Magnolia loebneri ’Leonard Messel’, die rosarote Sternmagnolie hat aussen rosa, innen fast weisse Blüten.
Diese Jahrzehnte alte Magnolie stand in einem Park im Zürcher Oberland. Da sich so alte Magnolien praktisch nicht verpflanzen lassen, fiel sie Bauarbeiten zum Opfer.
Allgemeines
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Mit etwa 240 Arten aus Ostasien (China bis Neuseeland) und Amerikas (Kanada bis Brasilien) sind Magnolien eine sehr interessante und abwechslungsreiche Familie. Die meisten Arten sind laubabwerfend, es gibt aber einige immergrüne, die sogar bei uns in mildem Klima (Tessin) winterhart sind. Die Blüten der Magnolien sind gross bis sehr gross. Die kelchartige Form hat ihnen auch den Namen Tulpenbaum eingebracht, obwohl dieser eigentlich einem Verwandten gehört, dem Liriodendron tulipifera.[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]Die Früchte sind Hülsenfrüchte, zapfenförmige Samenstände wie sie auch bei fossilen Pflanzen gefunden wurden, darum gilt diese Familie als entwicklungsgeschichtlich alt, 95. Millionen Jahre alt. Magnoliengewächse gab es auch in der Schweiz vor Millionen von Jahren. Viele Pflanzen Mitteleuropas starben während den Eiszeiten aus, da sie an wärmere Temperaturen angepassten waren. Andere, wie die Magnolien, zogen sich Richtung Ostasien zurück.[/COLOR]
Die Samenstände der Magnolien sehen anfangs aus wie Kolben oder knorpelige Gurken. Nach dem Reifen leuchten später daraus die bunten Samen auf.
Was stimmt hier nicht?
Standorte
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Magnolien, die «Königinnen der Blütensträucher», brauchen einen sonnigen, windgeschützten Standort. Da sie teilweise sehr gross werden können, ist es sinnvoll von Anfang an genügend Platz für sie einzuplanen. Wird es zu eng und muss geschnitten werden, so verliert der Baum seine schöne natürliche Form rasch. Bevorzugt werden warme, geschützte Ort möglichst ohne eisige, Bise genannte Winterwinde. Der Boden sollte humos sein, dies kann sogar bis in den saueren Bereich gehen. Das Wichtigste ist allemal ein gut durchlässiger, nahrhafter Boden. Gerade die Soulangeana-Sorten sind besonders in der Jugend wenig kalkverträglich, was oft deren mässiges Wachstum erklären kann. Die kleineren Magnolien wie M. stellata und M. loebneri eignen sich übrigens auch sehr gut für die Gefässbepflanzung, sofern diese etwas Volumen mitbringen. In Japan werden mit vielen Magnolien herrliche Bonsai gestaltet! In Gefässen ist eine ausgezeichnete Drainage überlebenswichtig.[/COLOR]
Die sensationelle Magnolia ’Daybreak’ blüht spät, erst Ende April oder Anfang Mai. Sie besitzt übrigens einen feinen «Maiglöckchenduft».
Wie zwei rosafarbene Turteltauben vereinen sich diese beiden herrlichen Blüten von ’Star Wars’. Diese Sorte blüht schon als junge Pflanze und gehört darum im Moment zum Besten was es an Magnolien-Hybriden gibt.
Pflege und Rückschnitt
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Magnolien brauchen wenig Pflege. Hauptarbeit wird wohl im Frühling das Zusammenkehren der Massen von abgefallenen Blütenblättern sein! Nach einem Spätfrost werden oft die geöffneten Blüten braun. Es lohnt sich, solange der Strauch noch nicht zu gross ist, diese abzulesen und sich an den später neu öffnenden Blüten zu erfreuen. Ein Rückschnitt der Magnolien ist eigentlich nicht nötig. Sollten einzelne Sorten zu dicht wachsen und sich querstehende Triebe gebildet haben, so können diese herausgeschnitten werden. Da die Blütenknospen der Magnolien am Ende des letztjährigen Triebes stehen, geht jeder Rückschnitt am Blütenflor ab. Werden also Schnittmassnahmen nötig, so sind diese gleich nach dem Verblühen zu machen. Gedüngt wird im Frühling nach der Blüte mit einem Langzeitdünger.[/COLOR]
Der Strauch ist nun in voller Blüte, obwohl die Innenseite der Blüten beinahe weiss ist, erscheint er uns wegen der immer sichtbaren Aussenseiten als Rosa.
Magnolia loebneri schläft hier noch tief im Winterschlaf im Innern ihrer behaarten Knospen.
Sortenvielfalt
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Die Gurken-Magnolie (Magnolia acuminata), ist ein laubabwerfender Baum, der bis zu 24 Meter hoch werden kann. Sie stammt aus Amerika, wo die Böden nährstoffreich, tiefgründig und gut mit Wasser versorgt sind. Der pH-Wert liegt meist im sauren Bereich, es wird aber auch Kalk vertragen. Hier kommen die gelbblühenden Hybriden her. Die aus dem südöstlichen Nordamerika stammende Schirmmagnolie (Magnolia tripetala) hat riesige, sommergrüne Blätter die schirmförmig am Triebende stehen. Die ebenfalls recht grossen, weissen Blüten erscheinen von April bis Mai, etwa zur gleichen Zeit wie der Blattaustrieb. Sie haben übrigens einen sehr unangenehmen Geruch.[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]Die Sommermagnolie (Magnolia sieboldii) macht weisse, duftende Blüten mit markanten violetten Staubgefässen. Sie blüht erst im Mai-Juni, kurz nach dem Blattaustrieb und ist bei uns an einem geschützten Platz sogar ausreichend winterhart. Die Sternmagnolie (Magnolia stellata) kann bis 5 Meter hoch werden und trägt früh im April, noch vor dem Blattaustrieb, schneeweisse, sternförmige Blüten. Leide ist sie von Spätfrost gefährdet, der ihre Pracht oft über Nacht den Garaus machen kann. Sehr ähnlich ist ihr die japanische Kobushi-Magnolie (Magnolia kobus), nur wird diese als Baum bis über 20 Meter hoch. Die sternförmigen Blüten erscheinen März bis April. Sie sind aussen leicht Rosa, innen weiss. Es gibt Kreuzungen von M. kobus × M. stellata = M. × loebneri. Eine sehr schöne Sorte ist hier die rosarote ’Leonard Messel’ Die Yulan-Magnolie (Magnolia denudata) ist ein sommergrüner Grossstrauch mit etwa 15 bis 20 Metern Höhe. Das Verbreitungsgebiet liegt in Ostchina. Sie ist ein Elternteil der bekannten Magnolia X soulangeana! Der andere Teil ist übrigens Magnolia liliiflora, die Purpurmagnolie. Eine Sorte davon ist 'Lennei', deren edle, fast kugelförmige Blüte aussen dunkelrosa und innen weiss ist. Die Zahl der Sorten ist Legionen, vielleicht schauen Sie sich vor einem Kauf einmal auf der Homepage www.lunaplant.com um. [/COLOR]
Magnolia loebneri ’Leonard Messel’, die rosarote Sternmagnolie hat aussen rosa, innen fast weisse Blüten.
Der mächtige Tulpenbaum aus Amerika, Liriodendron tulipifera, sieht vielleicht wie eine Magnolie aus, ist aber nur ein entfernter Verwandter.
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