal so ungiftig
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Ein heimliches, verstecktes Leben führen die Kröten. Bekannt ist die Erdkröte (Bufo bufo). Sie legt ihre Eier nicht wie die Frösche in Klumpen sondern in langen Schnüren ab. In Kleinstgewässern wie Tümpel und wassergefüllter Karrenspuren leben die immer seltener werdenden Gelbbauch-Unken (Bombina variegata). An steinigen Ufern und Kiesgruben leben der „Glockenfrosch“, auch Kreuzkröte (Bufo calamita) genannt und die Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans). Ihr Männchen wickelt sich die Laichschnüre um die Hinterbeine und zieht damit von Gewässer zu Gewässer, bis die Larven schlüpfen. Krötenartige sind giftig, was vor allem ihre Fressfeinde zu spüren bekommen. Werden Kröten gepackt, scheiden sie aus Drüsen am seitlichen Kopf Gift, sog Bufotenin, ab. Ebenfalls giftig sind die Feuersalamander (Salamandra salamandra). Die schwarzen, mit leuchtend gelben Flecken versehenen Tiere brauchen kühlere, fliessende Gewässer als Laichplatz. Absolut ungiftig ist ein Gast am Gartenteich dem wir alle Aufmerksamkeit schenken sollten: Die Ringelnatter (Natrix natrix). Das auch heute noch seltene Reptil liebt das Wasser, findet es doch dort sein Futter wie Kaulquappen und Frösche.[/COLOR]
Gefiederte Gäste
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Natürlich können sich ganz nach Grösse des Gartenteiches auch Wasservögel einfinden. Es wird sich dabei aber ausschliesslich um, nicht so gern gesehene Stockenten (Anas platyrhynchos) handeln. Sie sind die einzige Schwimmvogelart die zutraulich genug ist, sich im Siedlungsgebiet des Menschen aufzuhalten. Nicht destotrotz kann sich aber auch ein grösserer Brocken einfinden: Grau- oder Fischreiher (Ardea cinerea) plündern allzu gerne einen Teich mit Goldfischen! Und wer weiss, vielleicht findet sich doch einmal „Meister Adebar“, der Storch (Ciconia ciconia) ein? Opfer können hier die wenigen einheimischen Fischarten wie Stichling, Bitterling, Moderlieschen und Elritze werden. Auch das Einsetzen des heimischen Alant, in der gelben Form Goldorfen (Leuciscus idus) kann man ins Auge fassen, ist aber nur für grosse Teiche geeignet.Singvögel wie Meisen, Finken und andere werden das Gewässer im Garten gerne zum Trinken aufsuchen und sich in der näheren Umgebung vom reichen Nahrungsangebot bedienen. Das lassen sich Hauskatzen, Marder und Igel natürlich auch nicht entgehen.[/COLOR]
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Habe ich ein Tier vergessen? Beobachten Sie selbst, wer sich da noch alles einfindet.....[/COLOR]
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