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Ökologische Küchenmöbel??

6Antworten2’086Aufrufevon Heike74 · 27. Mai 2015letzter Beitrag vor 11 Jahren
  1. Heike747 Beiträge27. Mai 2015
    Hallo ihr Häuslebauer,

    bei uns ist es mittlerweile schon etwas weiter, wir sind jetzt an der Innenausstattung dran und wollen bald einziehen! /emoticons/default_smile.png

    Da wir allgemein auf unsere Umwelt achten - weswegen wir auch ein Passiv-Haus gebaut haben - möchten wir uns gerne auch ökologisch einrichten.

    Beginnen wollen wir mit der Küche und da eben kein 0815-Modell von IKEA oder so. Das wäre alles andere als umweltfreundlich.

    Wo finde ich Küchenmöbel, die unseren Ansprüchen entsprechen?

  2. habaUgeot1’199 Beiträge27. Mai 2015
    Liebe Heike

    Ökologie und Ökologie sind leider zwei Paar Schuhe...

    Spontan: Schritte in eine richtig grüne Richtung wäre:

    · Alles aus Vollholz, keine Holzwerkstoffe. Die benötigen zusätzlich Energie bei der Herstellung. Und die hochwertigen Klebstoffe sind nicht ganz ohne. Und meist werden die irgendwo hergestellt und mit dem LKW durch Europa, Balkan und Russland gekarrt.

    · Keine Beschichtung. Diese ist bei der Entsorgung problematischer. Wie ökologisch Holzöle und -wachse sind, weiss ich nicht. Dito Lasuren.

    · Alle Beschläge demontierbar. Wegen späterer Entsorgung

    · Montage ohne Schaum

    · die grosse CO2-Schleuder beim Bauteil Küche dürfte das hin und hergekarre für die Montage sein. Also den HAndwerker von nebenan einsetzen. Mit der Bedingung lokales Holz zu verwenden. Das lokal gesägt und getrocknet wurde.

    · Bei der Arbeitsplatte dürften wohl alle importierten Granite entfallen. Aber auch lokale (schweizerische) dürften beim Gewicht beim Transport CO2 wirksam sein. Wegen dem Recycling wäre hier wohl eine Chromstahloberfläche sinnvoll.

    · Halogenfreie Kabelisolation.

    · Isolationen ohne geschäumte Kunsstoffe sondern eher Zellulosefasern, bei Brandgefahr Stein-/Glaswolle.

    · Verzicht auf Trockenbauplatten --> Tischlerplatten / 3-Schicht-Platten

    In der Schweiz gibt es für Leute, die halbwegs ökologisch unterwegs sind die ECO-Devis: Positionen im Leistungsverzeichnis, welche mit Ökowissen hinterlegt sind. Sprich mit Deinem Architekten darüber.

    Allgemein: Dauerhafte Bauteile wählen in zeitlosem Design, keine Eyecatcher, modisches Schnickschnak. Eine Küche, welche Du in 20 Jahren statt 50 ersetzt, ist nie ökologisch.

    Liebe Grüsse

    Haba

    Am Rand:

    Lokal in Russland produziertes IKEA-Holz, das lokal zu Holzplatten verarbeitet wird und dann in grössten Mengen (d.h. per Schiff) transportiert wird und wegen der hohen Automation vorfabriziert und in einem Rutsch montiert wird, kann u.U. weit ökologischer sein als eine schweizer-Holzwerkstoff-Küche, wo das Material aus dem Bündnerland mit dem LKW in die Welschschweiz gekarrt wird, dort konfektioniert, ins Holzlager in der Innerschweiz als halbprodukt gekarrt wird. von dort mit dem Klein-LKW ins Mittelland, dann mit dem 3.5to-wägeli zu einem günstigen Küchenschreiner, und von dort nochmals 40km zu Dir.

    (Ich sage "kann", nicht "ist", gell!)

  3. simasima77 Beiträge28. Mai 2015 · bearbeitet
    Hallo liebe Heike /emoticons/default_smile.png

    habaUgeot hat dir schon einen kleinen Roman geschrieben, der die Sache ziemlich gut auf den Punkt bringt. Beim ökologischen Leben / Einkaufen musst du sehr viel beachten und abwägen, aber grundsätzlich stimmt das mit denn Vollholz/Massivholzmöbeln.

    So wie ich das mitbekommen habe, ist für ökologische Massivholzmöbel immer Allnatura  die erste Adresse. Die haben glaube ich auch einen schweizer Shop, bei dem das Holz auch regional gewachsen ist, aber darüber kannst du dich ganz leicht im Internet informieren. Ist ja alles transparent. 

    Wichtig zu beachte wäre noch die Pflege. Bei unlasierten Möbeln musst du mit Wasser sehr vorsichtig sein und des weiteren empfiehlt sich eine regelmäßige Rundumpflege mit Naturölen und Bienenwachs. Dann hast du tatsächlich 50 oder mehr Jahre etwas von deiner neuen Küche.

  4. habaUgeot1’199 Beiträge28. Mai 2015
    Liebe alle

    Wobei ich gerade beim erwähnten Laden die Ökologie eher anzweifeln würde. Der Laden ist gross genung um zentral ("kostengünstig") zu produzieren, aber zu klein, um die Plattenwerkstoffe per Schiff zu beziehen. Und dann werden die Küchenmöbel per LKW am besten von Zentraldeutschland in die Schweiz gekarrt - nicht gerade CO2 optimal...

    Und: Regionales Holz, was zuerst nach D gekarrt wird... naja. Da wird dann bald die IKEA ökologischer.

    Habe den erwähnten Shop kurz angeschaut - «transparent» würde für mich etwas anderes bedeuten.

    Selbstverständlich müssen Platten verleimt sein. Aus Ökogründen fände ich breitere Lamellen sinnvoller. Und da die Stirne sichtbarbleibt, würde ich statt keilgezinkte Stösse entweder Nut und Feder wollen oder dann gleich Lamello. (Ich finde, stumpf sieht besser aus als keilgezinkt.)

    Und schlussendlich - nach Einbauküche sieht das ganze nicht aus.

    Kernbuche ist schön hart. Wenn man Arbeitsflächen macht... für Küchenbretter hatte man früher wegen den leicht antibakteriellen Eigenschaften Ahorn genommen, ist halt etwas weicher. Eiche oder Nuss gingte auch.

    Grüsse

    Haba

  5. simasima77 Beiträge28. Mai 2015
    Hallo habaUgeot,

    ein paar wichtige Punkte, die du da ansprichst, das war mir so noch gar nicht bewusst.

    Danke!

  6. habaUgeot1’199 Beiträge5. Juni 2015
    Liebe Heike

    Hat das 'was geholfen?

  7. ronny456 Beiträge19. Juni 2015
    Ich kenne mich in der Branche ehrlich gesagt nicht so aus, finde das ganze Thema aber durchaus interessant. Habt ihr denn schon etwas passendes gefunden? Oder seid ihr bei der Suche noch nicht weiter gekommen? /emoticons/default_smile.png