Liebe Forenmitglieder
meine Frage richtet sich primär an Experten (Architekten, Bauleiter usw) aber auch andere Meinungen von erfahrenen Personen sind herzlich willkommen:
wir interessieren und für ein Haus Baujahr 1980, welches in den letzten 8 Jahren sowohl optisch als auch energetisch renoviert und saniert wurde. Das Haus steht an am Hang an Aussichtslage. Das Garagengeschoss (ebenerdig) und das darüberliegende 1. OG sind aus Beton gebaut und das 2. OG sowie das Dachgeschoss ist aus Holz gebaut worden.
Die Fassade ist komplett umhüllt von Eternitplatten, die im Rahmen der Sanierung erneuert wurden (inkl. dem Dach).
Prinzipiell gefällt uns das Haus. Das Holz versprüht eine leichte und wohlige Atmosphäre, allerdings grübeln wir mit dem Kauf, da wir als Laien unsicher sind, ob ein 40 Jähriger Holzbau einem durchaus doch so hohen Preis wert ist (über CHF 2.5m - Kanton Zürich). Wir wissen nicht ob ein Haus, welches vollständig aus Beton gebaut wurde, im Hinblick auf die Zukunft (wir möchten das Haus irgendwann unseren Kindern vererben, wenn alles gut kommt) betrachtet wertstabiler ist und auch „länger hält“ und „solider“ ist?
Gibt es sonst etwas worauf wir achten müssen? Welcher Art Experte (oder Gutachter) kann zudem vor einem Kauf das Holz am besten begutachten und kann man das überhaupt so einfach, wenn Eternitplatten davor stehen?
Vielen Dank im Voraus für Euer Feedback und beste Grüsse
Hallo, ich bin sicher kein Experte für die Langzeithaltbarkeit von Holzkonstruktionen. Aber wenn jemand Einblick in die Situation hatte, dann die Firmen, die vor 8 Jahren die Renovation durchgeführt haben. Ich würde versuchen, vom Verkäufer die Erlaubnis zu bekommen, mit diesen Handwerkern und ggf. dem koordinierenden Bauleiter zu reden. Die werden sicher nichts explizit Schlechtes sagen, aber meist bekommt man im Gespräch (auch am Telefon) schon einen Eindruck, ob sie eher zurückhaltend sind oder wirklich keine Bedenken haben. Andererseits, 8 Jahre her ist schon relativ lange, aber vielleicht hast Du Glück und es gibt noch jemanden, der sich gut an die Arbeiten gut erinnern kann.
Grüsse und ein ein gute Händchen bei der Entscheidung
Roeka
Da gäbe es einiges zu beachten. Asbest zum Beispiel. Wurden solche Materialien eingesetzt, wenn ja wurde diese bei der Renovation sachgerecht entfernt. Weiter geht es mit der Holzkonstruktion. Wurde alles sauber abgedichtet? Gerade bei Eternitplatten kann unter Umständen durch die Verschraubung Wasser in das Holzgewerk eintreten, und mittel oder langfristig zu Schimmel und Verrottung führen.
Informationen über diverse Probleme mit Eternit findest du auch hier im Forum. Das Problem ist bei all diesen Sachen, man kann nicht alle Stellen einsehen, und alles im gesamten begutachten. Ebenso wenig kann man auch Anhieb sehen, ob asbesthaltige Produkte eingesetzt wurden..
Das nächste wäre, wie die Betonwand zum Hang hin aufgebaut wurde, und wie die abgedichtet wurde. Da müsst Ihr euch auf die Baupläne verlassen, vielleicht gibt es auch noch Bilder von der Bauphase und der Renovation.
Wichtig beim Kauf, alles bestätigen lassen. Das heisst zum Beispiel, es wurde keine asbesthaltigen Materialien verbaut, oder diese wurden sachgerecht entfernt. Wenn im Vertrag steht, es ist nicht bekannt, ist es ein schöner Satz, aber nur um aus der Haftung zu kommen. Heisst Ihr bleibt bei einer neuen Renovation oder einem Umbau auf den Mehrkosten für die sachgerechte Entsorgung sitzen.
Ein Bausachverständiger wäre wohl die geeignete Person bei solchen Gewerken, doch dieser kann auch nicht mehr sehen als Ihr. Er kann ja nicht einfach Wände öffnen, damit er gefährdete Stellen einsehen und begutachten kann. Ebenso wenig kann er Proben an verschiedenen Stellen nehmen. Was er aber kann, ist die Pläne genau anzusehen, ob es konstruktive Probleme gibt, gerade auch was die Haltbarkeit unterschiedlichster Baustoffe und Dämmmaterialen betrifft. Er kann auch die Verschraubungen und den Gesamtzustand der Eternitplatten genauer ansehen, so weit diese zugänglich sind. Und natürlich kann er die Feuchte an den einzelnen Wänden messen.
Gruss Pit