Wir liebäugeln im Moment damit uns ein EFH aus dem Jahre 1965 zu kaufen. Das Haus hat 3 Etagen und ist ein Holzblockbau (Massiv). Problem ist, das seit dem Jahr 1965 auch keine Renovationen gemacht wurden. Das Haus sieht von Innen trotzdem noch sehr gut aus. Einfach ein sehr alter Stil.
Die Bausubstanz ist gemäss einem beigezogenen Architekten gut.
1. Etage Zementhohlsteine mit Garage, Naturkeller und Heizraum
2. Etage Wohngeschoss, Holzblockbau aus Tanne
3. Etage Dachgeschoss ausgebaut mit 2 Schlafzimmern und Seiten-Estrichen
Total 210 m2, 140 m2 Wohnfläche, 380 m3, 8x9 Meter Aussenmasse
Wir gehen davon aus das wir folgendes machen müssen:
1. Ersatz Öl Heizung durch Wärmepumpe oder Pelletofen
2. Innensolation Dach
3. Innenisolation Wände
4. Fenster
5. Boiler
Wir budgetieren dies mit ca. Fr. 90 000.-. Meint ihr das ist realistisch?
Habt Ihr Tipps auf was man bei der Sanierung eines älteren Holzblockhauses achten muss?
1. Ersatz Öl Heizung durch Wärmepumpe oder Pelletofen - ca. 20k-50k je nach dem was für eine Heizung
4. Fenster ca. 20k-30k
5. Boiler ca. 2-3k (ev. integrierbar in die Heizung
Bei den Fassaden- und Dachisolationen habe ich keine Ahnung bei einem Holzhaus, aber bei meinem gemauerten Haus hat die Aussenisolation ca. 70k gekostet.
Maler-, Elektriker-, Sanitärarbeiten stehen keine an? Küche ist noch aktuell?
Ich habe selber eine Haus Baujahr 1973, aber klassisches Zweischalenmauerwerk. Bisher investiert für Fenster, Aussenisolation, Kleinkram wie Böden, Sanitär Malerarbeiten, Elektroanpassungen (minmal) etc., Heizung, Badezimmer und Küche total mehr als 250k.
Die Küche ist noch gut in Schuss. Sie ist zwar noch das Original, aber aus Metal mit Inox Abdeckung und Tiba Holzherd. Sie gefällt uns richtig gut. Die Elektrik und die Rohrleitungen sind gut in Schuss und wurden vor 2 Jahren kontrolliert. Da wir für das Badezimmer einen Anbau machen (Hat aktuell nur 3.75 m2), werden wir die Leitungen in diesem Bereich abkappen und neu Verlegen.
Grundsätzlich werden wir die Isolation selber machen. Beim Material für die Isolation tendieren wir auf die Produkte von Magripol (Flachs, natürliche Pflanzenfasern) oder Haga (Schaafwolle). Hat jemand Erfahrung mit dieser Art von Isolation?
Das Haus hat bis jetzt keinen Schimmel oder Feuchtigkeitsprobleme und verbrauchte nur ca. 2000 lt. Heizöl pro Jahr. Wir haben respekt davor zuviel zu dämen und damit die Bauphysik zu beeinträchtigen. Grundsätzlich scheint es ja gut Isoliert zu sein.
Bei Aussenisolation frage ich mich immer wieder, wann diese amortisiert wäre. Sinkt mit 70'000 Investion der Ölverbrauch um 50% auf 1000L hast du fast 90 Jahre, bzw du könntest fast 90 Jahre 1000L mehr Heizöl kaufen anstatt Aussenisolation, ganz abgesehen von ev. Feuchtigkeitsprobleme um die Fenster.
Darum habe ich mein 2-Schalenmauerwerk so gelassen wie es ist.
Viele Leute kaufen Häuser und wissen überhaupt nicht was auf sie zukommt. Ich empfehle dringend das Haus mit einem Experten anzuschauen ( Z.B. Architekt mit Zusatzausbildung in Energie und Bauphysik). Angaben des Vorbesitzers über den Energieverbrauch sind mit Vorsicht zu hinterfragen. Z.B. ist beim Ölverbrauch das Warmwasser einberechnet? Wurden alle Räume beheizt? Wurde mit Holz zusätzlich geheizt? Bei der Innenwärmedämmung muss die Bauphysik berücksichtigt werden (Holzbalkendecken?). Ausserdem müssen die Grenzwerte des Kantonalen Energiegesetzes eingehalten werden. usw.usw.
Bei Aussenisolation frage ich mich immer wieder, wann diese amortisiert wäre. Sinkt mit 70'000 Investion der Ölverbrauch um 50% auf 1000L hast du fast 90 Jahre, bzw du könntest fast 90 Jahre 1000L mehr Heizöl kaufen anstatt Aussenisolation, ganz abgesehen von ev. Feuchtigkeitsprobleme um die Fenster.
Darum habe ich mein 2-Schalenmauerwerk so gelassen wie es ist.
Ja, das hatte ich auch so ausgerechnet. Einsparungen an Heizkosten ca. 1000.- beim aktuellen Energiepreis. Ich müsste also ca. 140 Jahre alt werden damit es amortisiert würde. Aber, die Fassade musste so oder so renoviert werden,d.h. Gerüst und Maler wären sowieso angefallen. Der Wohnkomfort ist im Winter auch besser da die Wände nicht mehr so kalt sind. Und in der aktuellen Hitzewelle hält es die Hitze besser ab. Ich habe nach der Fassadenisolation und neuen Fenstern immer noch nicht mehr als 35% Luftfeuchtigkeit, also sicher kein Schimmel/Feuchtigkeitsproblem.