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Mehr Wohnfläche fürs gleiche Geld

2Antworten4’222Aufrufevon positron · 30. Mai 2012letzter Beitrag vor 15 Jahren
  1. positron431 Beiträge30. Mai 2012 · bearbeitet
    Hallo zusammen

    Ich habe mich in den letzten Monaten intensiv mit der kubischen Berechnung von Einfamilienhäusern auseinandergesetzt. Eines ist mir dabei immer wieder aufgefallen:

    Je mehr Geschosse ein Haus erhält, umso mehr Wohnfläche steht bei gleicher Kubatur zur Verfügung. Ist ja auch ziemlich logisch: Da bei uns das Kellergeschoss meist nicht ausgebaut ist, ist in diesen Fällen immer ein Geschoss keine Wohnfläche.

    Drei Rechenbeispiele

    Ausgangslage:

    - 1000m³ stehen zur Verfügung

    - Geschosshöhe ist immer 3m

    - Dachzuschlag beträgt 1m

    - Fläche Treppe: 4m²

    Zweigeschossiges EFH

    UG: nicht ausgebaut

    EG: ausgebaut

    SIA-116-Höhe: 3m + 3m + 1m = 7m

    Grundfläche Brutto: 1000m³ / 7m = 142.9m²

    Wohnfläche Brutto: 1 x 142.9m² = 142.9m²

    Fläche Aussenmauern: 18.6m²

    Grundfläche Netto: 142.9m² - 18.6m² - 4m² (Treppe) = 120.3m²

    Wohnfläche Netto: 2x 80.6m² = 120.3m²

    Dreigeschossiges EFH

    UG: nicht ausgebaut

    EG: ausgebaut

    OG: ausgebaut

    SIA-116-Höhe: 3m + 3m + 3m + 1m = 10m

    Grundfläche Brutto: 1000m³ / 10m = 100m²

    Wohnfläche Brutto: 2 x 100m² = 200m²

    Fläche Aussenmauern: 15.4m²

    Grundfläche Netto: 100m² - 15.4m² - 4m² (Treppe) = 80.6m²

    Wohnfläche Netto: 2x 80.6m² = 161.2m²

    Viergeschossiges EFH

    UG: nicht ausgebaut

    EG: ausgebaut

    OG: ausgebaut

    DG: ausgebaut

    SIA-116-Höhe: 3m + 3m + 3m + 3m + 1m = 13m

    Grundfläche Brutto: 1000m³ / 13m = 76.9m²

    Wohnfläche Brutto: 3 x 76.9m² = 230.8m²

    Fläche Aussenmauern: 12.9m²

    Grundfläche Netto: 76.9m² - 12.9m² - 4m² (Treppe) = 60m²

    Wohnfläche Netto: 3x 60m² = 180m²

    Es lohnt sich also, die zulässige Zahl der Geschosse möglichst immer ausnutzen - ausser man benötigt die zusätzliche Kellerfläche.

    Wir werden unter anderem darum auch viergeschossig bauen.

    Gruss positron

  2. Porzelbaum18 Beiträge30. Mai 2012
    Hallo Positron

    Deine These ist recht interessant - wenngleich für mich einige Punkte fehlen, welche ich gerne mit Dir teile. (Tatsächlich sind mir Deine Gedankengänge nicht fremd, baue ich doch auch am Hang ;-)

    • Mit dem Ausbau des Dachgeschosses verlierst Du den "Estrich" und damit "Archivraumraum" (Fasnachtskleider, Militärgerümpel, altes Zeug was man noch nicht weggeben will)
    • 4-Geschossig (nach Deiner Rechnung) bedeutet kleiner Keller. Reicht das noch für Garage, Technikraum, Waschküche, evtl Bastelraum?
    • Für unsere Familie ist ein grosser Wohn-Essraum der "Lebensmittelpunkt". Hier findet das "Zusammensein" statt. Persönlich schätze ich einen grösseren Wohnraum - und schränke mich dafür in der Zimmergrösse etwas ein.
    • Hoch bedeutet "stabiler" bauen (Statik) - tendenziell daher teurer - dafür weniger "Grundflächenbedarf" (Parzellengrösse)
    Aber in einem Punkt hast Du natürlich recht - Aussicht bedeutet meistens Höhe - und die kriegt man nicht im Erdgeschoss. ;-)
    Wir haben uns für eine Dreigeschossige Bauweise entschieden - und kommen dabei ziemlich exakt auf die von Dir veranschlagten 1000m³.

    Viel Spass beim planen

    Porzelbaum

  3. positron431 Beiträge30. Mai 2012
    Mit dem Ausbau des Dachgeschosses verlierst Du den "Estrich" und damit "Archivraumraum" (Fasnachtskleider, Militärgerümpel, altes Zeug was man noch nicht weggeben will)
    Ich bin in meiner Rechnung von einem vollwertigem Dachgeschoss ausgegangen, also normale Raumhöhe plus Dach. Sonst könnte man beim vierstöckigen Gebäude noch einen Meter abziehen fürs Dach. In der Praxis ist das in kaum einer Gemeinde so möglich, ausser in der MFH-Zone. Meist gibt es ja eine Begrenzung der Wohnfläche im obersten Geschoss. In unserer Gemeinde darf das Dachgeschoss maximal 80% der BGF des darunterliegenden Geschosses haben. Darf aber ein Pultdach mit bis zu 4m Geschosshöhe haben. Es lohnt sich aber trotzdem. Und die automatisch daraus resultierende Dachterrasse auf den verbleibenden 20% BGF gibt's fast gratis dazu /emoticons/default_smile.png.

    4-Geschossig (nach Deiner Rechnung) bedeutet kleiner Keller. Reicht das noch für Garage, Technikraum, Waschküche, evtl Bastelraum?
    Ja, klar. Neben der geringeren Dachfläche ist vor allem der kleinere Keller der Grund wieso man beim viergeschossigen bauen mehr Wohnfläche gewinnt. Da muss jeder selber wissen ob ihm das reicht oder nicht. Ich persönliche finde, die Keller in der Schweiz sind allesamt viel zu gross. Wer braucht schon 100m² Keller? In unserer jetzigen Wohnung haben wir 12m² und selbst das ist für einen Zwei-Personenhaushalt viel zu viel. Klar ist es nett, wenn man im Keller einen Bastelraum oder ein Partykeller hat. Aber mal ehrlich: Wie oft braucht man den wirklich? Die meiste Zeit vom Jahr ist es im Keller sowieso viel zu kalt. Und im Sommer ist man dann lieber im Garten als im düsteren Keller. Wirklich sinnvoll genutzt werden kann der Keller doch erst, wenn er ausgebaut wird. Aber schlussendlich hat man im Keller nie die Lebensqualität wie in den oberen Geschossen. Kein Kind möchte als einziges im Keller wohnen. Und das Büro im düsteren Keller ist auch alles andere als toll. Ist doch besser, wenn man fürs gleiche Geld ein zusätzliches ausgebautes Zimmer in den Wohngeschossen bekommt.

    Bei uns hat in der 80m² Grundfläche eine Doppelgarage, ein Entrée, ein Veloabstellplatz, ein Technik- und ein Lagerraum platz. Mehr nicht. Dafür haben wir in den drei Wohngeschossen insgesamt 7 Zimmer und 3 Nasszellen.

    Für unsere Familie ist ein grosser Wohn-Essraum der "Lebensmittelpunkt". Hier findet das "Zusammensein" statt. Persönlich schätze ich einen grösseren Wohnraum - und schränke mich dafür in der Zimmergrösse etwas ein.
    Da bin ich auch voll und ganz deiner Meinung. Auf 80m² Geschossfläche kann man aber ziemlich grosszügige Wohnräume realisieren. Bei grösseren Geschossen ist ja häufig einfach noch ein Büro- oder Gästezimmer neben dem Wohnzimmer. Das geht dann halt nicht mehr. Das muss dann in eines der anderen beiden Geschosse verlagert werden - was aber nicht wirklich ein Nachteil ist. Oder hast du bei dir tatsächlich 100m² nur Wohn-/Esszimmer und Küche?

    Hoch bedeutet "stabiler" bauen (Statik) - tendenziell daher teurer - dafür weniger "Grundflächenbedarf" (Parzellengrösse)
    Ich habe mich bei meinen Ausführungen mal rein auf die Berechnung der SIA-116-Norm gestützt. Im Endeffekt spielen sicher noch weitere Faktoren eine Rolle. Aber kleinere Geschosse bedeuten auch, dass z.B. die Decken geringere Aussenwand-zu-Aussenwand-Distanzen überbrücken müssen. Das heisst, sie können etwas dünner ausfallen und Aushub braucht man auch weniger. Im Endeffekt macht es vermutlich kostenmässig nicht wirklich einen Unterschied, weshalb die SIA-Norm die Anzahl Geschosse ja auch nicht berücksichtigt.

    Aber über die zusätzliche Gartenfläche freut sich bestimmt jeder /emoticons/default_smile.png.