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Rechtsfrage: Sträucher und Bäume von Gemeinde umgesäbelt

5Antworten2’643Aufrufevon tb2 · 22. November 2010letzter Beitrag vor 16 Jahren
  1. tb22 Beiträge22. November 2010
    Hallo allerseits,

    wir wohnen am Ortsrand und hinter unserem Haus führt eine Kantonsstrasse durch. Unser Grundstück geht bis ca. 2.5m zur Strasse hin. Vor über 40 Jahren, als das Haus gebaut wurde hat der Vorbesitzer mit der Gemeinde ausgemacht, dass er den Grund bis zur Strasse bewirtschaftet. Wir wohnen nun auch schon 10 Jahre hier und haben bisher immer die Sträucher und Bäumchen gepflegt und auch immer brav am Strassenrand geschnitten.

    Nun kam vor 2 Wochen ein rieseiger Bagger mit einer 3m breiten Heckenschere vorbei und säbelte die Hälfte unserer Sträuche um auf ca. 1m Höhe, bis ca. 1m von der Strasse entfernt. Manche der Bäume hatten ca. 15cm Durchmesser.

    Und es sieht schrecklich aus, wie auf einem Schlachtfeld. Die Bäume sind teils gespalten, und ich weiss nicht was man noch retten kann.

    Ich habe bei der Gemeinde protestiert, da das "unsere Sträucher" sind und der Herr hat sich entschuldigt und gemeint es sei ein Missverständnis mit dem Beauftragten gewesen. denn eigentlich findet die Gemeinde es gut, wenn die angrenzenden Anwohne sich um deren Grundstück kümmern, aber dass für uns kein Schadenersatzanspruch besteht, weil es Gemeindegrund ist.

    Wie seht ihr das? Gehen Bepflanzungen auf Gemeindegrund in deren Besitz über? Oder besteht ein Gewohnheitsrecht? Wir und der Vorbesitzer machen das schon (sehr schön und brav) seit über 40 Jahren. Jetzt müssen wir wahrscheinlich die hälfte der auf 1m gestutzten Bäume rausreissen, evtl. neue pflanzen, das ist mit jeder Menge Kosten verbunden. Oder wir lassen es stehen und sagen, das sei ab jetzt Gemeindesache aber es sieht einfach furchtbar aus. Und alles, weil die linke Hand nicht weiss was die Rechte tut, und unsuaber gearbeitet wurde.

    Gruss & Danke!

  2. emil172’299 Beiträge22. November 2010
    Du wirst nichts ausrichten können - nicht dein Land, es gibt keinen Vertrag. So ärgerlich das auch ist. Bitte sie, die Reste der verunstalteten Bäume zu entfernen, damit es weniger schlimm aussieht.

    Es gibt kein Gewohnheitsrecht.

  3. Gelöschtes Mitglied 763323. November 2010
    Auch wenn es jetzt schlimm aussieht, warte bis zum Frühling. Einerseits sieht man dann, welche Bäume/Sträucher den Winter überlebt haben, andernseits sieht es unter umständen sogar besser aus als vorher. Solche Schnitte sind für Pflanzen ein richtiger Schock mit dem sie in der Regel mit verstärktem Wachstum begegnen.

  4. emil172’299 Beiträge23. November 2010 · bearbeitet
    Wenn es denn Schnitte wären, ginge es ja noch. Diese Maschinen funktionieren eher so wie eine Gemüseraffel, nur eben für Sträucher und Bäume. Das Problem ist wirklich, dass diese senkrechten Mähwalzen eine Zone der Verwüstung hinterlassen, einfach weil die Maschine so stark ist und der Fahrer sich nicht um viel kümmert. Wenn man sich vorher jahrelang selbst gekümmert hat und alles aus Ignoranz in einer Minute verwüstet wird, tut das schon weh.

    Ihr könnt versuchen, mit dem Chef der Strassentruppe eine Abmachung zu treffen und dann, damit der Mann im Mäher das nicht vergisst, diese Schilder aufzustellen, die es auch an der Autobahn zu sehen gibt und die Anfang und Ende der nicht zu mähenden Zonen anzeigen. An sich sind die auch daran interessiert, nicht mehr als nötig mähen zu müssen.

    Wenn Ihr diese Leute beleidigt oder den Rechtsweg versucht, kommt Ihr nicht weiter - die Situation des Strassenunterhaltsdienstes ist einfach die, dass der Gruppenchef mit zuwenig unqualifiziertem und unmotiviertem Personal (wer sonst will den Job schon machen) viel zu viele Strassenkilometer freihalten muss.

  5. Gelöschtes Mitglied 763323. November 2010
    Emil, das stimmt schon. Unmittelbar sieht es schlimm aus, aber nach ein paar Wochen treiben die Pflanzen in der Regel umso stärker und dichter aus. Wenn man jetzt nochmals einen Trupp losschickt um stark beschädigte Platzen rauszuholen, machen sie unter umständen noch mehr kaputt. Vorallem, wenn die ganze Pflanze inkl. Wurzeln herausgenommen wird. Also bevor ich da nochmals jemanden fremdes ranlassen würde, würde ich selber Hand anlegen.

  6. tb22 Beiträge24. November 2010
    Super, danke für die Tips. Das mit den Schildern klingt sehr gut. Ich glaube mittlerweile auch nicht mehr, dass wir zu einer Art Entschädigung kommen, aber wenn wir das mit der Gemeinde für die Zukunft regeln können wäre das ja immerhin was.

    Nochmals Danke.